Schweden zittert gegen Italien
Schweden
Italien
Spielbericht
Schweden ist mit einem hart erkämpften 5:2-Erfolg gegen Italien in das olympische Herren-Eishockeyturnier gestartet, musste gegen den Gastgeber aber härter arbeiten als gedacht.
Italien erwischte vor heimischem Publikum einen Traumstart. Nach vier Minuten nutzen die Azzurri ihre erste Tormöglichkeit. Der schwedische Torhüter Filip Gustavsson liess einen italienischen Befreiungsschlag ideal für Luca Frigo nach vorne prallen, der die Italiener in Führung schoss.
Schweden machte jedoch geduldig weiter. Nachdem Italiens Dustin Gazley wegen Stockschlags auf die Strafbank musste, nutzte Gabriel Landeskog mit Ablauf der Strafe die Überzahl mit seinem Weitschuss zum 1:1 in der 10. Minute.
«Es ist natürlich aufregend, ein Tor zu schiessen. Aber vor allem war es schön, wieder im Spielrhythmus zu sein. Ein bisschen Rost war noch da, wir haben noch Dinge zu verbessern – das ist zu erwarten. Es war ein hart umkämpftes Spiel», sagte Landeskog.
Und er ergänzte mit Blick auf die Gastgeber: «Sie sind die Gastgeber im Eröffnungsspiel des Turniers. Wir wussten, dass sie hart arbeiten und konkurrenzfähig sein würden. Es hat Spass gemacht.»
Noch vor der ersten Pause schien Schweden die Partie zu drehen: Gustav Forsling traf in der 18. Minute mit einem satten Schuss vom linken Anspielkreis aus zum 2:1.
Doch Italien gab den Traum einer Sensation nicht auf. Als die Schweden bei einem Wechselfehler nachlässig waren, konnte Dustin Gazley auf Tor ziehen, umkurvte es und fand vor dem Tor Matt Bradley, der den Rückpass zum 2:2-Ausgleich verwandelte.
«Hier zu Hause ein Tor zu schiessen, das ist ein einmaliges Gefühl im Leben. Ich bin überwältigt von den Emotionen», sagte der Torschütze. «Wir machen einfach weiter, kämpfen weiter und nehmen das Selbstvertrauen mit.»
Auch Frigo, der frühe Führungsschütze, beschrieb die Atmosphäre als besonderen Faktor «Es war wunderschön. Die Stimmung war sehr herzlich. Sie haben uns das ganze Spiel über unterstützt, auch als wir zurücklagen», sagte Frigo. «Ich stehe vor meiner Familie, vor meinen Freunden, vor einem Weltpublikum – das ist unglaublich.»
«Ich glaube, insgesamt haben wir ein grossartiges Spiel gemacht und waren ihnen ständig auf den Fersen. Ich denke nicht, dass sie das erwartet haben», meinte Frigo selbstbewusst.
Doch die Klasse des Dreikronenteams setzte sich mit der Dauer des Spiels durch. In der 37. Minute scheiterte zuerst Rasmus Dahlin am italienischen Torhüter Damian Clara, doch William Nylander konnte den Abpraller versenken und Schweden wieder in Führung bringen (3:2).
Auch im Schlussdrittel blieb Schweden spielbestimmend, konnte diesmal aber auch mehr Früchte ernten in Form von Toren, auch wenn es eine Weile dauerte. Clara hatte weitere Chancen zunichte zu machen, verletzte sich dabei aber in der 47. Minute und musste durch Davide Fadani ersetzt werden. Dieser hielt das Tor trotz seines Kaltstarts neun Minuten rein bis er in der 56. Minute bei verdeckter Sicht einen guten Schuss von Mika Zibanejad kassierte. Victor Hedman erhöhte eineinhalb Minuten später mit einem Schuss ins leere Tor.
Landeskog, der nach überstandener Krebserkrankung wieder als Kapitän auf olympischem Eis steht, sprach anschliessend auch über die besondere persönliche Bedeutung: «Es bedeutet mir sehr viel, ohne Zweifel. Es ist eine Ehre. Es gab Zeiten, in denen ich nicht wusste, ob ich noch einmal die Chance bekommen würde, bei Olympischen Spielen zu spielen oder dieses Trikot zu tragen. Ich bin einfach dankbar, hier zu sein.»
Seine Botschaft an die Mannschaft trägt Spuren dieser Erfahrung: «Wenn ich etwas gelernt habe, dann: Lebe im Hier und Jetzt. Nicht zu weit nach vorne schauen und nicht zurück. Es ist hier und jetzt, ein Tag nach dem anderen.»
Italien verlässt das Eis trotz der Niederlage mit erhobenem Haupt. «Wir haben früh unsere Chancen genutzt, das hat uns glauben lassen», erklärte Thomas Larkin. «Wir sind eine Mannschaft ohne NHL-Spieler, sie haben Weltklassespieler. Aber wir sind hier, um mitzuhalten, nicht nur als Kanonenfutter.»
Schweden – Italien 5:2 (2:1, 1:1, 2:0)
Santagiulia Eishockey-Arena. – 11‘251 Zuschauer. – SR: Hribik (CZE) / O’Rourke (CAN), Brisebois (CAN) / Hautamäki (FIN).
Tore: 4:14 Frigo 0:1. 9:06 Landeskog (Zibanejad, Karlsson / Ausschluss Gazley) 1:1. 17:53 Forsling (Bratt, Dahlin) 2:1. 20:37 Bradley (Gazley, Larkin) 2:2. 36:46 Nylander (Dahlin, Kempe) 3:2. 55:42 Zibanejad (Dahlin, Rakell) 4:2. 57:11 Hedman (Forsling / ins leere Tor) 5:2.
Strafen: je 1-mal 2 Minuten
Schüsse aufs Tor: 60:22 (27:3, 16:8, 17:11)
Schweden: Gustavsson (Ersatz: Markström); Karlsson, Broberg; Dahlin, Forsling; Andersson, Hedman; Ekman-Larsson; Nylander, Eriksson Ek, Kempe; Raymond, Lindholm, Bratt; Zibanejad, Pettersson, Rakell; Landeskog, Wennberg, Holmberg; Forsberg.
Italien: Clara (46:08 Fadani); Larkin, Trivellato; Pietroniro, Zanatta; di Tomaso, Glira; Seed, di Perna; Gazley, Bradley, Digiacinto; Petan, Frycklund, Segafredo; Purdeller, Mantenuto, Frigo; de Luca, Kostner, Morini.
