Ein cleverer und geduldiger SC Bern gewinnt verdient und überholt die Bieler gleichzeitig in der Tabelle.

Von Robert Szendröi
EHC Biel
1
0 - 0 - 1
SC Bern
2
1 - 1 - 0
10.01.2026
National League
Zuschauer: 6556
0:1‧0:1‧1:0
Spielbericht

Die Vorausrechnung des EHC Biel, aus den beiden Derbys gegen den HC Ajoie und den SC Bern das ersehnte Punktemaximum zu holen, ging nicht auf. Im Jura kam es noch zum vollen Erfolg, während gegen die Bundesstädter eine 1:2-Niederlage resultierte. Der SC Bern machte den Seeländern das Leben schwer, denn die Tissot-Arena-Truppe fand kein Gegenmittel, um dem eingehandelten 0:2-Rückstand eine Kehrtwende zu geben. Miro Aaltonen (5.) sowie Mats Alge (36.) erzielten die eminent wichtigen SCB-Tore. Biel reagierte mit Rodwin Dionicios Anschlusstreffer (58.) zum 1:2 viel zu spät und hatte zudem auch mit etwas Pech zu kämpfen, da Lias Andersson (52.) sowie Fabio Hofer (55.) nur die Metallumrandung trafen.

Am Freitag nach langer Schlacht bis ins Penaltyschiessen musste sich der SC Bern nach torlosem Remis gegen den HC Ambrì-Piotta im Schlussbouquet beugen. Offensichtlich nahmen die Mutzen die Reise in die Tissot Arena mit Bärenhunger unter die Buspneus. Schliesslich liegen die Cracks von SCB-Coach Heinz Ehlers nun wieder mit einem Zähler hinter dem Play-in-Strich und dem samstäglichen Widersacher, dem EHC Biel.

Seitens der Seeländer konnte man zum Wochenendauftakt beim HC Ajoie einen mühsamen, aber extrem wichtigen Dreier nach Hause bringen. Der 2:1-Erfolg war in der Tat deutlich mehr Krampf, als man sich gewünscht hätte. Nichtsdestotrotz müssen die Jungs von Trainer Martin Filander den Fokus gegen den stets unbequemen SCB auf den Vollerfolg ausrichten. Sollten die Bieler gegen den Kantonsrivalen eine Niederlage nach Verlängerung oder im Penaltyschiessen hinnehmen müssen, würden sie von den Hauptstädtern bereits wieder überholt und gleichzeitig aus den Play-in-Plätzen verdrängt.

Beidseitig steht somit viel auf dem Spiel, und die Hockeyfans können sich erneut auf einiges gefasst machen sowie sich auf ein Berner Derby mit gehörigen Prisen Salz und Pfeffer freuen.

Erstes Drittel

Nicht unerwartet kamen die Gäste besser aus der Kabine als die Einheimischen. Kaum war der erste Puckeinwurf gespielt, agierten die Berner aggressiver und mit konsequenterem Forechecking. Die Bieler hatten in der Anfangsphase wieder einmal ihre liebe Mühe, in die Gänge zu kommen. So erstaunte es kaum, dass die eisrinkmässige Überlegenheit der Mutzen schon bald belohnt wurde.

Schliesslich war die Reihe an Miro Aaltonen (5.), der Biel-Goalie Harri Säteri aus der Kurzdistanz düpierte und ihn dabei nicht gut aussehen liess. Damit war der 1:0-Vorsprung des SCB nach 20 Minuten perfekt.

Erst nach Mitte des Startdrittels fanden die Seeländer allmählich besser in die Partie und hatten sogar den möglichen Ausgleichtreffer durch Niko Huuhtanen sowie später durch Marcus Silvegaard und Lias Andersson auf den Stöcken. Allerdings behielt der bislang fehlerfreie SCB-Schlussmann Sandro Zurkirchen mit seinen sicheren Abwehrinterventionen den souveränen Überblick.

Zweites Drittel

In der Tat ist es völlig unverständlich, dass sich die Bieler oftmals zu Beginn eines Drittels schwertun. Dies war auch im zweiten Abschnitt der Fall. Dieses ohnmächtige Verhalten wurde beinahe bereits in der 21. Minute bestraft, als Waltteri Merelä zur ersten brandgefährlichen Tormöglichkeit kam. Haarscharf wurde der EHCB vorerst vor dem 2:0-Treffer der Stadtberner bewahrt.

Zwar zogen die Einheimischen rascher sehenswerte Aktionen auf, ohne dabei wirkliche Torgefahr zu schüren. Im Gegenteil fiel Biels Verteidiger Rodwin Dionicio durch zu viele übertriebene Dribbelaktionen auf, die immer wieder zu grobfahrlässigen Puckverlusten führten.

Profitieren konnten die Mutzen indes erst in der 36. Minute, als Biels PostFinance-Topscorer Fabio Hofer die Scheibe an der gegnerischen blauen Linie nicht unter Kontrolle brachte. So zogen die beiden Berner Merelä und Mats Alge (36.) mutterseelenallein auf Biel-Keeper Säteri los, und letztlich war es Alge, der nach einem filigranen Doppelpass mit seinem Angriffskumpanen zum 2:0 neben Säteris Schulter hinweg kaltblütig einschoss.

Die Bieler Reaktion fiel bis zur zweiten Teepause zu bescheiden aus. Und hätte Joël Vermin nach einer weiteren Angriffsaktion nicht nur den Aussenpfosten getroffen, wäre wohl mindestens die Vorentscheidung zugunsten der Truppe aus der PostFinance Arena gefallen. Im letzten Abschnitt ist eine kraftvolle und abgeklärte Reaktion der Bieler ein Muss, um dem Resultat noch eine Kehrtwende zu verleihen.

Drittes Drittel

Immerhin kehrten die Einheimischen nach dem zweiten Pausentee besser ins dritte Drittel zurück. Trotzdem konnten sie dem Geschehen nicht die gewünschte Resultatwende verleihen. Der clevere und geduldige Matchplan von Bern-Trainer Heinz Ehlers ging letztlich auf und führte zu einem verdienten 2:1-Erfolg.

Die Bieler konnten zwar durch Dionicio in der 58. Minute dank seines gekonnten Handgelenkschusses in die oberen Berner Netzmaschen verkürzen, doch zu mehr reichte es nicht. Pech hatten die Filander-Jungs zusätzlich, als Mark Severs vermeintliches Anschlusstor zu Recht wegen Abseits annulliert wurde. Ausserdem trafen Lias Andersson (52.) und Fabio Hofer (55.) nur die Torumrandung.

Fazit und Vorausblick

Für den EHC Biel wächst die Play-in-Qualifikation zu einer Herkulesaufgabe. Dafür stehen die Chancen für den SC Bern grösser denn je. Zudem hat sich der Berner Cheftrainer Ehlers bereits vor Wochen in den Medien dahingehend geäussert, dass sich seine Farben auch noch für die Playoffs qualifizieren können, wenn auch zuerst über die Play-in-Serien.

Weiter geht es für die Berner vorerst erst am nächsten Freitag daheim gegen den HC Lugano, während die Seeländer am nächsten Donnerstag den HC Ambrì-Piotta zum Gastspiel bitten.

Resultat:

1:2

R. Dionicio
M. Alge, M. Aaltonen