Deutschland rumpelt sich zu Sieg

Von Martin Merk
Italien
1
0 - 1 - 0
Deutschland
2
0 - 1 - 1
10.02.2026
long.fra
0:0‧1:1‧0:1
Spielbericht

Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft hat sich bei den Olympischen Spielen mit einem hart erkämpften 2:1-Erfolg gegen den Gastgeber Italien den zweiten Platz in Gruppe B gesichert kurz nachdem dank schwedischer Schützenhilfe die Viertelfinal-Qualifikation bekannt geworden war. In einer über weite Strecken physisch geführten Begegnung kam der Siegestreffer 89 Sekunden vor Spielende.

In einer ruppigen Partie kam es bereits früh zu Strafen, doch ein ausgeglichenes Startdrittel endete torlos.

Nach dem Seitenwechsel nahm die Partie Fahrt auf. Italien hatte nun mehr Spielanteile und nutzte die erste Möglichkeit aus: Justine Reyes traf nach 21 Sekunden. Doch Deutschland schaffte in der 33. Minute durch Emily Nix den Ausgleich. Ihr Schuss ging via Schlittschuh der italienischen Verteidigerin Franziska Stocker ins Tor.

Im Schlussdrittel wurde es zunehmend ruppig. Italien kassierte mehrere aufeinanderfolgende Strafen, verteidigte diese jedoch mit grossem Einsatz. Besonders kurios in dieser Phase des Rumpelhockeys war eine Szene in der 54. Minute als die beiden Spielerinnen mit der Nummer 17 heftig kollidierten. Die Italienerin Matilde Fantin versuchte es mit einem Check auf offenem Eis gegen die Deutsche Nix, wobei Erstere die Kollision schlechter überstand und auf der Bank gepflegt werden musste. Gleichzeitig war sie regeltechnisch die Täterin und musste wegen eines Kniechecks auf die Strafbank. Tore blieben im Powerplay aber aus.

Kurz vor Schluss waren es dann die Deutschen, die sich in einer Aktion befreien konnten, wobei Laura Kluge 89 Sekunden vor Spielende mit einer Kontermöglichkeit den Siegestreffer zum 2:1 erzielte.

Nach dem Spiel zeigte sich Nix erleichtert: «Wir fühlen uns ziemlich gut. Es war ein sehr physisches Spiel, aber wir sind froh, dass wir gewonnen haben und uns den zweiten Platz gesichert haben. Wir wollten diesen zweiten Platz unbedingt, auch wenn wir jetzt wahrscheinlich gegen die USA oder Kanada spielen. Wir wollten zeigen, dass wir diesen Platz verdienen.»

Die Kollision mit Fantin schien sie problemlos wegzustecken. «Mir geht es gut. Ich glaube, das war das körperlichste Spiel, das wir bisher hatten – das hat mich ein bisschen überrascht. Aber wir sind das gewohnt», so Nix.

Nun gehen die Gedanken zum Viertelfinale gegen einen übermächtigen Gegner. «Wir müssen uns gut vorbereiten und vor allem in der eigenen Zone sehr stabil stehen. Wenn wir eine Chance bekommen, werden wir alles reinwerfen», sagte Nix.

Auf der Seite von Italien, im WM-Programm unterklassig und bislang nur jeweils als Gastgeber im olympischen Frauenhockey (2006, 2026), überwog trotz der Niederlage der Stolz. Marta Mazzocchi sprach von einem Spiel auf Augenhöhe: «Es war ein physisches Spiel und wir haben bis zum Schluss gekämpft. Beide Teams haben ihren Stil gespielt, und es war grossartig, Teil dieses Spiels zu sein.»

Die Italienerinnen werden auf den Sieger der Gruppe A treffen und es damit voraussichtlich auch mit einer der beiden nordamerikanischen Mannschaften zu tun bekommen.

Italien – Deutschland 1:2 (0:0, 1:1, 0:1)

Rho Eishockey-Arena. – 3898 Zuschauer. – SR: Henriksson (SWE) / Murray (CAN), Cameron-Ward (USA) / Zach (CAN)

Tore: 20:21 Reyes (Caumo, Della Rovere) 1:0. 32:47 Nix (Kluge, Gleissner) 1:1. 58:31 Kluge (Jobst-Smith) 1:2.

Strafen: 5-mal 2 Minuten gegen Italien, 4-mal 2 Minuten gegen Deutschland.

Schüsse aufs Tor: 24:24 (10:11, 9:3, 5:10)

Italien: Durante (Ersatz: Fedel); Stocker, Mattivi; Fortino, Lobis; Varano, Guerriero; Pierri; Reyes, Della Rovere, Caumo; Tutino, Fantin, Abatangelo; Heidenberger, Niccolai, Roccella; Mazzocchi, Saletta, Kaneppele; Bonafini.

Deutschland: Abstreiter (Ersatz: Hemmerle); Hark, Gleissner; Jobst-Smith, Strobel; Hoppe, Schaffrath; Hackelsmiller, Schmitz; Nix, Kluge, Hadraschek; Luisa Welcke, Lilli Welcke, Voigt; Haider, Feldmeier, Schiefer; Christof, Bartsch, Heine.

Resultat:

1:2