Die Negativspirale des SCB geht weiter
SC Bern
HC Fribourg-Gottéron
Spielbericht
Der SC Bern ist in der Bringschuld. Im heutigen ersten Zähringer-Derby der Saison wird Emil Bemström bewusst eine Pause gegönnt, da er schon relativ früh sein Debüt für den SCB gab und das Programm am kommenden Wochenende nicht einfacher wird. Erstmals war somit Joël Vermin überzählig, da Tapola mit drei ausländischen Verteidigern spielen liess.
Frühes SCB-Time-out nach Sturmlauf Gottérons
Fribourg kam nach Berner Startversuchen durch schnelle Pässe mehrmals gefährlich vors Tor. Adam Reideborn war es zu verdanken, dass nicht bereits früh einem Rückstand hinterher gerannt werden musste. In der achten Minute wurde Christoph Bertschy im Konter durch die SCB-Verteidiger vollkommen vergessen, er tänzelte sich durch und setzte den Puck an den Aussenpfosten.
Fribourg hat das Derby mit dieser Aktion richtig lanciert, beim SCB wartet man noch auf ein Ahh-Erlebnis. Fribourg dominierte je länger je mehr nach Belieben, der SCB wurde überfahren. Noch nicht in Form von Toren, aber zumindest so, dass Jussi Tapola nach zehn Minuten gezwungen war, das Time-out zu nehmen.
Als wenig später Hardy Häman Aktell endlich die erforderliche Härte ins Spiel brachte, wanderte er sogleich auf die Strafbank. Im Boxplay zeigte der SC Bern erstmals richtigen Einsatz und verhinderte einen Treffer in Unterzahl. Jeder ging für jeden. So sollte es eigentlich das ganze Spiel sein! Davon war im Rest des Spiels nicht mehr viel zu sehen.
Gute drei Minuten vor der Pause leistete sich Nathan Marchon einen hohen Stock und 22 Sekunden später Christoph Bertschy ein Beinstellen. Der SCB hatte die Möglichkeit während 1:38 in doppelter Überzahl zu spielen und machte gar nichts draus. Es blieb ein torloser Abschnitt. Wenn man sie nicht macht, bekommt man sie.
SCB gibt Spiel aus der Hand
So war es dann im Verlauf des Mittelabschnitts. Auch die vierte Strafe gegen die Saanestädter brachte kein SCB-Tor. Dafür mehr Ärgernis. Was Häman Aktell in Überzahl zusammenspielte, tat jedem SCB-Fan weh. Nichtumsonst wollte die Mehrzahl der Fans ihren SCB „gseh“ und gaben diese Forderung lautstark bekannt.
Auch Kindschi mit schwacher Verteidigungsarbeit in der Mittelzone, immerhin erkämpften sich die Stürmer vorne den Puck zurück und brachten ihn sogar gefährlich aufs Tor. Mats Alge, Waltteri Merelä und Miro Aaltonen scheiterten alle in derselben Spielminute. Es war die bisher beste Phase des Spiels für die Mutzen! Lange hielt sie nicht an.
Fribourg brauchte nicht viel offensiv zu tun und prompt stand Daniel Ljunggren im Slot frei, wo er den Puck in der 29. Minute ins Tor beförderte. Der SCB war völlig desorientiert. Nicht nur in dieser Situation sondern auch danach. Ein erneuter Fehler wurde knallhart bestraft. Kevin Nicolet sagte danke. 0:2.
Waren das erste Zerfallserscheinungen innert kürzester Zeit? Irgendeinmal gibt es keine Ausreden mehr. Ein Haken von Ritzmann wurde kurz darauf geahndet und Fribourg-Gottéron machte mit dem 0:3 bereits früh alles klar. Der SCB kassierte alle drei Gegentreffer innert drei Minuten! Eine miserable Darbietung.
Immerhin: der SCB holte eine weitere Strafe heraus und er lieferte! Merelä lenkte einen Schuss von Iakovenko unhaltbar ab. Wenig später rutschte der Finne vor dem eigenen Tor aus und Nicolet bedankte sich beinahe ein zweites Mal. Reideborn parierte mit dem Schoner und bewahrte den 1:3-Rückstand, der im Schlussdrittel aber nicht lange hielt.
Fribourg machte den Sack ganz zu
Bereits in der 42. Minute erhöhte Julien Sprunger auf 1:4. Drei SCB-Spieler achteten nur auf Passgeber Ludvig Johnson, Sprunger ging dabei völlig vergessen. Sandro Schmid machte die Fribourger Festspiele in Bern mit dem 1:5 perfekt. Die ersten SCB-Fans verliessen das Stadion vorzeitig.
Fribourg musste nicht mehr und Bern? Sie wollten, brachten aber nichts mehr zustande. Eine traurige Vorstellung… Die Pfiffe am Ende des Spiels. Heute mehr als noch gegen Kloten.
Fazit
Wenn man weiterhin so spielt wie heute gegen Fribourg, zuhause, vor eigenem Anhang, dann hat man weder auf einem Playoff- noch einem Play-In-Rang etwas zu suchen.
SC Bern – HC Fribourg-Gottéron 1:5 (0:0, 1:3, 0:2)
PostFinance Arena, Bern. – 15‘093 Zuschauer – Schiedsrichter: Lemelin (USA)/Tscherrig, Huguet/Gurtner.
Tore: 28:38 Ljunggren (Rathgeb, Sörensen) 0:1, 29:56 Nicolet (Marchon) 0:2, 31:36 Sörensen (Borgström, Kapla) 0:3 PP1, 34:48 Merelä (Iakovenko, Aaltonen) 1:3 PP1, 41:49 Sprunger (Johnson, Sörensen) 1:4, 44:39 Schmid (Johnson, Bertschy) 1:5 PP1.
Strafen: 4 x 2 Minuten gegen den SC Bern, 5 x 2 Minuten gegen den HC Fribourg-Gottéron.
Schüsse aufs Tor: 21:19 (8:7, 5:6, 8:6)
SC Bern: Reideborn (Ersatz: Zurkirchen); Lindholm, Häman Aktell; Füllemann, Iakovenko; Rhyn, Kindschi; Untersander (C); Alge, Aaltonen, Merelä (A, PF-TS); Müller, Baumgartner, Lehmann; Scherwey, Graf, Schild; Marchon (A), Ritzmann, Moser; Zürcher.
HC Fribourg-Gottéron: Berra (Ersatz: Galley); Kapla, Rathgeb; Nemeth, Johnson; Jecker, Streule; Seiler; Biasca, Schmid (PF-TS), Bertschy (A); Marchon, De la Rose (A), Sprunger (C); Borgström, Ljunggren, Sörensen; Etter, Walser, Nicolet; Gerber.
Bemerkungen: SC Bern ohne Ejdsell, Kreis, Loeffel (verletzt), Bemström, Vermin (überzählig), Fuss, Henauer, Weber, Levin Moser, Von Burg (Swiss League). HC Fribourg-Gottéron ohne Wallmark, Glauser (verletzt), Rod, Dorthe (überzählig), Hedlund, Guignard (Swiss League). – 9:39 Time-out SC Bern.
