SCB findet gegen Langnau zum Siegen zurück
SC Bern
SCL Tigers
Spielbericht
16‘131 Hockeyfans sahen in Bern ein umkämpftes Tatze-Derby und einen SC Bern, der im zweiten Spiel unter Patrick Schöb zum Siegen zurückfand.
Alain Graf mit der Führung – Langnau trifft den Pfosten
Nach ersten Versuchen der Langnauer in einem frühen Powerplay konnte in der sechsten Minute auch der SCB eine Überzahlsituation für sich beanspruchen. Mit Ablauf dieser Strafe stocherte Alain Graf den Puck über die Torlinie und liess die SCB-Fans ein erstes Mal jubeln.
Anton Lindholm ermöglichte den SCL Tigers gleich nochmals eine Überzahl. Doch Bern beschäftige die SCL Tigers zuerst in ihrer eigenen Zone. Der erste Schuss der SCL Tigers landete erst bei Hälfte der Strafzeit bei Adam Reideborn, der sicher parierte. Auch bei der zweiten Möglichkeit kamen die Gäste gut durch die Berner Defensive, scheiterten aber erneut am schwedischen Schlussmann.
Bei Drittelhälfte hätte aber auch Reideborn nichts mehr anrichten können. Beim Abschluss von Andre Petersson beanspruchte er das Pfostenglück. Und nach dem nächsten Bully bügelte Reideborn seinen Fehler – er liess den Puck gefährlich nach vorne abprallen – gleich selber wieder aus.
Nach diesen Situationen kam auch der SCB in Fahrt, ging in die Zweikämpfe und war offensiver. Eine gute 3 gegen 2-Aktion über Merelä, Müller und Alge folgte in der 13. Minute. Später verpasste Scherwey nach einer Angriffsauslösung von Untersander vor dem Tor. Auch Ritzmann scheiterte kurz vor der Pause. Es war bis jetzt ein beherzter Auftritt des SCB.
Tore, Coach’s Challenge und Derby-Emotionen
Die Langnauer kamen gefährlich aus der Kabine. Dario Rohrbach, der nächste Saison bei Bern spielen wird, hatte eine hochkarätige Chance auf dem Stock. Der Ausgleich wurde trotzdem Tatsache. Nach einem Fehlpass aus der eigenen Zone glich Phil Baltisberger in der 25. Minute für die Tigers aus.
Bastian Guggenheim kassierte die zweite Strafe der Tigers. Es war die Chance für Bern, die Führung wiederherzustellen. Dies gelang noch nicht. Langnau hatte Glück, dass in Unterzahl keine zweite Strafzeit oberndrauf kam. Die Schiedsrichter hätten genügend Gründe dafür gehabt, unter anderem drei Cross-Checks in den Rücken von Tristan Scherwey, die allesamt ungeahndet blieben.
Bei Spielhälfte dribbelte sich Aleksandr Iakovenko seitlich vors Tor, wurde dabei vom Puck getrennt und Waltteri Merelä brachte die herumliegende Scheibe im Tor unter. Langnau reagierte in der Person von Jérôme Bachofner, der in der 36. Minute das vermeintliche 2:2 erzielte. Bern sah vorab aber eine Offside-Situation, nahm die Coach’s Challenge und bekam Recht. Der Treffer wurde aberkannt.
Die Emotionen nahmen gegen Schluss des Drittels zu. Merelä bekam einiges ab. Nach dem Pausenpfiff mussten die Unparteiischen eine Massenschlägerei beim Ausgang in den Bärengraben verhindern. Simon Kindschi und Julian Schmutz wanderten wegen unsportlichem Verhalten mit Beginn des Schlussabschnitts auf die Strafbank. Aber hey, endlich waren Emotionen im Spiel! Das braucht ein solches Derby!
Bern bringt Sieg über die Runden
Im Schlussabschnitt war noch alles offen. Das Spiel konnte auf beide Seiten kippen und es ging auch auf dem Eis hin und her. Beide Teams wollten gewinnen und suchten die Entscheidung. In der 55. Minute feuerten die Heimfans ihr Team lautstark an, es war nur noch der SCB am Drücker.
110 Sekunden vor Schluss nahm Langnau den Goalie vom Eis. Es war die einzige Druckphase der Tigers im Schlussabschnitt. Die Berner befreiten und brachten den Sieg über die Runden. Der SCB gewann schlussendlich verdient mit 2:1 und nahm die drei Punkte gerne mit.
SC Bern – SCL Tigers 2:1 (1:0, 1:1, 0:0)
PostFinance Arena, Bern. – 16‘131 Zuschauer – Schiedsrichter: Gerber/Fonselius (FIN), Bichsel/Steenstra (CAN).
Tore: 8:00 Graf (Scherwey) 1:0, 24:09 Baltisberger (Rohrbach) 1:1, 30:03 Merelä (Iakovenko, Müller) 2:1.
Strafen: 3 x 2 Minuten gegen den SC Bern, 3 x 2 Minuten gegen die SCL Tigers.
Schüsse aufs Tor: 28:27 (7:10, 5:10, 16:7)
SC Bern: Reideborn (Ersatz: Zurkirchen); Lindholm, Iakovenko; Füllemann, Untersander (C); Kindschi, Vermin; Rhyn; Alge, Müller, Merelä (A, PF-TS); Bemström, Aaltonen, Ritzmann; Marchon (A), Baumgartner, Schild; Scherwey, Graf, Moser; Zürcher.
SCL Tigers: Boltshauser (Ersatz: Meyer); Mathys, Kinnunen; Baltisberger (A), Meier; Erni, Guggenheim; Lehmann; Mäenalanen, Björninen, Julian Schmutz (A); Pesonen (C), O’Reilly, Rohrbach (PF-TS); Bachofner, Felcman, Petersson; Lapinskis, Salzgeber, Wagner.
Bemerkungen: SC Bern ohne Ejdsell, Lehmann, Kreis, Loeffel (verletzt), Häman Aktell (überzählig), Fuss, Henauer, Weber, Levin Moser, Von Burg (Swiss League). SCL Tigers ohne Fahrni, Allenspach, Flavio Schmutz, Riikola, Paschoud, Petrini (verletzt). – 9:58 Pfostenschuss Andre Petersson (SCL Tigers). – 35:07 Coach’s Challenge SC Bern (2:2 von Jérôme Bachofner wird wegen Offside aberkannt). – SCL Tigers von 58:10 bis 60:00 ohne Goalie.
