Der Lausanne HC holt sich beim EHC Biel den Dreier im Schlussdrittel ab

Von Robert Szendröi
EHC Biel
1
1 - 0 - 0
Lausanne HC
2
0 - 0 - 2
06.12.2025
National League
Zuschauer: 6240
1:0‧0:0‧0:2
Spielbericht

Die Bieler konnten nach 40 Minuten auf einen Vollerfolg gegen den besser dotierten Lausanne HC hoffen. Allerdings erwies sich die 1:0-Führung der Seeländer mit dem Treffer von Johnny Kneubühler als zu gering. Dank der weiteren Beschleunigung der Waadtländer im dritten Akt sorgten Théo Rochette (44.) und Drake Caggiula (48.) für den nicht gestohlenen 2:1-Vollerfolg des LHC.

Wer den EHC Biel am letzten Dienstag in der Berner PostFinance Arena auftreten sah, hätte wohl keinen Rappen darauf gewettet, dass die Jungs von Trainer Martin Filander gestern Freitag mit zwei Punkten aus Rapperswil abreisen. Umso mehr als die Seeländer zweimal mit 0:2-Toren im Hintertreffen lagen: Einmal im Spiel sowie danach im Penaltyschiessen. Letztlich machten Fabio Hofer, Gaëtan Haas, Toni Rajala, Marcus Sylvegaard sowie Keeper Luis Janett das kleine Bieler Hockeywunder perfekt.

Am Samstagabend reiste nun mit dem Lausanne HC ein eisharter Brocken in die Tissot Arena. Die Waadtländer, welche zuletzt eher eine ruhige Kugel schieben konnten, denn die beiden letzten Meisterschaftsspiele bestritten die Schützlinge von Trainer Geoff Ward zweimal gegen die SCL Tigers. Dabei gewannen sie zuerst zu Hause am 26. November 2025 mit 6:4-Toren bevor sie am 30. November auf Emmentaler Glatteis mit 4:3-Treffern siegten.

Es liegt auf den Hockeystöcken, dass der LHC recht ausgeruht nach Biel reiste und unbedingt einen weiteren Vollerfolg einfahren wollte. Hingegen wollten die wieder erstarkten und scheinbar moralisch hergestellten Bieler ihren Husarenstreich bei den SC Rapperswil-Jona Lakers vor eigener Kulisse bestätigen.

Erstes Drittel

Tatsächlich starteten die Einheimischen im gleichen Rhythmus in die Partie, wie sie den Rapperswiler Eisrink am Vorabend verlassen hatten. Die Schmach von Bern am vergangenen Dienstag schien nie stattgefunden zu haben und so drückten die Seeländer der Party gegen die noch zu ausgeruht wirkenden Waadtländer mehrheitlich in die Defensive. Den verdienten Lohn ihrer Offensivbemühungen ernteten die Filander-Cracks bereits in der siebten Minute, als Johnny Kneubühler, notabene u. a. ex-Lausanner, das schwarze Spielzeug im Torraum zum 1:0 für die Rotgelben über die Linie stupste. Die Reaktion der Gäste blieb bis zur ersten Sirene wirkungslos. Im Gegenteil hatten die Bieler zwei weitere Powerplays zur Verfügung, ohne indes eine Resultaterhöhung zu realisieren.

Zweites Drittel

Im zweiten Akt fanden die Waadtländer besser in die Eisspur und beschäftigten die Seeländer schon bedeutend mehr als zuvor. Dies nachdem die Bieler, während 35 Sekunden eine doppelte Überzahl ungenutzt verstreichen liessen. Dem wackeren Spiel der Lausanner schauten die Platzherren indes nicht zu lange zu. Ab Mitte des laufenden Drittels glichen sie das Geschehen mindestens wieder aus, aber für eine weitere Mouche reichte es bis zur zweiten Sirene weder der Tissot Arena-Truppe noch dem Lausanne HC aus.

Drittes Drittel

Na ja: Dann kommt es, wie es oft kommen muss. Die Bieler bauen im letzten Abschnitt ab und die cleveren Lausanner mit ihrem fuchsschlauen Coach Geoff Ward holen sich die drei Punkte im Seeland doch noch ab. Spielerisch konnten die Gäste im Schlussabschnitt zulegen, während die Einheimischen sich zu wenig klare Torchancen erarbeiteten, sieht man unter ein paar anderen von Kneubühlers (42.) schwachen 1-gegen-1-Abschluss gegen Lausannes Schlussmann Kevin Pasche ab. Nur wenig später erweisen sich die Waadtländer mit Théo Rochette (44.) in dieser Sparte eisschnäuziger als dieser im Slot nach Ahti Oksanens Vorbereitung zum 1:1-Remis einschenkt. Nur etwas mehr als vier Minuten später überläuft Drake Caggiula Biels Abwehrmann Rodwin Dionicio und erwischt Biel-Hüter Harri Säteri mit einem Backhander zwischen dessen Beinschonern zum 2:1-Siegestreffer der kaltblütigeren Lausanner. Ab 57:59 ersetzt Biels Bandenchef Filander Torhüter Säteri, durch einen sechsten Feldspieler, doch die Seeländer scheitern einmal mehr an mangelnder Effizienz.

Fazit

Die Lausanner sorgen im letzten Abschnitt für die Resultatwende. Ihre Leistungssteigerung führt zu einem insgesamt nicht gestohlenen Dreier. Die Einheimischen haben den durchaus möglichen Sieg aus den eigenen Stöcken gegeben. Während ihren besten Phasen im Start- und Mitteldrittel gelang es ihnen nicht, einen grösseren Vorsprung zu erzwingen. Dies haben die Romands im dritten Abschnitt – vielleicht mit dem strategischen Matchplan ihres ausgekochten Trainers Ward – ausgenutzt. So nehmen sie die Heimreise in die Waadtländer Metropole mit drei weiteren Zählern und dem 3. Tabellenrang im Gepäck gutgelaunt in Angriff. Damit können sie sich auf einen erholsamen Sonntag freuen und den nächsten Ernstkampf nach der Nationalmannschafts-Pause am 19. Dezember 2025 auswärts bei der roten Laterne HC Ajoie minutiös vorbereiten. Für die Bieler geht es gleichentags zum unberechenbaren EV Zug. Allerdings müssen die Puzzlestöcke bei den Seeländern fein säuberlich zusammengestellt werden, damit man die Torchancen im Zugerland ebenso in Tore ummünzt.

Resultat:

1:2

J. Kneubühler
T. Rochette, D. Caggiula