Erster Sieg für die Schweiz
Dänemark
Schweiz
Spielbericht
Heute gabs drei Punkte: Die Schweiz musste im Mitteldrittel kurz zittern als sie in Rückstand geriet, fand aber zurück zum 5:2-Sieg gegen den Gastgeber Dänemark. Die erste Linie überzeugte, wobei Tyler Moy und Nico Hischier beide auf jeweils zwei Tore und einen Assist kamen.
Moys Händchen stand bei der Wende im Mittelpunkt. Nachdem der in Kalifornien aufgewachsene US-Schweizer mit Mutter aus dem luzernischen Ebikon die WM-Selektion in den vergangenen Jahren knapp verpasste, durfte der Stürmer der SC Rapperswil-Jona Lakers in Herning in der ersten Linie ran und glänzte als Vollstrecker – und zumindest für den Moment als Topscorer der WM.
«Es war eine gute Antwort auf das gestrige Spiel und toll, dass wir ein knappes Spiel nach Hause bringen konnten», sagte Moy nach dem Spiel. «Ich bekam gute Pässe. Es ist toll mit Nico Hischier und Timo Meier zu spielen. Es ist eine tolle Erfahrung hier mit den vielen Schweizer Fans in der Arena und in der Stadt.»
Für die zweite Partie wurde die Herninger Messehalle zur Höhle des Löwens, denn sowohl der Gastgeber wie auch die Schweizer strebten nach dem ersten Sieg. Die Schweizer unterschätzten ihren Gegner nicht und starteten beinahe ehrfürchtig in die Partie. Sie sicherten nach hinten gut ab so dass die Dänen erst später überhaupt zu Abschlussmöglichkeiten kamen, selbst kamen die Schweizer aber vorne meist zu wenig zwingenden Chancen. In der 15. Minute fand die Scheibe doch noch den Weg ins Netz. Christian Marti lief links aussen Richtung Torlinie und sandte einen schönen Querpass vors Tor zum perfekt stehenden Hischier, der die Schweiz in Führung brachte.
Mit 13:2 Schüssen hatten die Schweizer klar mehr vom Spiel, so dass die Führung dem Spielverlauf entsprach und ausbaufähig war. Die Schweiz startete allerdings schlecht ins Mitteldrittel. Sie hatte zwar ein erstes Powerplay, doch rechts aussen an der blauen Linie verpasste Sven Andrighetto den Puck. Oscar Moelgaard kam an die Scheibe und schloss den Alleingang mit dem Ausgleichstreffer ab. Und wenige Sekunden nachdem ein dänisches Powerplay überstanden war, kam es für die Schweizer noch schlimmer als Joachim Blichfeld zwischen den Anspielkreisen wenig bedrängt zum Schuss kam und Charlin mit einem Schuss ins Lattenkreuz bezwang. Mit zwei Toren aus vier Schüssen in den ersten neun Minuten des Drittels holten die Dänen das Beste aus ihren Möglichkeiten heraus und kamen wenig später sogar zu einem weiteren Powerplay als auch Andres Ambühl auf die Strafbank musste.
Für Meier war es ein entscheidender Moment, dass die Schweizer in dieser Situation Ruhe bewahrten. «Es war der Schlüssel zum Erfolg, dass wir nicht in Panik gerieten und wussten, was zu tun ist. So brachten wir das Spiel heim. Wir konnten den Sieg holen, können aber sich noch Dinge verbessern vor allem für Gegner wie die Amerikaner», sagte Meier im Fernseh-Interview mit SRF.
Die Schweizer überstanden die ungemütliche Phase und in der 36. Minute liess die Linie um die New-Jersey-Devils-Stürmer Hischier und Meier mit dem WM-Debütanten Moy wieder ihre Klasse aufblitzen um den Ausgleich zu erzielten. Sie setzten den dänischen Schlussmann Sebastian Dahm gehörig unter Druck und spielten mit ihren Pässen die Hintermannschaft aus bis der angespielte Moy aus spitzem Winkel die Lücke im Tor fand. Und drei Minuten später wurde Moy gar zum Doppeltorschütze. Meier tankte sich links herrlich gegen Markus Lauridsen durch und nach dem Querpass verwandelte Moy zur 3:2-Führung.
In der 46. Minute nutzten die Schweizer als erstes Team ein Überzahlspiel aus. Diesmal gab es für Moy mit einem abgewehrten Schuss die Vorlage und Damien Riat staubte als Torschütze zum 4:2 ab. Die Schweizer brachten die Partie im Schlussdrittel souverän heim und standen einer höheren Führung näher als die Dänen dem Anschlusstreffer – insbesondere als Andres Ambühl in der 53. Minute den bereits geschlagenen Dahm am Schoner traf. 71 Sekunden vor Schluss fiel das 5:2 dann doch noch mit einem Schuss Hischiers ins leere Tor. Damit wurde auch der Walliser zum Doppeltorschützen, während Moy nach zwei Spieltagen mit vier Punkten der aktuelle WM-Topscorer ist.
Die Schweiz erhält nun einen Tag Pause bevor sie am Montag (16:20) auf die USA trifft.
Dänemark – Schweiz 2:5 (0:1, 2:2, 0:2)
Jyske Bank Boxen, Herning. – 10'095 Zuschauer. – SR: Holm (SWE) / Langin (CAN), Briganti (USA) / Ondracek (CZE).
Tore: 14:41 Hischier (Marti, Fora) 0:1. 22:09 Moelgaard (Ausschluss Lassen!) 1:1. 28:59 Blichfeld (Olesen) 2:1. 35:40 Moy (Hischier, Meier) 2:2. 38:34 Moy (Meier) 2:3. 45:19 Riat (Moy, Schmid / Ausschluss Koch) 2:4. 58:49 Hischier (Schmid / Ins leere Tor) 2:5.
Strafen: je 4-mal 2 Minuten
Schüsse aufs Tor: 15:35 (2:13, 9:12, 4:10)
Dänemark: Dahm (Ersatz: Dichow); Jensen Aabo, Bruggisser; Markus Lauridsen, Lassen; Oliver Lauridsen, Koch; Jensen, Russell, Olesen; Blichfeld, Mølgaard, Aagaard; From, Wejse, Meyer; Bau, True, Poulsen.
Schweiz: Charlin (Ersatz: Genoni); Kukan, Siegenthaler; Glauser, Moser; Fora, Marti; Berni; Moy, Hischier, Meier; Riat, Malgin, Andrighetto; Bertschy, Jäger, Hofmann; Knak, Schmid, Baechler; Ambühl.
Bemerkungen: Schweiz ohne Aeschlimann, Egli, Jung, Rohrbach (alle überzählig). – Dänemark von 58:16 bis 58:49 ohne Torhüter und mit zusätzlichem Feldspieler.
