Schweiz verliert Stalder, dann das Spiel

Von Martin Merk
Finnland
3
0 - 3 - 0
Schweiz
1
0 - 1 - 0
10.02.2026
long.fra
0:0‧3:1‧0:0
Spielbericht

Die Schweizer Frauen-Nationalmannschaft nahm sich gegen Finnland viel vor, doch dann verlor sie zuerst Lara Stalder beim Aufwärmen und schliesslich auch das Spiel gegen Finnland. Bereits im Viertelfinale könnte es zu einem Wiedersehen mit den Finninnen kommen.

Der Trainer Colin Muller nahm in der Offensive einige Änderungen vor neben dem Wechsel zu Saskia Maurer im Tor, nachdem Andrea Brändli nachts zuvor ein intensives Spiel hatte. So stellte er Sinja Leemann anstelle von Rahel Enzler in den Paradesturm um Alina Müller und Lara Stalder, doch dann verletzte sich Stalder beim Aufwärmen als sie von einem Puck am Kopf getroffen wurde, so dass zusätzlich Laura Zimmermann in die erste Linie rückte anstelle der Kapitänin.

Die komplett neu gemischten Sturmreihen schienen ihre Wirkung aber nur mässig zu entfalten und der Ausfall der Kapitänin war ein grösserer Schock zum Verkraften. Finnland hatte im ersten Drittel mit 9:5 Schüssen die Oberhand, zwingende Chancen gab es aber auf beiden Seiten selten, so dass das Startdrittel torlos endete. Finnland war in der 14. Minute am nächsten als Maurer einen Schuss von Viivi Vainikka an den Pfosten lenkte.

Das Mitteldrittel begann mit der Schweiz in der Vorwärtsbewegung, wobei Ivana Wey alleine auf die finnische Torhüterin Sanni Ahola losziehen konnte und scheiterte, doch danach kam lange nichts mehr. Im Gegenzug traf Ronja Savolainen den Pfosten. Kurz darauf konnten die Finninnen im ersten Powerplay des Spiels in Führung gehen. Nach einem Querpass zur Mitte von Sanni Vanhanen bezwang Vainikka Maurer zwischen den Schonern. Es war das erste Tor in Mailand für die Finninnen nach 144 gespielten Minuten.

Kurz nach ihrem zweiten Powerplay erhöhten die Finninnen zu Spielmitte ihre Führung auf 2:0. Auch diesmal traf eine Stürmerin der hinteren Reihe als die Ambrì-Legionärin Julia Liikala Maurer mit einem Weitschuss in die entfernte Ecke bezwang.

Von den Schweizerinnen war offensiv dagegen wenig zu sehen. Die Pässe waren weniger präzise als jene der Finninnen, sie wirkten weniger spritzig und zu oft ging die Scheibe verloren.

Ein überdeutliches Haken von Petra Nieminen gegen Naemi Herzig in der neutralen Zone gab den Schweizerinnen immerhin die Chance in Überzahl zu spielen, doch im Gegensatz zu ihren Gegnerinnen liessen sie die Möglichkeit ungenutzt. Als Lara Christen nach einem Puckverlust selbst ihre Gegnerin zurückhalten musste, ging es mit einem finnischen Powerplay weiter. Diesmal jedoch zum Vorteil der Schweizerinnen. Alina Müller konnte Jenni Hiirikoski die Scheibe abluchsen und traf in der 38. Minute im Alleingang zum 1:2. Nur 35 Sekunden später nutzten die Finninnen das Powerplay aber doch noch aus als Vanhanen nach einem Gestochere eine lose Scheibe zur 3:1-Führung verwerten konnte.

Das Schlussdrittel begann mit Vorteilen für Finnland, das sich bald dem vierten Powerplay erfreuen durfte. Nutzen konnten sie es diesmal nicht und Michelle Karvinen scheiterte wenig später mit einem Lattenschuss. Als Zimmermann für einen später Bodycheck in die Kühlbox geschickt wurde kamen die Chancen erneut für Finnland, während die das Schweizer Team trotz verschiedenen Kombinationen in den Sturmreihen – gegen Ende führte Müller eine Linie mit Marti und Wey an – nicht auf die Erfolgsspur fand für eine Aufholjagd. Stattdessen blieb es beim 3:1, auch weil ein finnisches Tor, das Elisa Holopainen mit der Hand ins Tor lenkte, zum Schmunzeln des Publikums aberkannt wurde.

So endete ein Abend, der nicht zu Schweizer Gunsten begann auch nicht zu Schweizer Gunsten. Doch bereits in wenigen Tagen könnte es zu einem Wiedersehen kommen. Sofern Finnland im Nachtragespiel gegen Kanada übermorgen kein Wunder schafft, wird Tschechien die Gruppe auf dem dritten Rang beenden (und im Viertelfinale auf Schweden treffen) gefolgt von Finnland und der Schweiz. Damit würden Finnland und die Schweiz im Viertelfinale wieder aufeinandertreffen.

Finnland – Schweiz 3:1 (0:0, 3:1, 0:0)

Rho Eishockey-Arena. – 3900 Zuschauer. – SR: Hiller (USA) / Mantha (CAN), Todd (CAN) / Welsh (CAN).

Tore: 23:33 Vainikka (Vanhanen, Nieminen / Ausschluss Büchi) 1:0. 29:50 Liikala (Nylund, Vesa) 2:0. 37:00 Müller (Ausschluss Christen!) 2:1. 37:35 Vanhanen (Karvinen, Schalin / Ausschluss Christen) 3:1.

Strafen: 1-mal 2 Minuten gegen Finnland, 5-mal 2 Minuten gegen die Schweiz.

Schüsse aufs Tor: 31:15 (9:5, 13:6, 9:4)

Finnland: Ahola (Ersatz: Kyrkkö); Laitinen, Rantala; Savolainen, Suoranta; Karjalainen, Hiirikoski; Yrjölä; Kuoppala, Nieminen, Karvinen; Nuutinen, Tulus, Vainikka; Holopainen, Vanhanen, Schalin; Vesa, Nylund, Liikala.

Schweiz: Maurer (Ersatz: Brändli); Christen, Baechler; Büchi, Vallario; Sigrist, Wetli; Mériguet; Zimmermann, Müller, Leemann; Marti, Wey, Enzler; Lutz, Herzig, Balzer; Quennec, Rüedi, Schaefer.

Bemerkungen: Finnland ohne Tapani (verletzt). Schweiz ohne Stalder (verletzt) und Wagner (überzählig). – 14. Pfostenschuss Vainikka. 21. Pfostenschuss Savolainen. 45. Lattenschuss Karvinen. – 59:06 Handtor von Holopainen aberkannt. – Schweiz ab 59:21 ohne Torhüterin.

Resultat:

3:1