Schweiz mit erneutem Kantersieg ins Finale
Schweiz
Dänemark
Spielbericht
Die Schweiz erspielt sich auch im Halbfinale einen Kantersieg. Nach dem 7:0-Erfolg gegen Dänemark spielen die Schweizer morgen gegen die USA um Gold und wollen ihren ersten Weltmeistertitel holen.
Dänemark war nur im ersten Drittel ein harziger Gegner. Die Schweizer knackten ihn mit Effizienz und gewannen danach jedes Drittel bis zum 7:0-Erfolg.
«Es ist sehr schön, dass wir im Finale stehen. Das war unser Ziel als wir heute aufstanden», sagte der Nationaltrainer Patrick Fischer. «Wir zogen unseren Plan durch. Wir wussten, dass es schwierig wird. Die Dänen hatten einen grossen Höhepunkt vor zwei Tagen. Wir mussten sie unter Druck setzen, Schlittschuh laufen, hart spielen und hinten nichts zulassen.»
Die Schweizer konnten nicht so einfach ins Spiel starten wie gegen Österreich, denn die Dänen standen hinten kompakt und gestanden den Schweizern wenig Raum zu. Ihr Ziel war es, wie schon bei der Viertelfinalsensation gegen Kanada den «Grossen» ins Leere laufen zu lassen und ihre Geduld zu strapazieren. Die Dänen hatten sogar die ersten Möglichkeiten. Doch als die Schweizer nach einigen Minuten öfters aufkamen, hatten sie zeitweise die Scheibe lange im Angriffsdrittel. In der 10. Minute nutzten sie dann diese Druckphase für sich aus.
Janis Moser passte von links zur Mitte und die Scheibe ging via Nino Niederreiters Bein ins Tor. Die Unparteiischen nahmen sich Zeit und schauten sich alle mögliche Kameraperspektiven an, ob es kein Kicktreffer sein könnte, ehe das Tor gegeben wurde.
Mit ihrer nächsten Möglichkeit erhöhten die Schweizer in der 13. Minute gleich auf 2:0. Simon Knak kam hinter dem dänischen Tor an die Scheibe, passte schnell vors Tor, wo Ken Jäger sie ins Tor beförderte.
Als die Schweizer in der 18. Minute erstmals im Powerplay spielten, nutzten sie ihre Offensivgefahr und physische Vorteile zum dritten Tor aus. Nach einem Weitschuss von Denis Malgin erzielte der im Slot ständig für Unruhe sorgende Niederreiter mit der Rückhand das Überzahltor.
«Das erste Drittel war ein Murks, aber wir fanden ein Weg zum Toreschiessen, was sehr wichtig war. Danach spielten wir solide fertig», sagte Niederreiter.
Malgin pflichtet ihm bei: «Am Anfang war es ausgeglichen, doch als das erste Tor fiel, fanden wir besser ins Spiel.»
Wie schon im Viertelfinale hatten die Schweizer im Mitteldrittel eine Druckphase inklusive doppeltes Überzahlspiel für die Dänen während 85 Sekunden zu überstehen, doch so effizient sich die Schweizer in der Offensive zeigten, so sattelfest waren sie in dieser Situation in der Defensive.
Die Schweizer hielten das Spiel in der Folge unter Kontrolle und erhöhten zweieinhalb Minuten vor der nächsten Pause auf den Zwischenstand von 4:0. Knak und Kevin Fiala kämpften links um die Scheibe, fanden Malgin, der sich blitzschnell von seinem Gegenspieler loslöste und Frederik Dichow bezwang. Nach zehn Assists im Turnier war es das erste Turniertor für den ZSC-Stürmer. Und der dänische Widerstand schien endgültig gebrochen.
Im Schlussdrittel ging es vor allem in Richtung des dänischen Tors und in der 45. Minute fiel schliesslich der fünfte Treffer. Christoph Bertschy war hinter dem Gehäuse stark am Puck, passte zurück zu Sandro Schmid, der im zweiten Anlauf das 5:0 erzielte.
Für Dichow war das Spiel damit zu Ende und der zuvor kaum eingesetzte Sebastian Dahm durfte die letzte Viertelstunde Halbfinalluft schnuppern. Der 38-Jährige sah nach nur 50 Sekunden nach einem Schuss von Jonas Siegenthaler alt aus, doch nach dem Videostudium fanden die Unparteiischen Bertschy auf der anderen Seite in Offside-Position und nahmen den Treffer zurück.
Bertschy machte dies wenig später wieder wett mit einer Vorlage für Damien Riat, der in der 53. Minute auf 6:0 erhöhte. Nach einem Coach’s Challenge wurde auch hier auf eine Offside-Position geprüft, doch diesmal zählte es und die Dänen erhielten eine Bankstrafe, welche die Schweizer zu Tyler Moys Powerplay-Treffer zum 7:0 nutzten.
Morgen Abend um 20:20 bestreiten die Schweizer damit das Finalspiel gegen die USA und kämpfen um Gold.
Schweiz – Dänemark 7:0 (3:0, 1:0, 3:0)
Avicii Arena, Stockholm. – 12’530 Zuschauer (ausverkauft). – SR: Holm (S) / Hribik (CZ), Briganti (USA) / Davis (USA).
Tore: 9:23 Niederreiter (Moser, Fiala) 1:0. 12:47 Jäger (Knak, Riat) 2:0. 17:23 Niederreiter (Malgin, Kukan / Ausschluss Russell) 3:0. 37:38 Malgin (Meier) 4:0. 44:48 Schmid (Bertschy, Siegenthaler) 5:0. 52:02 Riat (Bertschy) 6:0. 53:26 Moy (Schmid, Meier / Bankstrafe Dänemark) 7:0.
Strafen: je 5-mal 2 Minuten.
Schüsse aufs Tor: 34:17 (8:6, 11:7, 15:4).
Schweiz: Genoni (Ersatz: Charlin); Kukan, Siegenthaler; Glauser, Moser; Fora, Marti; Berni; Meier, Malgin, Andrighetto; Niederreiter, Ambühl, Fiala; Bertschy, Moy, Schmid; Riat, Jäger, Knak; Baechler.
Dänemark: Dichow (44:48 Dahm); Jesper Jensen Aabo, Bruggisser; Markus Lauridsen, Lassen; Oliver Lauridsen, Koch; Nicholas B. Jensen; Ehlers, Mølgaard, Olesen; Nicklas Jensen, Russell, Røndbjerg; Blichfeld, True, Aagaard; Bau, Wejse, Poulsen; From.
Bemerkungen: Schweiz ohne Hischier (verletzt), Aeschlimann, Egli und Hofmann (alle überzählig). Dänemark ohne Meyer, Scheel und Seldrup (alle überzählig). – 45:38 Tor von Siegenthaler aberkannt (Offside).
