Erfolgreicher Start für Schweden
Schweden
Deutschland
Spielbericht
Schwedens Eishockey-Frauen sind mit einem souveränen 4:1-Erfolg gegen Deutschland in das olympische Turnier gestartet. Vor allem die Spezialsituationen, Effizienz und ein starkes zweites Drittel gaben am Ende den Ausschlag zugunsten der Skandinavierinnen.
Deutschland erwischte den besseren Start und schrieb früh Geschichte: Katarina Jobst-Smith erzielte in Überzahl in der 9. Minute das 1:0 – der erste Eishockeytreffer in Mailand 2026. Nach einer Strafe gegen Sara Hjalmarsson nutzte die DEB-Auswahl ihre Powerplay-Chance konsequent, Jobst-Smith traf nach Zuspiel von Luisa Welcke und Carina Strobel.
Schweden liess sich davon jedoch nicht aus der Ruhe bringen. Nach einigen nervösen Anfangsminuten, wie später auch die Spielerinnen zugaben, kam das Team zunehmend besser ins Spiel. In der 12. Minute glich Lina Ljungblom aus. Der Ausgleich war der Startschuss für eine Phase, in der Schweden das Spieltempo bestimmte und Deutschland vermehrt in die Defensive drängte.
Im zweiten Drittel nutzten die Schwedinnen dann ihre Überzahlstärke gnadenlos aus. Nach einer Strafe gegen Celina Haider erzielte erneut Ljungblom das 2:1, ehe Mira Jungåker kurz vor der zweiten Pause – ebenfalls im Powerplay – auf 3:1 erhöhte. Deutschland hielt kämpferisch dagegen, musste aber dem hohen Tempo und der schwedischen Tiefe im Kader zunehmend Tribut zollen.
Im Schlussabschnitt verwaltete Schweden die Führung und Thea Johansson sorgte in der 52. Minute mit dem 4:1 für die Entscheidung.
Für Schweden war es ein Auftakt nach Mass – sportlich wie emotional. Mira Jungåker sprach nach ihrem Tor bei ihrem olympischen Debüt von einem besonderen Moment: Es sei «unglaublich» gewesen, hier zu treffen, sie sei einfach dankbar und glücklich, das Vertrauen der Trainer im Powerplay bekommen zu haben. Die Olympischen Spiele seien für sie «der grösste Traum, den man als Athletin haben kann». Selbst kleinere Schmerzen – etwa durch auffällige Ohrringe – nehme sie dafür in Kauf: Das tue manchmal weh, «aber es ist es wert für die Bilder».
Auch Doppeltorschützin Lina Ljungblom zeigte sich erleichtert. Es seien ihre ersten olympischen Tore und gleichzeitig ihre ersten Saisontreffer gewesen, denn beim PWHL-Team Montréal Victoire erhält sie wenig Einsatzgelegenheit. Fast habe sie vergessen, wie sich ein Tor anfühle, sagte sie – umso besser habe sich dieser Moment angefühlt, gemeinsam mit dem Team zu feiern. Das Ziel sei klar: der Gruppensieg.
Auf deutscher Seite analysierte Torhüterin Sandra Abstreiter die Partie nüchtern. Schweden sei extrem schnell und komme mit viel Tempo, das habe man im ersten Drittel noch gut kontrollieren können. Beim ersten schwedischen Tor habe schlicht das nötige Quäntchen Glück gefehlt – solche «dreckigen Tore» gehörten auf diesem Niveau dazu. Überrascht zeigte sie sich zudem von der grosszügigen Linie der Schiedsrichterinnen, die viel Körperkontakt zugelassen hätten.
Schweden untermauert mit diesem Sieg früh die Ambitionen, die Gruppe anführen zu wollen – und sendet ein erstes, deutliches Signal an die Konkurrenz.
Schweden – Deutschland 4:1 (1:1, 2:0, 1:0)
Rho Eishockey-Arena. – 2455 Zuschauer. – SR: Neary (CAN) / Nurmi (FIN), Buckner (USA) / Saarimäki (FIN).
Tore: 8:30 Jobst-Smith (Luisa Welcke, Strobel / Ausschluss Hjalmarsson) 0:1. 11:53 Ljungblom (Wikner Zienkiweicz, Raunio) 1:1. 27:03 Ljungblom (Johansson, Lundin / Ausschluss Haider) 2:1. 39:20 Jungaker (Johansson, Raunio / Ausschluss Nix) 3:1. 51:20 Johansson (Svensson, lsson) 4:1.
Strafen: 1-mal 2 Minuten gegen Schweden, 4-mal 2 Minuten gegen Deutschland.
Schüsse fürs Tor: 37:16 (14:6, 12:3, 11:7)
Schweden: Svensson Traff (Ersatz: Söderberg); Nylen Persson, Jungåker; Kjellbin, Raunio; Karlsson, Adolfsson; Andersson; Johnasson, Olsson, Svensson; Thuvik, Hjalmarsson, Johansson; Bouveng, Lundin, Hallin; Hall, Ljungblom, Wikner Zienkiewicz.
Deutschland: Abstreiter (Ersatz: Hemmerle); Hark, Gleissner; Jobst-Smith, Strobel; Hoppe, Schaffrath; Hackelsmiller, Schmitz; Nix, Kluge, Hadraschek; Luisa Welcke, Killi Welcke, Voigt; Haider, Feldmeier, Schiefer; Christof, Bartsch, Heine.
