Überragender Sieg gegen Deutschland
Schweiz
Deutschland
Spielbericht
Ein hervorragend eingestelltes Schweizer Team ist ihrem Gegner überlegen und siegt verdient mit 5:1. Deutschland vermag kaum Akzente zu setzen und sündigt zudem vor dem Tor. Leider schied Nico Hischier nach 20 Minute verletzt aus.
Nach den zwei Tagen Pause für die Schweizer Nati, stand heute in Herning das immer brisante Duell gegen unseren nördlichen Nachbarn Deutschland auf dem Programm. Diese Affiche möchte der Eidgenossen-Fan immer gewinnen, egal ob Vorrunde oder Viertelfinal. Die Spieler natürlich auch.
Im ersten Powerplay nach knapp zwei Minuten machten die Schweizer eine sehr gute Figur. Aber ein Treffer wollte noch nicht gelingen, nur ein Pfostenschuss durch Tyler Moy schaute heraus. Im ersten Teil des Startdrittels war die Schweiz überlegen und mit viel mehr Spielanteilen und Torchancen. Danach kam Deutschland besser in die Partie. Bis zur ersten Pause verlief das Spiel schnell und ausgeglichen. Kurz vor Ende verschwand Nico Hischier nach einem Zusammenprall in der Kabine.
Zu Beginn des Mitteldrittels, und schlussendlich für den Rest der Partie, musste die Schweizer Nati auf Hischier verzichten und einige Umstellungen in den Linien waren nötig. In der 25. Minute gelang aber trotzdem der Führungstreffer. Ken Jäger kam glücklich an den Puck und suchte den Abschluss, den Abpraller bei Niederberger verwertete der reaktionsschnelle Damien Riat. Bereits sein vierter Treffer in diesem Turnier. Und die Eisgenossen legten kurz darauf nach – zum Doppelschlag innert 84 Sekunden. Das 2:0 erzielte Sven Andrighetto mit einem Schuss aus spitzem Winkel. Timo Meier sorgte dabei für die nötige Verwirrung vor dem Tor. Nur Sekunden später traf Michael Fora vermeintlich zum 3:0, aber leider lief Bertschy hinter ihm ins Offside. Eine erfolgreiche Coach-Challenge der Deutschen. Und trotzdem konnte der Gegner aus dem grossen Kanton den nächsten Treffer der Schweiz nicht verhindern. Wiederum Sven Andrighetto traf mit einem präzisen Handgelenkschuss nach schönem Zusammenspiel und angezeigter Strafe gegen Deutschland. Diesmal blieb Harold Kreis’ Challenge wegen Offside aber erfolglos, was natürlich eine Strafe zur Folge hatte. Im anschliessenden Powerplay dominierte die Nati und erneut erzielte Sven Andrighetto das Tor, mit einem sehenswerten Onetimer. Ein lupenreiner Hattrick für ihn! Im defensiven Bereich hatte Leonardo Genoni trotzdem genug arbeit und gegen Ende des Drittels auch noch Glück, die saubere Weste zu behalten.
Zu Beginn des Schlussdrittels hatte unser Gegner zwei hochkarätige Möglichkeiten auf den ersten Treffer. Aber Genoni hielt seinen Kasten mit grossartigen Aktionen rein. Ein Punkt den sich die Deutschen sicher vorwerfen lassen müssen – die fehlende Toreffizienz. Ausserdem nahmen sie nun zu viele «Frust»-Strafen, und nahmen sich somit zusätzlich aus dem Spiel. In einem dieser Powerplays für die Schweiz fiel das fünfte Tor – und der unglaubliche Sven Adrighetto markierte seinen vierten persönlichen Treffer. Nochmals traf er mit einem präzisen und sehenswerten Schuss ins hohe Eck. Danach kontrollierten die Schweizer das Spiel und reduzierten das Risiko im eigenen Verhalten. Dennoch kassierte man eine unnötige Strafe wegen Wechselfehler und prompt den Gegentreffer. Fora lenkte Jonas Müllers Schuss unhaltbar ins eigene Tor ab.
Mit solch einem deutlichen Resultat hat wohl kaum einer gerechnet. Und wenn die Schweiz ihr restliches «Pflichtprogramm» wie zu erwarten erfolgreich absolviert, ist die Viertelfinalqualifikation auf sicher, vielleicht sogar Platz 1 in der Gruppe B.
Stimmen nach dem Spiel:
Sven Andrighetto: «so ein Spiel gibt es nicht alle Tage. Vier Treffer sind schon speziell, aber ich bin vor allem auf die 3 Punkte stolz.» Ihre Linie funktioniert scheinbar gut: «Malgin und ich kennen uns natürlich schon lange und sehr gut, und wir harmonieren hervorragend. Mit Timo Meier als Dritter läuft es nun super.»
Jonas Siegenthaler: «wir haben sehr gut gespielt. Das Nachbarschafts-Derby gegen Deutschland wollen wir natürlich immer gewinnen und die Rivalität gab uns einen Extrakick.»
Damien Riat: «Wir haben ein gutes Spiel gezeigt und als ich die Chance vor dem Tor kriegte machte ich das 1:0. Tolle Teamleistung über die gesamten 60 Minuten.»
Dean Kukan: «ich persönlich und das ganze Team hat nochmals einen Schritt nach vorne gemacht. Aber wir können immer noch besser werden.» Wieso hast du im Powerplay nicht selber von der blauen Linie geschossen? «Ich schiesse eher weniger, und mit Adrighetto an der Seite suche ich lieber den optimalen Pass.»
Telegramm:
Schweiz – Deutschland 5:1 (0:0, 4:0, 1:1)
Herning (DEN), Jyske Bank Boxen – 5391 Zuschauer – Refrees: Vikman (FIN), Björk (SWE); Linesperson: Durmis (SVK), Hynek (CZE)
Tore: 24:25 Riat (Jäger, Marti) 1:0; Andrighetto (Siegenthaler, Malgin) 2:0; 33:51 Andrighetto (Fiala, Malgin) 3:0; 34:53 Andrighetto (Kukan, Malgin / Ausschluss Schütz) 4:0; 48:15 Andrighetto (Kukan, Malgin / Ausschluss Stützle) 5:0; 58:35 Müller (Kahun / Ausschluss Meier) 5:1
Strafen: Schweiz 4 x 2 Minuten; Deutschland 5 x 2 Minuten
Bemerkungen: 2. Min. Pfostenschuss Schweiz (Moy)
Best Player: #85 Andrighetto (SUI); #38 Wagner (GER)
Teamaufstellung Schweiz:
Genoni; Kukan, Siegenthaler; Moser, Glauser; Fora, Marti; Berni; Fiala, Hischier, Moy; Meier, Malgin, Andrighetto; Knak, Jäger, Riat; Bertschy, Schmid, Baechler; Ambühl
Teamaufstellung Deutschland:
Niederberger; Müller, Seider; Geibel, Wagner; Kälble, Szuber; Mik; Kahun, Stachowiak, Schütz; Ehliz, Stützle, Michaeli; Tiffels, Samanski, Pföderl; Kastner, Hager, Ehl; Wiederer
