SC Bern bodigt den HC Ajoie am Family Day

Von Roman Badertscher
SC Bern
5
1 - 2 - 2
HC Ajoie
0
0 - 0 - 0
01.02.2026
National League
Zuschauer: 17031
1:0‧2:0‧2:0
Spielbericht

Family Day in der PostFinance Arena. Nach dem Kinder-Fanmarsch durften Nick und Levin aus dem SCB-Nachwuchs ihre Idole aufs Eis rufen. Ein besonderer Moment für die zwei Kids. Diese erstmalige Aktion von Seiten des SCB zeigte die erhoffte Wirkung auf dem Eis.

1. Drittel

Waltteri Merelä eröffnete so gleich nach knapp dreieinhalb Minuten das Skore. Er bekam den Puck in der neutralen Zone von Marc Marchon und zog nach Überqueren der blauen Linie mit einem Handgelenkschuss einfach mal ab. Antoine Keller war ein erstes Mal bezwungen.

Ajoie kam in der siebten Minute nach einem unnötigen Beinstellen von Victor Ejdsell in den Genuss eines Powerplays. Doch ausser einem gefährlichen Schuss von Julius Nättinen nach einem gewonnen Bully kam von den Ajoulots offensiv nichts. Dies änderte sich in der zwölften Minute, als Kyen Sopa den Puck an den Pfosten lenkte.

Der SCB produzierte mit seinem Offensivspiel und mit nur sechs Verteidigern einige Fehler und ermöglichte dem HC Ajoie dadurch Konterchancen. Nichtsdestotrotz machten die Berner mehr fürs Spiel und waren dem zweiten Treffer näher.

So war es erneut Merelä, der in der 17. Minute nur knapp an Keller scheiterte. Im selben Moment sorgte Ajoie mit einem Stockschlag für das erste SCB-Powerplay, welches zwar stark gespielt, aber nicht genutzt wurde.

2. Drittel

In der 25. Minute prüfte Miro Aaltonen Antoine Keller mit einem Schuss aus der Drehung. Diese Aktion war der Beginn einer Berner Druckphase. Heinz Ehlers machte mit seinem Entscheid, Hardy Häman Aktell spielen zu lassen und Anton Lindholm eine Ruhepause zu gönnen, alles richtig. Denn das 2:0 war eine schwedische Co-Produktion. Victor Ejdsell bediente Hardy Häman Aktell an der blauen Linie, der viel freies Eis vor sich hatte und mit einem satten Schuss die Berner mit zwei Längen in Führung brachte.

Der SC Bern war weiterhin tonangebend. Mats Alge mit einem verdeckten Schuss und später Benjamin Baumgartner im Slot scheiterten aus besten Positionen. Nach einer kurzen Druckphase der Gäste in der 38. Minute hämmerte beinahe erneut der SCB den Puck ins Netz. Keller im Glück.

Was darauf folgte war die zweite Powerplay-Möglichkeit der Einheimischen. Auf einmal ging es sehr schnell. Mike Sgarbossa überliess in der Mittelzone den Puck Hardy Häman Aktell, der sich 32.9 Sekunden vor der Pause als Doppeltorschütze feiern lassen konnte. Goalie Adam Reideborn bekam noch den zweiten Assist gutgeschrieben. Ein gelungener Mittelabschnitt für die Mutzen.

3. Drittel

Kann Ajoie nochmals reagieren oder bleiben die Punkte in Bern? Mit einem schnellen 4:0 wäre die Sachlage klar. Doch es waren die Gäste, die in der 47. Minute auf den ersten Treffer drückten, um ins Spiel zurückzukehren. Adam Reideborn – zuletzt wenig gefordert – zeichnete sich einige Male mit starken Paraden aus. Die darauf entstandene Unterzahl überstanden die Berner ohne grosse Mühe.

