SCB findet dank Marchon zurück und bleibt im Shootout weiter ungeschlagen

Von Roman Badertscher
SC Bern
3
0 - 1 - 1
SC Rapperswil-Jona Lakers
2
2 - 0 - 0
23.12.2025
National League
Zuschauer: 15876
0:2‧1:0‧1:0
Spielbericht

Der SC Bern konnte in den letzten fünf Spielen dreimal als Sieger vom Eis gehen, während die Rapperswil-Jona Lakers drei der letzten fünf Partien verloren. In beiden bisherigen Begegnungen gewann jeweils das Heimteam, zuletzt der SC Bern mit einem 5:2 am 14. November. Werden wir heute wieder einen Heimsieg sehen?

1. Drittel

Romain Loeffel tankte sich in der fünften Minute aus der eigenen Zone an allen vorbei und kam mit seinem Schuss und Nachsetzen beinahe zum frühen Torerfolg für den SCB. Zuvor vergaben die Berner bereits zwei gute Möglichkeiten, das Score zu eröffnen.

Der SC Bern war Herr der neutralen Zone und fing immer wieder Zuspiele des Gegners ab, doch zum Torerfolg reichte es bislang noch nicht. In der 13. Minute musste Bern eine erste Unterzahl überstehen. Nach einem Bully ausserhalb der Zone ging Philippe Maillet an der blauen Linie vergessen. Der Rappi-Import zog los und düpierte Adam Reideborn zum 0:1. Es war überhaupt die erste Grosschance der Gäste.

In der 16. Minute scheiterte der SCB nach einem Verteidigerfehler dreimal in Folge an Melvin Nyffeler. Das hätte der Ausgleich sein müssen. Es kam für die Berner aber noch schlimmer, als sie wenig später bei einem 2-1-Konter völlig gepennt haben. Tyler Moy konnte den Puck, den Reideborn noch zu sich schieben wollte, im Nachsetzen über die Linie spedieren. Die Rapperswil-Jona Lakers hatten überhaupt nicht viel vom Spiel, geschweige denn Torschüsse. Und doch stand es 0:2 zur Pause.

2. Drittel

Beim SC Bern musste man hinten die Fehler abstellen und vorne weiterhin Vollgas geben, um das Ruder herumzureissen. Ein schnelles Tor würde helfen. Tristan Scherwey versuchte es in der 26. Minute, zog aus der neutralen Zone davon, verzog aber im Abschluss. Der SCB war offensiv bemüht, hinten aber nach wie vor anfällig. So konnte Moy beinahe mit einem Buebetrick das Spiel vorentscheiden. Der nächste Abschluss von Mika Henauer landete an der Latte.

Nachdem Victor Ejdsell bei Spielhälfte auf die Strafbank musste, hakte Malte Strömwall sechs Sekunden später bei Nils Rhyn ein. Das Powerplay war für die Lakers gelaufen und bei 4 gegen 4 passierte beidseits wenig. Sekunden nach Ablauf der Strafe passte der zurückgekehrte Ejdsell auf Marc Marchon an der blauen Linie. Dieser zog davon und erwischte Nyffeler auf der Fanghandseite zum 1:2. Das Anschlusstor gelang den Bernern doch noch, wenn auch nicht ganz so schnell.

Zu Beginn der 36. Minute wurde ein Cross-Check von Ramon Untersander geahndet, allerdings wäre diese Aktion nicht einmal eine Fussnote wert, hätten die Unparteiischen nicht zugunsten der Lakers eine Strafe ausgesprochen. Der SCB überstand die Unterzahl unbeschadet. Doch dann pennte Anton Lindholm in der neutralen Zone und Gian-Marco Wetter entwischte. Sein Abschluss und auch derjenige von Dominic Lammer endeten bei Reideborn, der auf seine Fauxpas eine starke Reaktion zeigte.

3. Drittel

Ausser einem Pfostenschuss von Maillet gab es in den ersten fünf Minuten des Schlussabschnitts nichts Spektakuläres. Erst danach bestrafte einer der Schiedsrichter Marc Marchon spektakulär. Marchon wurde vom Gegner zurückgehalten, Rapperswil noch im Puckbesitz und die Strafe wurde ausgesprochen gegen... Marchon. Wegen unsportlichem Verhalten. Dem SCB kam dafür zugute, dass Lammer drei Sekunden später bei einem Gegenspieler einhakte und das Powerplay für die Lakers erneut hinfällig wurde.

Beide Entscheide hatten keinen direkten Einfluss aufs Spiel. Es blieb beim 1:2. Dennoch sollte die Schiedsrichterleistung generell besser werden, wenn man sich in diesem Bereich mal wieder für ein grosses Turnier – Olympische Spiele oder WM – empfehlen möchte.

