Bemström und Alge treffen erstmals für den SCB

Von Roman Badertscher
SC Bern
3
0 - 2 - 1
HC Ambrì-Piotta
1
1 - 0 - 0
16.09.2025
National League
Zuschauer: 14301
0:1‧2:0‧1:0
Spielbericht

Beim SC Bern gab Emil Bemström früher als erwartet sein Debüt im Dress der Mutzen. Ob er mit der Nummer 71 an den einstigen Publikumsliebling Sébastien Bordeleau herankommen wird? Was, wenn ihm Philip Wüthrich heute Abend einen Strich durch die Rechnung machte? Die Antworten im Bericht.

Ein eigentlich irreguläres Tor zählt auch nach Videostudium

Der SC Bern war von Anfang an bemüht, setzte in der dritten Minute gut nach und traf beinahe zu einer frühen Führung. Doch die Berner sündigten mehrmals im Abschluss und scheiterten in der 13. Minute auch am stark agierenden Philip Wüthrich. Tristan Scherwey wurde im Slot mustergültig bedient, doch der ex-Berner parierte gleich doppelt.

Wenig später gab es die erste Strafe des Spiels. Rocco Pezzullo traf es. Das Powerplay des SCB war nicht schlecht, aber auch nicht gut genug. Dies soll sich im Laufe des Spiels noch ändern. Dazu später mehr.

Vor der ersten Pause traf Dario Bürgler nach einem Bully zuerst den Pfosten und kurz darauf nahm er Adam Reideborn die Sicht beim Tor von Tim Heed. Jussi Tapola nahm die Coach’s Challenge. Eine Torhüterbehinderung soll genauer analysiert werden.

Auf dem Video erkannte man in der Über-Tor-Sequenz deutlich, wie Bürgler beim Aufspringen den Kopf von Reideborn mit dem Ellbogen traf. Die Schiedsrichter bestätigen den Treffer auch nach dem Video. Dies zum Ärger der Fans und Tapola, der nicht einmal die verlangte Erklärung der Schiedsrichter erhielt.

Der Knoten, der platzte

Der finnische Headcoach des SC Bern bekam die Erklärung von Loïc Ruprecht vor Beginn des Mittelabschnitts dann doch noch. Ob er den Entscheid nachvollziehen konnte, wussten zu diesem Zeitpunkt nur die Hockeygötter. Eines war aber klar. Der SCB bestritt die Startminuten noch in Unterzahl und überstand sie schadlos.

Der SCB brachte nicht viel zustande. Das war bedenklich. Der Mittelabschnitt war aufgrund vieler Fehlpässe langweilig, bis Lukas Landry dem SCB ein weiteres Powerplay bescherte. Marco Müller brachte den Puck in den Slot, wo Merelä diesen aus der Luft runternahm, mit dem Stock Emil Bemström bediente und der Schwede sein erster Treffer im ersten SCB-Spiel markierte.

Bemström hatte gleich die nächste Chance auf dem Stock. Auch Marco Lehmann scheiterte aus bester Position. In der zweiten Hälfte des Mitteldrittels drückte der SCB bis der Knoten platzte.

Und wie! Mats Alge traf wunderschön aus der Drehung zum 2:1. Es war sein erster Treffer im SCB-Dress. Das Grinsen in seinem Gesicht war für den SCB der Befreiungsschlag!

SCB-Dominanz wird spät belohnt

Der SCB dominierte das Schlussdrittel quasi nach Belieben. In der 46. Minute hatte man in Überzahl das Momentum auf der eigenen Seite. Benjamin Baumgartner hatte die beste Möglichkeit auf dem Stock. Auch danach war der SCB spielbestimmend. Doch Obacht! Die Ambri-Vorstösse waren einzelne Nadelstiche, bei denen es stets gefährlich wurde. Auch die Leventiner mussten aufpassen. Ein Konter des SCB führte von Merelä auf Müller, der das 3:1 eigentlich hätte erzielen müssen. Doch Wüthrich parierte sensationell. Beim Schuss von Louis Füllemann in der 58. Minute war er allerdings chancenlos. Es war der erste 3er für den SCB!

Fazit: Ob Emil Bemström einst an Sébastien Bordeleau herankommen wird, können wir heute noch nicht beantworten. Was wir aber sagen können, ist, dass der Schwede Betriebstemperatur erreicht und seinen ersten Treffer beim heutigen SCB-Sieg beigesteuert hat. Und wir wissen auch, dass Philip Wüthrich zwar eine starke Partie zeigte, dem SCB aber keinen Strich durch die Rechnung machte.

Stimmen zum Spiel:

Mats Alge: „Es war eigentlich ein gutes Spiel, am Anfang liessen wir noch viele Chancen zu. Wir hatten auch viele gute Chancen, sie aber leider nicht genutzt. Das war etwas ‚chnorzig‘ wie bereits in den ersten Spielen der Saison. Zum Glück gingen sie dann rein und schön konnte auch ich einen beisteuern. Ich habe es im Training ab und zu geübt, aus der Drehung heraus zu schiessen. Cool hat es im Spiel geklappt. Das zeigt, dass sich das Training auszahlt.“

SC Bern – HC Ambri-Piotta 3:1 (0:1, 2:0, 1:0)

PostFinance Arena, Bern. – 14‘301 Zuschauer – Schiedsrichter: Tscherrig/Ruprecht, Gnemmi/Bürgy.

Tore: 19:49 Heed (DiDomenico / Ausschluss Ritzmann) 0:1, 30:38 Bemström (Merelä, Müller / Ausschluss Lukas Landry) 1:1, 39:43 Alge (Müller, Vermin) 2:1, 57:35 Füllemann (Alge, Merelä) 3:1.

Strafen: 3 x 2 Minuten gegen den SC Bern, 4 x 2 Minuten gegen den HC Ambri-Piotta.

Schüsse aufs Tor: 34:24 (12:9, 12:9, 10:6)

SC Bern: Reideborn (Ersatz: Zurkirchen); Lindholm, Häman Aktell; Füllemann, Untersander (C); Rhyn, Vermin; Kindschi; Ritzmann, Müller, Merelä (A, PF-TS); Bemström, Aaltonen, Lehmann; Alge, Baumgartner, Marchon (A); Scherwey, Graf, Moser; Schild.

HC Ambri-Piotta: Philip Wüthrich (Ersatz: Senn); Bachmann, Virtanen; Terraneo, Heed; Zgraggen (PF-TS), Dario Wüthrich; Pezzullo; Formenton, Heim (A), DiDomenico; De Luca, Manix Landry, Joly; Pestoni, Tierney, Bürgler (C); Müller, Lukas Landry, Zwerger; Kostner.

Bemerkungen: SC Bern ohne Ejdsell, Kreis, Loeffel (verletzt), Von Burg, Iakovenko (überzählig), Fuss, Henauer, Weber, Levin Moser, Zürcher (Swiss League). HC Ambri-Piotta ohne Isacco Dotti, Grassi (verletzt), Zaccheo Dotti, Muggli, Hedlund, Petan (überzählig). – 18:46 Pfostenschuss Dario Bürgler. – 19:49 Coach’s Challenge SC Bern (Tor von Ambri bleibt regulär). – HC Ambri-Piotta von 57:35 bis 59:01 und von 59:15 bis 60:00 ohne Goalie. – 58:47 Time-out HC Ambri-Piotta.

Resultat:

3:1

L. Füllemann, E. Bemström, M. Alge
T. Heed