Amerikanische Machtdemonstration im Klassiker
Kanada
USA
Spielbericht
Die USA haben im ewigen Klassiker des Frauen-Eishockeys ein deutliches Ausrufezeichen gesetzt. Mit einem überzeugenden 5:0-Erfolg gegen Kanada feierte das Team seinen vierten Sieg im vierten Gruppenspiel und untermauerte eindrucksvoll die Ambitionen auf olympisches Gold.
Bereits in der 4. Minute eröffnete Caroline Harvey den Toreschiessen. Die frühe Führung gab den USA Sicherheit, während Kanada ohne die verletzte Kapitänin Marie-Philip Poulin früh unter Zugzwang stand. Noch vor der ersten Pause erhöhte Hannah Bilka auf 2:0 (18.).
Im zweiten Drittel blieb das Bild unverändert. Kanada blieb in der gut organisierten US-Abwehr hängen. In Überzahl schlugen die USA dann erneut zu: Kirsten Simms traf in der 22. Minute im Powerplay zum 3:0. Spätestens mit diesem Treffer war die Partie vorentschieden. In der 34. Minute erzielte Bilka ihren zweiten Treffer zum 4:0.
Auch im Schlussabschnitt liessen die US-Amerikanerinnen nicht nach. Laila Edwards sorgte in der 52. Minute mit dem 5:0 für den Schlusspunkt. Die USA spielten die Begegnung souverän zu Ende und unterstrichen ihre derzeitige Vormachtstellung.
Entsprechend zufrieden zeigte sich die Amerikanerin Kirsten Simmsnach dem Spiel: «Das ist etwas ganz Besonderes. Diese Gruppe ist von Beginn des Turniers an unglaublich gewesen, und ich finde, das haben wir gegen unseren grössten Rivalen gezeigt. Das gibt uns richtig Schwung für die K.-O.-Runde.»
Ihre Teamkollegin Edwards hob die Geschlossenheit hervor: «Wir spielen unsere Art von Hockey und bleiben unseren Prinzipien treu – das zahlt sich aus. Wir haben eine grossartige Gruppe, die richtig gut zusammenpasst.»
Auf kanadischer Seite herrschte Ernüchterung. «Ich habe das so nicht erwartet von unserer Gruppe. Der Druck hat uns ein bisschen erwischt», sagte Julie Gosling. Dennoch zog sie auch Lehren aus der Niederlage: «Wir werden uns an die Dinge erinnern, aus denen wir lernen können. Hoffentlich bekommen wir später im Turnier noch einmal die Chance – dann mit einer besseren Leistung.»
Die USA beenden die Gruppenphase damit makellos auf dem ersten Platz und treffen im Viertelfinale auf Italien, während Kanada trotz der klaren Niederlage weiter zu den Medaillenkandidaten zählt. Als Zweite, sofern sie sich übermorgen im Nachtragespiel gegen Finnland durchsetzen, würden die Kanadierinnen im Viertelfinale auf Deutschland treffen.
Kanada – USA 0:5 (0:2, 0:2, 0:1)
Santagiulia Eishockey-Arena. – 11’390 Zuschauer. – SR: Kainberger (Ö) / Nurmi (FIN), Buckner (USA) / Gutauskas (CAN).
Tore: 3:45 Harvey (Winn, Knight) 0:1. 17:18 Bilka (Murphy, Harvey) 0:2. 21:18 Simms (Janecke, Murphy / Ausschluss Fillier) 0:3. 33:00 Bilka (Murphy, Harvey) 0:4. 51:53 Edwards (Curl) 0:5.
Strafen: 5-mal 2 Minuten gegen Kanada, 2-mal 2 Minuten gegen die USA.
Schüsse aufs Tor: 20:33 (4:11, 6:11, 10:11)
Kanada: Desbiens (51:53 Maschmeyer); Fast, Larocque; Ambrose, Shelton; Jaques, Thompason, Tabin; Spooner, Jenner, Maltais; Fillier, Nurse, Watts; Stacey, Turnbull, Clark; Gardiner, O’Neill, Gosling.
USA: Frankel (Ersatz: Philips); Edwards, Keller; Winn, Harvey; Barnes, Stecklein; Guilday; Knight, Carpenter, Curl; Murphy, Heise, Bilka; Zumwinkle, Pannek, Coyne; Simms, Janecke, Dunne; Scamurra.