Nun wurde das Spiel zu einem Gekraue. Der SCB hatte zwar das Spiel weiterhin im Griff, allerdings Mühe sich offensiv festzusetzen. Was gegen Ajoie spielte war die Uhr, diese lief konsequent gegen sie. Mit dem 4:0 durch Romain Loeffel – es war ein „abverheiter“ Schuss in Richtung Tor, der durch sämtliche Beine und Stöcke hindurch ging – konnte das Schlusslicht der Tabelle sämtliche Hoffnungen auf Punkte begraben.

Noch etwas Kurioses zum Schluss: Die vierte Strafe der Gäste nahm Cole Cormier und direkt nach dem Bully vor dem Ajoie-Tor schoss Jannik Fischer den Puck aus dem Spielfeld. Es dauerte etwas bis die Spielverzögerung als Strafe ausgesprochen wurde. Ajoie-Coach Greg Ireland nahm die Coach’s Challenge und bekam irrtümlicherweise Recht. Auf dem Videobeweis war ein Ablenker von Waltteri Merelä nicht klar ersichtlich. Somit hätte der On-Ice-Entscheid und damit diese zusätzliche Strafe ausgesprochen werden müssen. Daraufhin hätte es dann noch 2 Minuten wegen verlorener Coach’s Challenge geben müssen. Wäre, hätte, wenn… Ja wenn schon der Schiedsrichter Ajoie nicht für ihr unterirdisches Spiel in diesem Drittel bestraft, dann immerhin der SC Bern. Mike Sgarbossa machte kurzen Prozess und lenkte zum 5:0 ein.

Stimme zum Spiel:

Tristan Scherwey: „Heute war es ein wichtiges Spiel für uns, um vor der Pause noch erfolgreich abzuschliessen. Mereläs Tor tat uns von Anfang an gut. Dadurch, dass die Tore souverän reingefallen sind, haben wir auch nichts anbrennen lassen. Umso schöner war es den Sieg holen zu können.“

SC Bern – HC Ajoie 5:0 (1:0, 2:0, 2:0)

PostFinance Arena, Bern. – 17‘031 Zuschauer (ausverkauft) – Schiedsrichter: Lemelin (USA)/Stricker, Duc/Gurtner.

Tore: 3:25 Merelä (Marchon, Kreis) 1:0, 25:18 Häman Aktell (Ejdsell) 2:0, 39:28 Häman Aktell (Sgarbossa, Reideborn) 3:0 PP1, 55:23 Loeffel (Häman Aktell, Scherwey) 4:0, 57:50 Sgarbossa (Ejdsell, Häman Aktell) 5:0 PP1.

Strafen: 3 x 2 Minuten gegen den SC Bern, 4 x 2 Minuten gegen den HC Ajoie.

Schüsse aufs Tor: 32:22 (11:6, 12:8, 9:8)

SC Bern: Reideborn (Ersatz: Zurkirchen); Häman Aktell, Loeffel; Kreis, Untersander (C); Kindschi, Rhyn; Marchon (A), Aaltonen, Merelä (A, PF-TS); Lehmann, Sgarbossa, Ejdsell; Vermin, Baumgartner, Scherwey; Alge, Graf, Müller; Ritzmann.

HC Ajoie: Keller (Ersatz: Conz); Honka (PF-TS), Fey (C); Friman, Christe; Fischer, Berthoud; Thiry; Cormier, Bellemare (A), Wick (A); Nättinen, Devos, Sopa; Bozon, Romanenghi, Hazen; Mottet, Cavalleri, Pedretti; Schmutz.

Bemerkungen: SC Bern ohne Füllemann, Levin Moser, Simon Moser, Bemström (verletzt), Lindholm, Von Burg, Iakovenko (überzählig), Fuss, Henauer, Weber, Riatsch, Ryser, Schild (Swiss League), Bont, Serkins, Zürcher (Nachwuchs). HC Ajoie ohne Pilet, Robin, Gauthier, Patenaude, Turkulainen, Garessus (verletzt), Veckaktins, Pouilly, Nussbaumer, Ciaccio (überzählig), Schläpfer (Swiss League). – 57:16 Coach’s Challenge HC Ajoie.

Resultat:

5:0

A. Häman (2), W. Merelä, M. Sgarbossa, R. Loeffel