Erneut bittere Niederlage der U18

Von Rolf Schwarz
Schweiz
0
0 - 0 - 0
USA
10
3 - 6 - 1
25.04.2025
long.u18
0:3‧0:6‧0:1
Spielbericht

Auch gegen die USA findet die Schweizer U18-Nati kein Rezept und kassiert wie bereits gestern gegen Schweden eine Kanterniederlage mit 0:10 Toren.

Weniger Strafen zu nehmen, ist die Devise aus Schweizer Sicht und die Erkenntnis aus dem gestrigen Spiel. Gegen die USA wird’s wie gegen Schweden auch schon, wichtig sein, die Räume im eigenen Drittel eng zu machen. Mit der Schnelligkeit der Amerikaner dürfte das nicht ganz einfach werden.

Eine Strafe gegen die Schweiz ist angezeigt, aber noch nicht ausgesprochen. Da scheppert es bereits ein erstes Mal im Schweizer Tor. Mooney bedient Murtagh – 0:1 nach gut einer gespielten Minute. Beim zweiten Tor kurvt wieder Mooney ums Tor und bedient Berchild mustergültig. Gespielt sind noch nicht einmal 5 Minuten. In der 8. Minute taucht dann aber Neuenschwander überraschend allein vor Slavick auf, hat aber wenig Zeit und schiesst am Tor vorbei. Bei einem schnellen Vorstoss über rechts fällt der dritte Treffer für die USA: Gallant wird lanciert von Murtagh und bedient den in der Mitte heranfahrenden, ungedeckten McKinney, welcher kein Problem hat, Birchler zu bezwingen.

Aus dem ersten Drittel läuft noch eine Strafe gegen die Schweiz. Die übersteht die Schweiz zwar. Aber kurz darauf ziehen die USA mit einem Doppelschlag auf 0:5 davon. Zuerst springt ein bereits durch die Verteidigung geblockter Schuss unglücklich über Torhüter Birchler und dann lässt sich Verteidiger Moret im eigenen Drittel den Puck abluchsen von Kevan, welcher umdreht und allein aufs Tor stürmt und einschiesst. Im nächsten Powerplay folgt dann das erste Powerplaytor für die Amerikaner: Zwar hält Birchler die Scheibe nach einem Schuss, kann sie aber nicht vollständig blockieren und plötzlich liegt sie im Tor. Birchler macht nun seinem Ersatz Trachsel Platz. Doch dieser muss auch gleich wieder hinter sich greifen: Monney lässt erst gekonnt Schenk mit einer Drehung aussteigen, stürmt dann aufs Tor und vernascht Trachsel mit einem Schuss ins linke obere Eck. Der 8. Treffer der Amerikaner ist wieder einer der Sorte unglücklich: Murtagh schiesst am Tor vorbei, aber McKinney lenkt die Scheibe mit seiner Hose ins Tor ab. Kurz vor Ende des Mittelabschnitts erhöht Moore auf 9:0.

Die Karten werden auch im letzten Drittel nicht mehr neu gemischt – im Gegenteil: In Überzahl läuft Gallant davon und trifft mit einem Shorthander zum 0:10.

Captain Guus van der Kaaij gibt im Interview Auskunft: «Wie schon gegen Schweden war’s ein super Gegner. Jetzt müssen wir zusammenbleiben als Team. Klar sind wir jetzt frustriert, aber morgen ist ein neuer Tag. Wir müssen uns gut erholen und dann kommen die nächsten zwei Spiele. Das ist das Wichtige für uns, auch wenn wir jetzt eine Schlappe kassiert haben.» Auf die Frage, was er jetzt in seiner Funktion als Captain fürs Team machen kann, antwortet er: «Ich probiere immer alles zu geben fürs Team, Vorbild zu sein und auch die Teammates mitzuziehen auf dem Eis und mit Worten. Wir dürfen jetzt noch frustriert sein, aber morgen sind wir wieder alle Brüder und eine Familie.»

Für den Coach waren’s auch heute noch zu viele Strafen. «Wir wollen max. 6 Minuten Penaltykilling haben. Wir hatten den Gameplan, so schnell wie möglich aus unserer Zone herauszukommen. Aber wenn’s nicht umgesetzt wird, dann gibt’s die Quittung dafür. Es ist schade, wenn wir nicht das aufs Eis bringen, was wir uns vornehmen. Wir haben unser System und bleiben dem auch treu. Aber wenn nicht alle fünf Spieler auf dem Eis connected sind, wird’s schwierig. Alle fünf müssen am selben Strick ziehen. Und heute war’s zum Teil so, dass es einen Gap zwischen Verteidigern und Stürmern gab. Man muss den Mut auch haben, mitzulaufen. Die Amerikaner spielen gradlinig und schnell, machen Rims, Chip outs und Chip ins. Sie spielen die ganze Saison so. Da sind wir zum Teil etwas naiv und das müssen wir jetzt hinkriegen gegen die Tschechen. Die Deutschen haben es uns vorgezeigt: Die Tschechen sind machbar. Aber bei uns muss jetzt im Kopf ein Refresh kommen. Morgen ist ein Recovery day und dann müssen wir zurückkommen.»

Telegramm

Schweiz – USA 0:10 (0:3, 0:6, 0:1)

Comerica Center, Frisco - Schiedsrichter: Janssen/Ondracek, Rampir/Thuma.

Tore: 01:13 Murtagh (Mooney, Barnett, Strafe gegen SUI angezeigt) 0:1; 04:23 Berchild (Mooney) 0:2; 08:53 McKinney (Gallant, Murtagh) 0:3; 21:48 Moore (McKinney, Bracco) 0:4; 22:25 Kevan 0:5; 24:46 Gallant (Horcoff, Potter; Ausschluss Schenk) 0:6; 26:19 Mooney (Trethewey, Kuehne) 0:7; 33:14 McKinney (Murtagh, Barnett) 0:8; 37:59 Moore (Schock) 0:9; 48:23 Gallant (Ausschluss Horcoff!) 0:10.

Strafen: 5 x 2 Minuten gegen die Schweiz, 4 x 2 Minuten gegen die USA.

Schussverhältnis: 27:43 (8:14, 14:23, 5:6)

Schweiz: Birchler (ab 24:46 Trachsel); van der Kaaij (C), Lehmann N.; Haas, Moret; Pedrotti, Bär; Nappiot (A); Troxler, Schenk, Aeschlimann; Neuenschwander, Andrey, von Rohr; Hasler, Bouvard, Peter (A); Mundy, Franzina, Aebli; Lehmann L..

USA: Slavick (Boettiger); Barnett (C), Fiddler; Trethewey, Schock (A); Bracco, Lindberg (A); Kuehne; McKinney, Murtagh, Gallant; Berchild, Mooney, Kvasnicka; Horcoff, Moore, Potter; Lansing, Kevan, Mutryn T.; O’Neill.

Bemerkungen: Schweiz ohne Dandois, Steinmann und Bichsel; USA ohne Phillips, Mutryn C. und Quinlan; Best Player Schweiz: Mundy; Best Player USA: Slavick.

Resultat:

0:10