Knappe Niederlage der Schweizer gegen Gastgeber USA

Von Rolf Schwarz
USA
2
0 - 2 - 0
Schweiz
1
0 - 1 - 0
28.12.2025
long.u20
0:0‧2:1‧0:0
Spielbericht

Mit einer beherzten und kämpferisch wie auch spielerisch starken Leistung sind die Schweizer den USA nur ganz knapp mit 2:1 unterlegen.

In den Startminuten führen die Amerikaner die etwas feinere Klinge. Die Schweiz versteckt sich aber überhaupt nicht und spielt mutig mit. Nach gut 5 Minuten kommt Waidacher zum Abschluss nach einem schönen Zusammenspiel über rechts mit Cattin. In der 9. Minute tanzt Jamiro Reber allein durch die US-Verteidigung und versucht, nach links zu Neuenschwander zu passen. Da hat nur ganz wenig gefehlt zum Erfolg. Die Schweiz ist unterdessen klar besser ins Spiel gekommen und hat nach 10 Minuten gar mehr Abschlüsse aufs gegnerische Tor. Weil die Schweizer Verteidigung recht gut organisiert ist, fällt es den US-Boys plötzlich nicht mehr so leicht, ohne Fehlzuspiele sich im Schweizer Drittel zu bewegen. Bei der ersten Strafe gegen die Schweiz muss Kirsch zwei Schüsse parieren, meistert diese Aufgabe aber mit Bravour. Zu Beginn der 18. Minute wandert Hensler auf die Strafbank. Das anschliessende Powerplay der Schweizer wird aber seinem Namen nicht gerecht. Zweimal entwischen die Amerikaner in Unterzahl. Beide Breakaways kann Kirsch aber mit Big Saves klären. Das Schweizer Powerplay ist definitiv noch zu wenig gut. Das erste Drittel verlief weitgehend ausgeglichen, mit 8:4 Schüssen aufs Tor für die USA.

Die USA kommen besser aus der Pause zurück ins Spiel und setzen die Schweiz gerade mächtig unter Druck. Horcoff gräbt die Scheibe an der Bande aus, passt zur Mitte zu Hagen, der lässt abtropfen und Ziemer knallt den Puck ins linke hohe Eck. Die Schweizer sind zunehmend mit verteidigen beschäftigt. Erkämpft man sich die Scheibe im eigenen Drittel wieder, so werden die schweizerischen Angriffsversuche durch die USA meist bereits in der neutralen Zone wieder zunichte gemacht. Nach 7 Minuten im Mitteldrittel gestaltet sich das Spiel wieder ausgeglichener. Auch die Schweiz taucht wieder vor dem gegnerischen Tor auf.

Zur Spielhälfte dann eine Grosschance für die Schweiz, als Mottard nach Vorarbeit von Aeschlimann nur knapp die Scheibe nicht über die Linie bringen konnte. Kurz darauf wird Hutson durch einen Schuss von Gian Meier am Hals getroffen und kann nicht weiterspielen. Er wird mit der Barre abtransportiert. Nach Wiederaufnahme des Spiels hämmert Sansonnens den Puck rechts oben ins Lattenkreuz zum 1:1 Ausgleich für die Schweiz. Die Passgeber waren Grossniklaus und Steiner. In der 35. Minute muss Kirsch ein eher kurioses Tor hinnehmen: Aus spitzem Winkel verspringt ein Schuss von Zellers an Kirsch und kullert diesem über die rechte Schulter ins Tor. Die USA liegen wieder mit einem Tor in Front. Die restliche Zeit bis zur zweiten Pause ist eng umkämpft mit einem steten Hin und Her. Man schenkt sich keinen Meter Eis.

Im Schlussdrittel ist das Bild nicht gross verändert. Die Schweizer rennen weiter an und wittern die Chance, den Ausgleich noch erzielen zu können. 1:37 Min. vor Ende ersetzt Coach Jan Cadieux den Torwart durch einen 6. Feldspieler. 44 Sekunden vor Ende trifft Lars Steiner noch die Latte. Zu mehr reicht es den Schweizern aber leider nicht mehr.

Jamiro Reber war sehr auffällig heute und hat zu denjenigen Spielern gehört, die immer wieder Akzente haben setzen können. Zum Spiel sagt er: «Overall sehr zufrieden! Wie wir als Mannschaft gespielt hatten, wir hatten gefightet und waren immer drangeblieben.» Er hofft, dass jetzt für die nächsten Spiele die eine oder andere Scheibe noch ins Tor geht, wenn sie noch etwas giftiger werden im Abschluss. Die Amerikaner hätten sie in etwas so erwartet, wie sie auch aufgetreten waren – mit dem schnellen Transition-Spiel. Der einzige Schweizer Torschütze ist glücklich darüber, das schöne Zuspiel von Joel Grossniklaus so exakt verwertet haben zu können, wie er uns im anschliessenden Interview sagt. Zum ganzen Spiel sagt er, es habe vielleicht ca. 10 Minuten gegeben, in denen sie ein bisschen nachgelassen hätten. Natürlich sei man nicht vollständig zufrieden, im Grossen und Ganzen hätten sie aber doch gut gespielt und man müsse jetzt die positiven Dinge mitnehmen fürs Spiel morgen gegen die Schweden. Coach Jan Cadieux unterstreicht dies: «Ich habe sehr viele sehr gute Dinge gesehen». Besser werden müsse noch die unmittelbare Reaktion auf einen Gegentreffer. Aber er ist zuversichtlich und überzeugt, mit seinem Team auf dem richtigen Weg zu sein.

Telegramm

USA – Schweiz 2:1 (0:0, 2:1, 0:0)

Grand Casino Arena, Saint Paul, Minnesota - Schiedsrichter: Mejzlik/Murray, Albinati/Makinen.

Tore: 21:12 Ziemer (Hagens, Horcoff) 1:0; 32:34 Sansonnens (Grossniklaus, Steiner) 1:1; 34:40 Zellers (McKinney) 2:1.

Strafen: 2 x 2 Minuten gegen die USA, 3 x 2 Minuten gegen die Schweiz.

Schussverhältnis: 20:17 (8:4, 6:5, 6:8)

USA: Kempf (Heil); Kleber, Hutson; Reid, Osburn; Hensler, Barnett; Emery; Ziemer (C), Hagens (A), Horcoff; Mooney, Spellacy, Plante; McMorrow, McKinney, Zellers; Eiserman, Bednarik, Stiga; Lee.

Schweiz: Kirsch (Neuenschwander E.); Muggli (C), Ustinkov; Sansonnens, Johnson; Meier (A), Blessing; Geisser; Wey (A), Neuenschwander J., Reber; Steiner, Grossniklaus, Antenen; Henry, Mottard, Aeschlimann; Cattin, Waidacher, Borradori; Körbler.

Bemerkungen: USA ohne Rheaume-Mullen, Vansaghi, Knowling; Schweiz ohne Lachat; Best Player USA: Ziemer; Best Player Schweiz: Meier.

Resultat:

2:1