Schweizer U20-Nati gewinnt gegen die Slowakei und beendet Vorrunde auf Platz 3

Von Rolf Schwarz
Schweiz
3
2 - 1 - 0
Slowakei
2
0 - 0 - 2
31.12.2025
long.u20
2:0‧1:0‧0:2
Spielbericht

Die Schweiz zeigt gegen die Slowakei eine solide Leistung und sichert sich in der ersten Hälfte des Spiels mit dem 3:2 Sieg den 3. Platz in der Vorrunde der Gruppe A.

Von den vier letzten Gruppenspielen der beiden Gruppen ist das Schweiz-Spiel das Erste. Es ist daher noch nicht klar, wer der nächste Gegner werden wird gegen die Schweiz im Viertelfinale. In der anderen Gruppe sind die ersten drei Teams vor dem letzten Spiel so nahe beisammen und können die Tabelle noch einmal durchwirbeln, dass auch nach dem Schweiz-Spiel noch nicht klar sein wird, der unser nächster Gegner wird. Sicher ist einzig, dass die Schweiz fürs Viertelfinale den Standort wird wechseln müssen.

Heute neu im Line-up figuriert erstmals Kevin Haas vom HC Thurgau, welcher anstelle von Henry als 13. Stürmer auflaufen wird. Somit hat Coach Jan Cadieux alle Schweizer Spieler, welche noch vor Ort sind, auch eingesetzt.

Leichte Feldüberlegenheit der Schweiz in der Startminuten. Aber kaum nennenswerte Aktionen, beidseitiges Abtasten. Das Zusammenspiel im Schweizer Team ist flüssiger, die Spieler sind stocksicherer als ihre Kontrahenten auf slowakischer Seite. Dementsprechend ist die Scheibe auch zu einem grossen Teil im slowakischen Drittel, die Schweiz hat mehr Abschlüsse aufs slowakische Tor, wobei bislang Steiner, Neuenschwander und Reber die grössten Chancen hatten. Die Schlüsselszene dieses Drittels erfolgt 3:07 vor Ende des ersten Abschnitts: Tomiks hoher Stock ins Gesicht von Lars Steiner wird mit einer 2 + 2 Minuten Strafe geahndet, weil Blut zu sehen war. Aus dieser Strafe holen die Schweizer die maximale Ausbeute. Den ersten Treffer erzielt Wey, den zweiten nur 22 Sekunden später Aeschlimann. Bei beiden Treffern wird der Puck tief aufs Tor gespielt und der Torschütze hält seine Schaufel hin und lenkt die Scheibe hoch ins Tor ab.

Das zweite Drittel gestaltet sich harziger aus Sicht der Schweizer. Die Slowakei muss jetzt mehr machen fürs Spiel und läuft nun auch mehr, kämpft mehr um jede Scheibe als noch im ersten Drittel. Wie schon zuvor gelingt der Schweiz ein Tor relativ kurz vor Drittelsende. In der 37. Minute können sich die Schweizer im Drittel der Slowakei festsetzen und Druck aufbauen auf Pradel. Körbler versucht eine frei vor dem Tor liegende Scheibe aus der Drehung backhand ins Tor zu befördern, Pradel wehrt jedoch ab. Haas steht aber goldrichtig und kann den Rebound verwerten zum 3:0 Pausenstand.

Paul Mottard kommt in der 45. Minute unverhofft nach einem Abpraller frei zum Schuss aufs Tor, entscheidet sich für den Versuch bei Pradel zwischen den Beinen hindurch, scheitert aber damit und verpasst das 4:0 knapp. Den ersten Treffer für die Slowakei erzielt Nemec, indem er ebenso wie die Schweizer im ersten Drittel, die Schaufel nur noch hinhält und damit dem Puck eine entscheidende Richtungsänderung in den Torhimmel gibt. Ohne Torhüter und mit einem 6. Feldspieler können die Slowaken 10 Sekunden vor Ende noch den Anschlusstreffer erzielen, nachdem zuvor lange keine Abschlüsse auf Tor kamen in dieser Überzahl und die Schweizer sich mehrmals in die Schüsse warfen, um zu blocken. Zu mehr als einem Tor reicht’s aber nicht mehr und die Schweiz gewinnt verdient mit 3:2.

