Italien überraschend im Viertelfinale
Japan
Italien
Spielbericht
Das italienische Frauen-Nationalteam überrascht weiter. Nach Frankreich muss auch Japan gegen die Neulinge und Gastgeber eine Niederlage einstecken. Damit ist bereits klar, dass aus der Gruppe B Schweden und Italien ins Viertelfinale einziehen.
Italien hat damit einen historischen Erfolg gefeiert. Erstmals in ihrer Geschichte wird ein italienisches Frauen-Eishockeyteam unter den besten acht Mannschaften der Welt spielen.
Italien erwischte den besseren Start. Bereits in der 13. Minute brachte Matilde Fantin ihr Team in Führung. Japan hielt dagegen, leistete sich jedoch kurz vor der ersten Drittelpause eine Strafe – und wurde prompt bestraft: Fantin erzielte vor der Pause ihr zweites Tor.
Japan fand im zweiten Drittel besser ins Spiel und verkürzte durch Rui Ukita auf 1:2. Die Partie blieb spannend, doch dann war es Italien, das erneut zuschlug: Kristin Della Rovere stellte nach 37 Sekunden im Schlussdrittel mit ihrem Treffer den Zwei-Tore-Vorsprung wieder her.
Japan gab sich nicht geschlagen. Nach einer italienischen Strafzeit erhöhte die Auswahl aus dem Fernen Osten den Druck. Der Anschlusstreffer durch Akane Shiga (52.) sorgte noch einmal für Hochspannung. Doch Italien verteidigte den knappen Vorsprung über die Zeit.
«Wir wollten diesen Sieg als Team so sehr. Ich bin gerade ein bisschen sprachlos», sagte die italienische Stürmerin Laura Fortino. «Ich könnte nicht stolzer auf diese Mannschaft sein. Wir haben allen gezeigt – und vor allem uns selbst –, dass wir es schaffen können. Was wir bei diesem Turnier erreicht haben, ist unglaublich.»
Fortino, eine der ältesten Spielerinnen im Kader, sprach auch über ihre Rolle innerhalb des Teams: «Ich fühle mich wirklich wie eine stolze Mutter. Ich bin auf jedes einzelne dieser Mädchen stolz.»
Torhüterin Gabriella Durante trug mit 27 von 29 gehaltenen Schüssen zum Sieg bei und wurde nach der Schlusssirene von ihren Mitspielerinnen gefeiert. «Das ist ein unglaubliches Gefühl. Ich werde das mein ganzes Leben lang in Erinnerung behalten», sagte sie. «Vor allem im dritten Drittel hat das Team fantastisch gespielt und mir das Leben sehr leicht gemacht.»
Während Italien jubelte, zeigte sich Japan enttäuscht, aber gefasst. «Sie hatten den Heimvorteil und sind sehr hart aus der Kabine gekommen», erklärte Japans Akane Hosoyamada. «Wir haben dagegengehalten, aber wir sind nicht an ihrer Torhüterin vorbeigekommen. Das Ergebnis war für uns einfach nicht genug.»
Mit dem Sieg hat Italien nicht nur sportlich ein Ausrufezeichen gesetzt, sondern auch ein Signal für die Zukunft des Frauen-Eishockeys im eigenen Land gesendet. «Wir haben Geschichte geschrieben», betonte Fortino. «Ich hoffe, dass jedes kleine Mädchen zuschaut und denkt: ‚Wow, das will ich eines Tages auch sein.‘»
Für Italien geht das olympische Märchen nun im Viertelfinale weiter, wo im Viertelfinale normalerweise Kanada oder die USA auf sie warten dürfte.
Japan – Italien 2:3 (0:2, 1:0, 1:1)
Rho Eishockey-Arena. – 3769 Zuschauer. – SR: Hiller (USA) / McKenna (CAN), Hajkova (CZE) / Zach (CAN)
Tore: 12:34 Fantin (Lobis, Tutino) 0:1. 18:51 Fantin (Mattivi, Fortino / Ausschluss Sato) 0:2. 22:48 Ukita (Noro) 1:2. 40:37 Della Rovere 1:3. 51:01 Akane Shiga (Kohane, Aoi Shiga) 2:3.
Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Japan, 3-mal 2 Minuten gegen Italien.
Schüsse aufs Tor: 29:23 (8:10, 15:4, 6:9)
Japan: Masuhara (Ersatz: Kawaguchi); Sato, Aoi Shiga; Koike, Hosoyamada; Seki, Hitosato; Yamashita, Akimoto; Ukita, Noro, Akane Shiga; Noro, Maeda, Wajima; Toko, Ito, Miura; Tada, Odaira, Koyama.
Italien: Durante (Ersatz: Fedel); Stocker, Mattivi; Fortino, Lobis; Varano, Guerriero; Pierri; Reyes, Della Rovere, Caumo; Tutino, Fantin, Abatangelo; Heidenberger, Niccolai, Roccella; Mazzocchi, Saletta, Kaneppele; Bonafini.
