Slowakei siegt mit Jugendlichkeit
Slowakei
Finnland
Spielbericht
Mit seinen jungen Offensivkräften bodigt die Slowakei zum Auftakt des olympischen Herren-Eishockeyturniers den Titelverteidiger Finnland 4:1. Der 21-jährige Stümer Juraj Slafkovsky überragte im Auftaktspiel.
Bereits in der 8. Minute brachte Slafkovsky sein Team erstmals in Führung. Zuvor hatten die Teams Chancen und Strafen ausgetauscht.
«Wenn man für sein Land spielt, ist es immer schön. Ich versuche einfach, jeden Tag so zu spielen», sagte Slafkovsky nach seinem Doppelpack. Mit seinen zwei Treffern knüpfte er an seine starke olympische Bilanz an – sieben Tore in sieben Spielen bei den Spielen von Peking 2022.
Finnland kam im zweiten Drittel zurück. Zwei Sekunden nach Ablauf einer Strafe gegen Matus Sukel nutzte Eeli Tolvanen in der 25. Minute eine Phase mit viel Druck zum Ausgleich. Die Finnen erspielten sich in dieser Phase Vorteile, kamen ansonsten aber nicht an den slowakischen Torhüter Samuel Hlavaj vorbei.
«Das war grossartig. Ich habe noch nie so ein Spiel erlebt. Die Atmosphäre war unglaublich. Es fühlte sich an wie auf unserer Heimspielstätte», schwärmte Hlavaj von der vollen Arena in Mailand. Und über sein Gefühl im Tor sagte er: «Wenn die Schüsse kommen und du dich grossartig fühlst, dann weisst du, dass es eine gute Nacht wird.»
Im Schlussdrittel kippte die Partie endgültig. Die Slowaken gestanden den Finnen nicht mehr viel Spielraum zu und mit dem 20 Jahre alten Dalibor Dvorsky traf ein weiterer junger Hoffnungsträger der Slowakei in der 47. Minute nach einem Abpraller zur 2:1-Führung für die Slowakei. «Wir hatten viele Chancen und konnten sie nicht nutzen», analysierte Miro Heiskanen. «Wir haben sie ein bisschen ausgespielt, aber einfach nicht getroffen.»
Die Vorentscheidung fiel in Überzahl: Nach einer Strafe gegen Heiskanen wegen Spielverzögerung schlug die slowakische Powerplay-Formation eiskalt zu. Slafkovsky traf in der 51. Minute mit einem präzisen Schuss in die obere Ecke.
In der Schlussphase nahm Finnland mehrfach Torhüter Juuse Saros zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Doch das Risiko wurde bestraft: Zweieinhalb Minuten vor Ende traf Adam Ruzicka im Nachschuss ins leere Tor zum 4:1-Endstand.
«Es ist ein grossartiger Start ins Turnier. Wir haben grossen Respekt vor Finnland, sie haben stark gespielt», sagte Tatar. «Aber wenn wir so kompakt spielen und alles umsetzen, was unser System verlangt, dann ist das der Weg, hier jeden zu schlagen. So eng ist Eishockey auf Weltklasseniveau. Ein toller Start – mit so einem Sieg ins Turnier zu springen, ist riesig.» Trotz des Ausrufezeichens mahnte er: «Wir müssen demütig bleiben. Es ist erst ein Spiel.»
Auf finnischer Seite überwog die Enttäuschung. «Es ist eine Enttäuschung. Das Turnier ist kurz, man darf nicht zu lange mit der Niederlage leben», sagte Niko Mikkola mit Blick auf das nächste Spiel gegen Schweden. Und Joel Armia brachte es auf den Punkt: «Wir haben genug Chancen kreiert, um dieses Spiel zu gewinnen – aber wir haben es nicht getan. Das ist bitter.»
Für die Slowakei dagegen ist es mehr als nur ein Auftaktsieg. Es ist ein euphorischer Start, nachdem man vor vier Jahren Bronze nach Hause gebracht hatte.
Slowakei – Finnland 4:1 (1:0, 0:1, 3:0)
Santagiulia Eishockey-Arena. – 11’025 Zuschauer. – SR: Furlatt (CAN) / MacFarlane (USA), Daisy (USA) / Wyonzek (CAN).
Tore: 7:45 Slafkovsky 1:0. 24:15 Tolvanen (Aria, Lehkonen) 1:1. 47:20 Dvorsky (Gernat, Liska) 2:1. 50:30 Slafkovsky (Nemec, Dvorsky / Ausschluss Heiskanen) 3:1. 57:39 Ruzicka (Tatar, Slafkovsky / ins leere Tor) 4:1.
Strafen: je 2-mal 2 Minuten
Schüsse aufs Tor: 25:40 (5:18, 11:15, 9:7)
Slowakei: Hlavaj (Ersatz: Skorvanek); Nemec, Fehervary; Cernak, Gernat, Ceresnak, Marincin; Ivan; Tatar, Ruzicka, Slafkovsky; Regenda, Pospisil, Kelemen; Hudacek, Dvorsky, Liska; Okuliar, Sukel, Takac; Cingel.
Finnland: Saros (Ersatz: Lankinen); Lindell, Heiskanen; Ristolainen, Mikkola; Jokiharju, Määttä; Lehtonen; Rantanen, Hintz, Granlund; Teravainen, Aho, Lehkonen; Kakko, Lundell, Luostarinen; Armia, Haula, Tolvanen; Kiviranta.
