Nach 40 Minuten setzt Gottéron zum Schaulaufen gegen die Bieler an
HC Fribourg-Gottéron
EHC Biel
Spielbericht
Die 6:1-Klatsche zugunsten der Saanestädter gegen die Seeländer fällt am Ende zu brutal aus. Eigentlich zeigten die Bieler bis 18 Sekunden im dritten Abschnitt eine beachtliche Leistung und durften sogar auf Punkte aus der BCF Arena hoffen. Schliesslich leitete der gebürtige Langenthaler und Ex-Bieler Yannick Rathgeb (41.) mit seinem Treffer zum 3:1 für die Fribourger den Niedergang der Mannen aus der Tissot Arena ein.
Genau eine Woche ist es her, als der HC Fribourg-Gottéron dem Lausanne HC in der Vaudoise Arena eine bittere 0:4-Pleite beifügte. Danach konnten sich die Saanestädter während sieben vollen Tagen akribisch auf den nächsten Heimwidersacher, genauer gesagt den EHC Biel, vorbereiten und einstellen. Kein Zweifel, dass dies HCFG-Cheftrainer Roger Rönnberg auf der theoretischen Seite ganz bestimmt gelungen ist. Die einzige Frage, die man sich vor Matchbeginn stellen konnte, war, wie rasch die Freiburger ins gewohnte Matchtempo finden würden.
Seitens der Bieler konnte am letzten Donnerstag im direkten Play-in-Duell gegen den HC Ambrì-Piotta ein hartnäckig erkämpfter 3:2-Erfolg nach Verlängerung gefeiert werden. Trotzdem kommt bei den Seeländern keine Kontinuität rein. Ausserdem sieht es auswärts meist düster aus für die Truppe von Biel-Coach Martin Filander. Oft wird der Start verschlafen, und anschliessend gilt es, einem Rückstand nachzulaufen. Eine Tendenz, die man in der BCF Arena allzu gerne abwenden möchte. Allerdings wurde man beim letzten Auftritt im Freiburgerland mit einem 0:4-Päckli ins Seeland zurückgeschickt.
Somit eisklar: Die Favoritenrolle hängt zu 100 % an den Stöcken der HCFG-Cracks oder …
Erstes Drittel
Allerdings zeigte die Matchuhr auf Bieler Seite ohne das nötige Quäntchen Glück und natürlich ohne die erforderliche Abschlussstärke weiterhin die Null nach 20 Minuten an. Diesmal kamen die Gäste wach und fast besser aus der Kabine als die Einheimischen. Diese brachte den Bielern zwei Pfostenknaller von Linus Hultström und Jonah Neuenschwander ein.
Anders präsentierten sich die Platzherren, wenn es indes um Effizienz und das Ausnutzen gegnerischer Fehler ging. So setzte sich Gottérons Andrea Glauser im eigenen Drittel im Zweikampf gegen den anstürmenden Bieler Lias Andersson durch. Danach lancierte er Routinier Julien Sprunger, der am rechten Flügel entschlossen loszog und die Scheibe dem im Slot anstürmenden Nathan Marchon (9.) servierte. Dieser verwertete das präzise Zuspiel seines Captains souverän an Biel-Hüter Harri Säteri vorbei zur 1:0-Führung der Saanestädter.
Die Resultaterhöhung der Rönnberg-Schützlinge bewerkstelligte Jungspund Jan Dorthe, der in der neutralen Zone Biel-Captain Gaëtan Haas stehen liess und mit einem herrlichen Handgelenkschuss in den Seeländer Netzhimmel auf 2:0 zugunsten Gottérons erhöhte.
Zweites Drittel
Der insgesamt überraschend flotte Auftritt der Mannen aus der Tissot Arena fand im Mittelakt sogar seine Belohnung. Der oft übermütige EHCB-Verteidiger Rodwin Dionicio (22.) zirkelte sich vor der rechten gegnerischen blauen Linie im gekonnten Dribbling durch das Freiburger Abwehrdispositiv und lupfte das kleine schwarze Spielzeug über die Schulter von HCFG-Goalie Reto Berra hinweg ins weite Toreck zum Seeländer 1:2-Anschlusstreffer.
Fortan drückten die Bieler sogar auf den Ausgleich. Dieser wurde ihnen indes verwehrt. Gegen Ende des zweiten Abschnitts kamen Gottérons Vorwärtsaktionen wieder besser in Schwung. Trotzdem gelang es ihnen nicht, die dritte Mouche zu realisieren. Somit konnten sich die Hockeyfans auf ein hochspannendes drittes Drittel freuen.
Drittes Drittel
Nur noch gerade 18 Sekunden war in der BCF Arena Hochspannung angesagt: Nämlich genau in diesem «Eisblick» erwischte Fribourgs Yannick Rathgeb, Biel-Keeper Säteri mit seinem Blueliner-Flachgeschoss zum vorentscheidenden 3:1-Treffer.
Danach fiel das Bieler Iglu komplett auseinander, und die Einheimischen setzten zum regelrechten Schaulaufen an. Sie liessen drei weitere Mouchen folgen, welche zum deftigen 6:1-Endresultat zugunsten der Platzherren führten. Der Reihe nach reihten sich Kevin Nicolet (49., 4:1), Julien Sprunger (49., 5:1, PP) sowie Attilio Biasca (55., 6:1) in die Torschützenliste ein.
Ausblick
Das gesamte Umfeld des HC Fribourg-Gottéron kann sich nun eine weitere Woche auf den Heimkracher gegen den imponierenden HC Lugano freuen. Dabei könnten die Bianconeri durchaus auf den zweiten Tabellenplatz vorstossen, sollten sie zunächst am Sonntag, 18. Januar 2026, vor eigener Kulisse die SCL Tigers aus Langnau bezwingen und danach in der BCF Arena einen weiteren Erfolg landen.
Seitens der Bieler wird der knüppelharte Kampf um ein Play-in-Billett am nächsten Freitag nicht einfacher, denn das Spiel beim Lausanne HC dürfte eine weitere, äusserst hohe Hürde für die auswärtsarmen Seeländer darstellen.
