Ein nutzloser Prestige-Sieg für den HCD

Von Pascal Zingg
Team Canada
1
0 - 1 - 0
HC Davos
4
1 - 0 - 3
28.12.2025
long.s
0:1‧1:0‧0:3
Spielbericht

Der HC Davos gewinnt das ewige Duell gegen das Team Canada mit 1:4. Da der Sieg jedoch um ein Tor zu niedrig ausfiel, konnten die Bündner den Gang ins Viertelfinale jedoch nicht verhindern.

Beim HC Davos gibt es heute Abend viele positive Punkte zu vermelden. So zeigten die Bündner eine klare Reaktion auf die gestrige Niederlage gegen die U.S. Collegiate Selection.

«Wir haben strukturierter verteidigt und weniger Turnover zugelassen», analysierte Luca Hollenstein. Für den Torhüter war dies der klare Schlüssel, weshalb die Kanadier heute Abend lange Zeit nicht zu guten Chancen kamen. Eine Ausnahme waren einzig die letzten zehn Minuten, als die Ahornblätter immer wieder zu Kontern ansetzen konnten. «Da wir für die direkte Finalteilnahme weitere Tore brauchten, mussten wir etwas riskieren. Die Folge waren diese Konter», erklärte Hollenstein, der all diese Breakaways souverän zunicht machte.

Während die Bündner in der Defensive viel strukturierter und abgeklärter agierten, zeigten sie in der Offensive die Aggressivität, die es braucht um gegen Kanada zum Torerfolg zu kommen. Als Symbolfigur der HCD-Reaktion setzte sich Filip Zadina in Szene. Der Tscheche, der gestern noch am Anfang des Untergangs stand, konnte heute mit beherztem Einsatz einen Bandenabpraller zum 1:0 verwerten. Auffällig war dabei mit welcher Härte sich der Stürmer im Slot gegen die kanadischen Verteidiger durchsetzte. Ähnliches galt auch für Stransky und Asplund, die in der 46. Minute auf engstem Raum kombinierten und den HCD damit abermals in Führung brachten. Schliesslich war es aber auch das gewitzte Nachsetzen von Yannick Frehner, der beim 3:1 am schnellsten reagierte und die Scheibe nach einem Pfostenschuss von Knak über die Linie stocherte.

Was dem perfekten Davoser Abend fehlte war das grosse Happy End. Nach dem Empty Netter von Matej Stransky fehlte den Bündnern nur noch ein Tor für die direkte Halbfinalqualifikation. Es passierte etwas, das zwar klug und logisch war, in dieser Form aber nur sehr selten vorkommt. Während Kanada James Reimer wieder ins Tor stellte, nahm der HCD nun den Torhüter raus. Obwohl die Bündner in den letzten 30 Sekunden nochmals zwei Grosschancen hatten, blieb ihnen das fünfte Tor und damit die direkte Halbfinalqualifikation verwehrt.

Trotz des grandiosen 4:1-Sieges steht der HCD nun vor der sehr schwierigen Aufgabe, dass er fünf Spiele in fünf Tagen bestreiten muss, wenn er dieses Turnier noch gewinnen will. Sollte es ihm tatsächlich gelingen sich fürs Finale von Silvester Mittag zu qualifizieren, darf man gespannt sein, wie viel Energie die Mannschaft von Josh Holden in einem solchen Endspiel haben wird.

Telegramm:

Team Canada – HC Davos 1:4 (0:1, 1:0, 0:3)

Zandocrypto-Arena, Davos: 6267 Zuschauer (ausverkauft). – Schiedsrichter: Kaukokari, Kova; Schlegel, Dapuzzo. – Tore: 19:57 Zadina (Ryfors, Lemieux) 1:0; 21:18 Brouillard (Hicketts) 1:1; 45:03 Asplund (Stransky) 1:2; 50:09 Frehner (Knak, Nussbaumer) 1:3; 59:26 Stransky (Corvi; ins leere Tor) 1:4. – Strafen: 5 x 2 Minuten gegen Canada; 2 x 2 Minuten gegen Davos.

Team Canada: Reimer (Hughes); Nolan, Addison; Brouillard, Hicketts; Bourque, Livingstone; Chicoine; Caggiula, Sgarbossa, Richard; Seney, Peca, Clarke; Shaw, Grant, Foudy; Andreoff, Grant, Fritz; Morley.

Davos: Hollenstein (Aeschlimann); Gross, Fora; Dahlbeck, Frick; Jung, Andersson; Barandun; Kessler, Asplund, Stransky; Tambelini, Corvi, Frehner; Lemieux, Ryfos, Zadina; Knak, Nussbaumer, Huuhtanen; Komarav.

Bemerkungen: Team Canada ab 58:37 bis 59:26 ohne Torhüter; 58:37 Timeout Team Canada; Davos ab 59:26 ohne Torhüter; 59:33 Timeout Davos.

Resultat:

1:4