ZSC Lions erteilen Bielern beim klaren Sieg eine spielerische und Powerplay-Lektion

Von Robert Szendröi
EHC Biel
1
1 - 0 - 0
ZSC Lions
5
1 - 2 - 2
30.01.2026
National League
Zuschauer: 6382
1:1‧0:2‧0:2
Spielbericht

Nach frühem Führungstreffer durch Petr Cajka (1.) verloren die Seeländer gegen den amtierenden Meister zunehmend den Faden. Zwei Powerplay-Tore im zweiten Drittel durch Derek Grant (23.) und Dean Kukan (31.) stellten die Weichen zugunsten der ZSC Lions. In der Schlussphase sorgten Nicolas Baechler (58./EN) und Chris Baltisberger (60./PP) für den deutlichen 5:1-Endstand.

Zweites Drittel

In der Tat wurde das Eis schon nach 51 Sekunden regelrecht gebrochen. Dabei bediente der fuchsschlaue Mark Sever von hinter dem Zürcher Kasten den anstürmenden Petr Cajka (1.), der sich nicht zweimal bitten liess und den Puck aus der Kurzdistanz in die Netzmaschen von ZSC-Lions-Keeper Hrubec zur Seeländer 1:0-Führung spedierte. Danach bekamen die Fans ein unterhaltsames erstes Drittel zu sehen, das man als ausgeglichen bezeichnen konnte. Schliesslich war es ein heiteres Auf und Ab mit indes nicht extrem zwingenden Torchancen. Es erstaunte somit keinesfalls, dass die Stadtzürcher von Trainer Marco Bayer 31 Sekunden vor der ersten Teepause das 1:1-Remis erzielten. Dabei löste Jesper Fröden technisch gekonnt einen Abschluss aus, der zum Abpraller von Biel-Schlussmann Harri Säteri führte, und so kollerte das kleine schwarze Ding in Richtung Justin Sigrists (20.) Stock, der kurz entschlossen und flach zum 1:1-Zwischenstand ins Schwarze traf.

Zweites Drittel

Der zweite Akt stand ganz im Zeichen der Special Teams. Dabei sammelten die Bieler sechs Strafminuten und die ZSC-Lions-Cracks deren zwei. In Sachen Effizienz verpassten die Gäste den Seeländern in Tat und Wahrheit eine eistechnische Lektion: Zuerst wanderte Biels Rodwin Dionicio wegen Spielverzögerung in die Kühlbox. Währenddessen drückte Mikko Lehtonen von der blauen Linie ab, und der schlitzohrige Grant (23.) lenkte das Geschoss gekonnt an Säteri vorbei zur 2:1-Führung zugunsten der Löwen ab. Nach genau 29:14 Minuten Spielzeit leistete sich der Seeländer Yanick Sablatnig in der Offensivzone ein völlig überflüssiges Foulspiel. Erneut wurden die Einheimischen dafür bestraft. Diesmal war es Dean Kukan (31.), der zu einem herzhaften «Blueliner» abzog und ins linke Lattenkreuz des Bieler Kastens traf. Dabei servierte ihm Teamkumpan Rudolfs Balcers die Scheibe eisfertig zum Knaller, der die Zürcher 3:1-Führung nach 40 Minuten bedeutete. Die Bieler agierten zwar wacker und hatten mit Jungspund Jonah Neuenschwander immerhin den Anschlusstreffer auf dem Stock, doch dagegen wehrte sich ZSC-Lions-Hüterbollwerk Hrubec gleich zweimal hintereinander mit der bekannten Klasse.

Drittes Drittel

Im letzten Drittel zeigten die Limmatstädter, dass sie sich immer mehr ihrem vollen Potenzial annähern und dass nach der Olympiapause und vor allem in den Playoffs mit ihnen zu rechnen ist. Die Mission Titelverteidigung dürfte für die Bayer-Jungs ganz bestimmt rechtzeitig zum Thema werden. Gerade im Match in der Tissot Arena legten sie offen, wie man einen Vorsprung auf Gästeeis sorgfältig, clever und abgebrüht verwaltet und dann sogar noch eine kleine Schippe mit zwei weiteren Mouchen zum hochverdienten 5:1-Erfolg zulegt. Die Seeländer waren an diesem Abend nicht in der Lage, die Zürcher aus den Reserven zu locken. Dass die Treffer vier und fünf erst in der Schlussphase fielen, hing damit zusammen, dass die Bieler zunächst Goalie Säteri durch einen sechsten Feldspieler ersetzten und so Nicolas Baechler (58.) einen «Empty Netter» zum 4:1 ermöglichten. Danach versenkte Chris Baltisberger (60.) in den Schlusssekunden die Scheibe zum dritten Powerplay-Treffer seiner Farben und dem gleichzeitigen deftigen Endergebnis von 5:1 zugunsten der beeindruckenden Zürcher Eislöwen.

Ausblick

Der EHC Biel kann und muss sich am kommenden Sonntagnachmittag, ab 14.00 Uhr, beim EHC Kloten rehabilitieren. Dort sind drei Punkte gefragt, damit man im Play-in-Rennen keinen weiteren Rückschlag einkassiert. Die ZSC Lions hingegen messen sich bereits am Samstagabend mit dem EV Zug, der am Freitag vom Lausanne HC mit einer 1:4-Heimpleite zur Nachtruhe geschickt wurde.

Resultat:

1:5

P. Cajka
D. Grant, J. Sigrist, N. Baechler, D. Kukan, C. Baltisberger