Wieder eine knappe Niederlage
Schweiz
Finnland
Spielbericht
Die Schweizer Nationalmannschaft verliert das dritte Spiel der Swiss Ice Hockey Games gegen Finnland mit 3:4 nach Verlängerung. Auf Seiten der Schweizer reichten ein gutes Powerplay und gute Moral einmal mehr nicht zu einem Sieg.
Das Positive am heutigen Nachmittag war, dass sich die Schweizer Nationalmannschaft nach einem 1:3 zurück in dieses Spiel kämpfte und die Finnen gar noch in die Verlängerung zwang. «Man darf es fast nicht sagen, aber heute waren wir einfach nicht bereit», ärgerte sich Patrick Fischer. Für den Nationaltrainer war klar, dass sein Team erst nach dem 1:3 die nötige Intensität gefunden hatte. «Plötzlich haben wir alles gemacht um zu gewinnen. Dies müsste aber bereits von Anfang an passieren», kritisierte Fischer. Konkret war es ein frühes Tor von Jesse Puljujärivi und zwei Powerplaytore durch Nurmi und Niku, die die Finnen bis zur Spielmitte mit 3:1 in Front brachten. Dem Gegenüber stand auf Schweizer Seite bis zur Spielmitte nur der Powerplaytreffer von Sven Andrighetto. Weil die Schweizer kurz vor der zweiten Pause ein weiteres Specialteam zum 2:3 durch Dario Simion nutzen konnten, versprach das letzte Drittel trotzdem nochmals Spannung. Da die Schweizer in diesem dritten Spielanschnitt vor allem in den ersten zehn Minuten zu ihren Chancen kamen, sah es jedoch so aus, als gäbe es auch heute keine Punkte für die Schweizer. Erst ein haltbarer Schuss von Gaetan Haas gut zwei Minuten vor dem Ende sorgte doch noch für Schweizer Freudenschreie. Da sich Dominik Egli in der ersten Minute der Verlängerung jedoch etwas gar einfach von Siegschütze Puljujärvi überlaufen liess, war dieser Treffer nicht mehr als ein kurzes Strohfeuer.
Obwohl die Schweizer zum dritten Mal an diesem Turnier eine ansprechende Leistung boten, reichte es somit einmal mehr nicht zum Sieg. «Gegen Schweden waren wir das schwächere Team und haben einen Punkt geholt. Gestern waren wir klar besser und heute war es ausgeglichen. Trotzdem haben wir drei Mal verloren, gut ist es Vorbereitung», konstatierte Fischer. Der Trainer strich dabei heraus, dass man sich im Verlaufe des Turniers vor allem bei der Auslösung steigern konnte. «Im ersten Spiel hatten wir grosse Mühe damit, gestern klappte die Auslösung viel besser. Heute hat sie mir erst ab dem zweiten Drittel gefallen», gestand der Trainer. Für ihn war klar, dass die gute Auslösung wichtig ist, um die Spiele in die Offensive zu verlagern. Neben diesen Punkten gab es für Fischer aber auch Klarheit in der Kaderplanung. «Einige Spieler haben mir bestätigt, dass sie ins Olympiakader gehören. Es gab aber auch einige, die ein nicht so gutes Turnier hatten», erklärte er.
Gerade mit seiner letzten Aussage tönte der Nationaltrainer jedoch an, dass es bis zum Meldeschluss am 31. Dezember im Coachingstaff noch einige Diskussionen geben wird, wer bei Olympia im Februar dabei sein wird. «Wichtig ist, dass die Spieler die Intensität halten können. Schliesslich geht auf dem kleinen Eisfeld alles ein bisschen schneller. Bei den Verteidigern suchen wir zudem Spieler, die den Stopp machen können. Sprich solche, die die Scheibe und den Gegner in der Ecke halten können», erklärte Fischer. Dabei war ihm bewusst, dass einige der Spieler bereits gezeigt hatten, dass sie dies können, während andere in diesem Punkten klar Defizite aufzeigten.
Obwohl Patrick Fischer auf einigen Position bereits Klarheit hat, wird er es nach dem Turnier in Zürich also trotzdem noch einiges an Gesprächsstoff geben, wer im Februar in Mailand dabei sein wird.
Telegramm:
Schweiz – Finnland n.V. 3:4 (1:2, 1:1, 1:0, 0:1)
Swiss Life Arena, Zürich: 5422 Zuschauer. – Schiedsrichter: Zeliska, Ludek; Stalder, Urfer. – Tore: 4:21 Pulujärvi (Borgström) 0:1; 7:01 Andrighetto (Egli, Simion; Auschluss: Salinen) 1:1; 19:51 Nurmi (Nätinen, Saarijärvi; Ausschluss: Glauser) 1:2; 26:40 Niku (Kuokkanen; Ausschluss: Hofmann) 1:3; 49:53 Simion (Riat, Egli; Ausschluss: Björninen) 2:3; 57:46 Haas (Kukan) 3:3, 64:58 Puljujärvi 3:4. – Strafen: 2 x 2 Minuten + 5 Minuten + Spieldauer (Hofmann) gegen die Schweiz; 5 x 2 Minuten gegen Finnland.
Schweiz: Charlin (Genoni); Kukan, Glauser; Berni, Egli; LeCoultre, Aebischer; Loeffel; Hofmann, Thürkauf, Simion; Andrighetto, Haas, Simion; Biasca, Moy, Rochette; Riedi, Canonica, Rohrbach.
Finnland: Larmi (Ignatjew); Lehtonen, Saarijärvi; Salo, Riikola; Niku, Niemelä; Viro; Innala, Ruotsalainen, Oksanen; Nättinen, Borgström, Puljujärvi; Puistola, Kuokkanen, Nurmi; Mäenelanen, Björninen, Salinen; Pajuniemi.
Bemerkungen: Schweiz ohne Taibel (verletzt); Marti, Malgin (überzählig); Finnland ohne Hatakka, Manninen (überzählig); 12. Pfosten Nurmi.