Zurück zum Spiel: Vom SCB aus dem ersten und zweiten Drittel war zeitweise nicht viel übrig. Man fiel wieder in den Verteidigungsmodus und das Spiel war alles andere als schön zum Zuschauen. Da kam in der 56. Minute eine Strafe gegen Luca Capaul dem SCB eigentlich gelegen. Diese blieb ungenutzt, dafür ging Adam Reideborn vom Eis. Marchon beförderte den Puck von der Seite zum 2:2 ins Tor. Die Berner retteten sich damit in die Verlängerung.

Overtime & Shootout

Die Lakers mit der ersten Möglichkeit, die Berner mit der zweiten und dritten. 1:30 vor Ende der Verlängerung standen die Sitzplatzzuschauer und feuerten mit der Stehrampe die Mutzen an. Marchon vergab aus bester Position. Auch Aaltonen scheiterte mit einem gefährlichen Abschluss an Nyffeler. Die Entscheidung musste im Penaltyschiessen fallen. Marco Lehmann entschied als fünfter Schütze das Shootout mit 2:1, nachdem bereits Aaltonen und Ejdsell getroffen haben. Der SC Bern bleibt damit im Penaltyschiessen diese Saison ungeschlagen und zwischen den beiden Teams gewann wieder das Heimteam.

Stimmen zum Spiel:

Heinz Ehlers (Head Coach SC Bern): „Wir sind zufrieden, haben wir das Spiel gewonnen, aber weniger zufrieden mit unseren Leistungen. Die Jungs haben schon gekämpft aber wir haben zu viele Fehler gemacht. Unser Puck-Management war nicht besonders gut. Ich finde, im Spiel gestern in Lausanne war es unsere beste Leistung seit ich hier bin. Vielleicht hat es heute auch einen Unterschied gemacht, weil Rappi gestern nicht gespielt hat und wir schon. Vielleicht war der Respekt gegenüber dem Gegner gestern grösser als heute. Ich kann es nicht beurteilen. Schlussendlich sind wir froh, haben wir gewonnen.“

SC Bern – SC Rapperswil-Jona Lakers 3:2 n.P. (0:2, 1:0, 1:0, 0:0)

PostFinance Arena, Bern. – 15‘876 Zuschauer – Schiedsrichter: Tscherrig/Dipietro, Gnemmi/De Paris.

Tore: 12:45 Maillet (Fritz) 0:1 PP1, 17:35 Moy (Maillet, Honka) 0:2, 32:10 Marchon (Ejdsell) 1:2. 58:09 Marchon (Aaltonen, Merelä) 2:2 EN, 65:00 Lehmann (entscheidender Penalty) 3:2.

Penaltyschiessen: Vermin -, Strömwall -, Aaltonen 1:0, Wetter 1:1, Ejdsell 2:1, Rask -, Merelä -, Maillet -, Lehmann 2:1.

Strafen: 5 x 2 Minuten gegen den SC Bern, 4 x 2 Minuten gegen die SC Rapperswil-Jona Lakers.

Schüsse aufs Tor: 44:28 (15:6, 15:11, 8:9, 6:2)

SC Bern: Reideborn (Ersatz: Zurkirchen); Lindholm, Loeffel; Rhyn, Untersander (C); Kreis, Kindschi; Füllemann; Ejdsell, Aaltonen, Schild; Lehmann, Müller, Merelä (A, PF-TS); Marchon (A), Graf, Vermin; Alge, Ritzmann, Scherwey; Levin Moser.

SC Rapperswil-Jona Lakers: Nyffeler (Ersatz: Vargas Sanchez); Capaul, Maier; Larsson, Honka; Jelovac, Henauer; Flütsch; Lammer, Dünner (C), Wetter; Zangger, Rask, Strömwall (PF-TS); Fritz (A), Maillet, Moy (A); Graf, Hornecker, Hofer.

Bemerkungen: SC Bern ohne Serkins (abwesend), Häman Aktell, Simon Moser, Bemström, Baumgartner (verletzt), Iakovenko (gesperrt), Fuss, Henauer, Weber, Riatsch, Ryser (Swiss League), Bont, Schenk, Zürcher (Nachwuchs). SC Rapperswil-Jona Lakers ohne Pilut, Dufner, Kellenberger, Albrecht, Taibel, Quinn, Jensen (verletzt), Embacher (Swiss League), Bisig, Punnenovs (krank). – 29:34 Lattenschuss Mika Henauer (SC Rapperswil-Jona Lakers). – 42:00 Pfostenschuss Philippe Maillet (SC Rapperswil-Jona Lakers). – SC Bern von 57:52 bis 58:09 ohne Goalie.

Resultat:

3:2 nP

M. Marchon (2)
P. Maillet, T. Moy