EHC Biel entscheidet Jura-Derby verdient zu seinen Gunsten und tankt weiter Play-in- Moral

Von Robert Szendröi
EHC Biel
6
2 - 1 - 3
HC Ajoie
3
0 - 1 - 2
27.01.2026
National League
Zuschauer: 6131
2:0‧1:1‧3:2
Spielbericht

Tapferer HC Ajoie unterliegt in der Bieler Tissot Arena mit 3:6. Zweimal gelang den Jurassieren der Anschlusstreffer und zweimal reagierten die Platzherren mental gestärkt und stellten den vorherigen Zwei-Toreabstand wieder her. Seit Neo-Trainer Christian Dubé das Zepter der Seeländer in der Hand hält, leuchtet der Bieler Hockeyhorizont wieder hell auf. Allerdings boten die Ajoulots zeitweise mehr Widerstand, als es das Schlussresultat vermuten lässt.

Vor gut einer Woche, genauer am 19. Januar 2026, wurde EHC-Biel-Trainer Martin Filander mangels zählbarer Resultate und fehlender mannschaftsdienlicher Fortschritte fristlos entlassen. Der erste Auftritt unter der Führung des neuen und charismatischen Cheftrainers Christian Dubé erfolgte am letzten Freitag beim Lausanne HC. Und in der Tat zeigten die Bieler eine deutlich entspanntere Leistung als noch im engen Hockeykorsett Filanders. Zwar ging das Spiel mit 1:2 nach Verlängerung verloren. Dafür landeten die Dubé-Jungs tags darauf vor eigener Kulisse gegen die SC Rapperswil-Jona Lakers einen 6:5-Erfolg in extremis. Damit konnten die Seeländer wertvolles Selbstvertrauen und herzerfrischende Spielfreude zurückgewinnen.

Somit war gegen den HC Ajoie die Eisrichtung klar: Ein weiterer Dreier musste her.

Allerdings holten die Jurassier aus den letzten fünf Partien vier Siege. So bezwangen sie zweimal die SCL Tigers, den EV Zug und zuletzt daheim den EHC Kloten. Einzig gegen den überzeugenden Leader HC Davos mussten sich die Ajoulots zu Hause beugen.

Offensichtlich, dass die Einheimischen mit keinem Spaziergang rechnen konnten. Schliesslich können die Ajoie-Cracks quasi jeden Widersacher der National League bitterbös ärgern und… schlagen!

Erstes Drittel

Trotz der 2:0-Führung der Seeländer nach 20 Minuten konnte keinesfalls von einem Spaziergang der Platzherren gesprochen werden. Zwar suchten die Bieler von allem Anfang an druckvoll den Weg aufs gegnerische Gehäuse. Man merkte, dass der neue Bandenchef mit seinen kurzfristigen Ideen bei der Mannschaft bereits bemerkenswert angekommen ist. Nicht, dass die Tissot-Arena-Truppe blindlings die Offensive suchte, sondern vielmehr läuferisch, kämpferisch und diszipliniert ihre Eisarbeit verrichtete. Sogar ein recht flott vorgetragenes Powerplay der Gäste liess die Bieler Abwehr nicht aus dem Abwehrkonzept bringen.

Den verdienten Lohn für den Zwei-Tore-Vorsprung holten sich die Seeländer dank der Mouchen von Yanick Stampfli (11.), der ein feines Zuspiel von Mark Sever mit einem platzierten Handgelenkschuss aus dem rechten Bullykreis glänzend zum 1:0-Vorsprung abschloss. Knapp vier Zeigerumdrehungen danach war es Sever (15.) selbst, der Toni Rajalas Aufleger gekonnt über die Beinschoner von HC-Ajoie-Goalie Damiano Ciaccio hinweg in die höheren Netzmaschen zum 2:0 zugunsten des EHCB hob.

Zweites Drittel

Im zweiten Abschnitt agierten die Einheimischen nicht mit dem gleichen Schwung, den sie im ersten Akt aufs Eisparkett legten. Nachvollziehbar, dass damit die Ajoulots besser ins Spiel kamen und gefällige Aktionen zeigten. Als Biels Rodwin Dionicio für ein mehr als fragwürdiges Halten in die Kühlbox geschickt wurde, zogen die Gäste ein effizientes Überzahlspiel auf, das in der 24. Minute mit dem Anschlusstreffer zum 1:2 aus bergjurassischer Sicht belohnt wurde. Routinier Jonathan Hazen (24.) traf mit seinem direkten Scharfgeschoss herrlich ins rechte Lattenkreuz und liess Biel-Keeper Harri Säteri nicht den Hauch einer Abwehrchance.

Dieser Treffer gab dem HCA zwar zusätzlichen Mumm, doch die Seeländer fingen sich rechtzeitig, um zu reagieren. So bereiteten Dionicio und Marcus Sylvegaard die Bieler Resultaterhöhung durch Fabio Hofer (32.) mustergültig und höchst präzis vor. Letztlich lenkte Hofer das kleine schwarze Spielzeug im Torraum gekonnt ins Ajoie-Gehäuse ab, womit der Zwei-Tore-Abstand nach 40 Minuten wieder hergestellt war.

Drittes Drittel

Im dritten Akt kamen die Hockeyfans voll auf ihre Torkosten. So trafen die Ajoulots zweimal, während die Seeländer sogar drei Treffer erzielten. Als Ajoies Christophe Cavalleri (45.) den zweiten Anschlusstreffer der Gäste markierte, bahnte sich eine spannende Schlussphase an. Allerdings zeigten sich die Platzherren mental ein weiteres Mal auf der Höhe, und so war es Biels Jungspund Jonah Neuenschwander (47.), der die Resultattafel auf 4:2 stellte, nachdem er Ajoie-Hüter Ciaccio flach zwischen den Beinschonern erwischte.

Der gleiche Neuenschwander bereitete – wie ein Routinier – das 5:2 von Johnny Kneubühler (53.) vor, der am rechten Bullykreis knallhart abzog. Danach war Toni Rajala (54.) an der Reihe, der sich wie in seinen besten Tagen durchs gegnerische Drittel schlängelte und mit einem genialen Handgelenkschuss auf 6:2 zugunsten der Dubé-Boys erhöhte. Für das 6:3-Endergebnis liess sich HCA-Stürmer Julius Nättinen (54.) in die Torschützenliste eintragen. Sein Treffer wurde von Biel-Abwehrmann Miro Zryd unhaltbar für Schlussmann Harri Säteri ins Gehäuse abgelenkt.

Ausblick

Die Bieler bekommen es am Freitag daheim mit Schweizer Meister ZSC Lions zu tun, während der HC Ajoie die SC Rapperswil-Jona Lakers empfängt. Beides Partien, welche weitere spannende und offene Hockeyabende in Aussicht stellen.

Resultat:

6:3

F. Hofer, J. Kneubühler, T. Rajala, M. Sever, Y. Stampfli, J. Neuenschwander
C. Cavalleri, J. Nättinen, J. Hazen