Der Torschütze zum wichtigen dritten Schweizer Treffer, Kevin Haas, ist glücklich und dankbar, dass er die Chance erhalten hat, heute zu spielen. Er lobt auch seinen Teamkameraden Kimi Körbler, welcher «sowieso schon ein sehr gutes Turnier spiele», für den guten Pass, «ich mega cool!».

Captain Leon Muggli ist stolz auf sein Team und den 3. Platz, welcher das Team hinsichtlich der Viertelfinals in eine gute Position bringt. «Es ist nicht unser bestes Spiel gewesen, aber wir konnten den Sieg doch irgendwie nach Hause bringen.» Er hat keine Präferenzen punkto Viertelfinalgegner und sagt richtigerweise: «Es gibt Ups und Downs bei jedem Team.» Die andere Gruppe sei gut mit den Tschechen, Kanadiern, Finnen, aber auch die Letten seien gut.

Alternate Captain Loris Wey, Schütze des ersten Treffers in Überzahl, auf die Frage nach der Wichtigkeit dieser 4 Minuten Überzahl in der Startphase: «Heute war es extrem wichtig. Ich glaube, in den letzten Spielen war es immer noch ein wenig ein Gemurkse, es war heute extrem wichtig, dass wir die beiden Tore früh schiessen konnten.

Coach Cadieux ist erneut zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft. «Wir haben das Spiel heute so begonnen, wie wir das Spiel gestern zu Ende gebracht haben, im gleichen Rhythmus. Und ich muss sagen, die ersten 30 Minuten waren ziemlich gut. Nachher hatten wir vielleicht ein bisschen mehr Mühe. Die Slowaken haben auch besser im letzten Drittel gespielt. Sagen wir, über alles gesehen, war es ein sehr gutes Spiel.» Was Cadieux besonders hervorhebt und sehr gerne gesehen hatte, war das «Compete Level»: «Von der ersten Minute an waren wir bereit und nicht zufrieden mit der Qualifikation.» Er ist sich bewusst, dass es jetzt noch schwieriger werden wird. Er will sich aber mit seinem Team genau gleich vorbereiten, wie bisher: Tag für Tag, Spiel für Spiel. «Wir müssen uns auf uns konzentrieren. Was wir bisher gut gemacht haben, müssen wir noch besser machen. «Die Spieler sollen die nächsten paar Stunden geniessen und auch wieder Kraft tanken, damit wir mental genug Kraft fürs Turnier haben. Wir wollen einen weiteren Schritt nach vorne machen.»

Schweiz – Slowakei 3:2 (2:0, 1:0, 0:2)

Grand Casino Arena, Saint Paul, Minnesota - Schiedsrichter: Magnusson/Verbeek, Pye/Stromberg.

Tore: 18:05 Wey (Reber, Johnson; Ausschluss Tomik) 1:0; 18:27 Aeschlimann (Ustinkov, Muggli; Ausschluss Tomik) 2:0; 36:43 Haas (Körbler) 3:0; 47:41 Nemec (Chrenko, Radivojevic) 3:1; 59:50 Radivojevic (Nemec, Chrenko; Empty net) 3:2.

Strafen: 2 x 2 Minuten gegen die Schweiz, 4 x 2 Minuten gegen die Slowakei.

Schussverhältnis: 18:22 (8:3, 6:7, 4:12)

Schweiz: Neuenschwander E. (Kirsch); Muggli (C), Ustinkov; Johnson, Sansonnens; Blessing, Meier (A); Lehmann; Wey (A), Neuenschwander J., Reber; Antenen, Grossniklaus, Steiner; Mottard, Körbler, Aeschlimann; Waidacher, Borradori, Cattin; Haas.

Slowakei: Pradel (Lendak); Radivojevic, Fabus; Kalman, Capos; Belusko, Goljer, Lisy; Straka, Svrcek, Pobezal; Pitka (C), Tomik, Chovan; Chrenko, Nemec, Murin; Tomka, Dubravik, Liscinsky; Gaso.

Bemerkungen: Schweiz ohne Geisser, Henry und Lachat; Slowakei ohne Kovalcik und Misiak; 29. Minute Pfostenschuss Slowakei (Tomik); Slowakei ab 56:19 ohne Torhüter; Best Player Schweiz: Wey; Best Player Slowakei: Nemec.

Resultat:

3:2