Canada, what’s going on?
Tschechien
Kanada
Spielbericht
Bereits an der letzten U20-WM in Göteborg kam es zum selben Viertelfinalspiel, in welchem die Kanadier ausgeschieden sind. Damit hatten die Ahornblätter vor heimischem Publikum mindestens eine Rechnung zu begleichen. Headcoach Dave Cameron nahm zudem Änderungen im Line-up vor. Porter Martone war wieder zurück in der Aufstellung. Der gelistete Top-Prospect für den NHL-Draft 2025 war einer der Besten, brachte er die Kanadier zwischenzeitlich auf 3:2 zurück. Wegen ihm haben die Kanadier nicht verloren.
Kein gutes Drittel der Kanadier
43 Sekunden dauerte es nur ehe die Tschechen das Führungstor durch Petr Sikora erzielten. Carter George bekam den Puck zwischen die Schoner getunnelt und sah dementsprechend nicht gut aus. Zu seiner Verteidigung: Der Puck wurde vor ihm noch in eine andere Richtung abgelenkt. Der Treffer war unhaltbar.
Cole Beaudoin liess sich zu einem dummen Foul an Petr Sikora hinreissen. Die Schiedsrichter liessen sich lange Zeit für die Beurteilung. Das Verdikt lautete 5 Minuten und Restausschluss. Das gefiel den kanadischen Fans nicht und zeigten ihr Unverständnis in Form von Buhrufen bei jeder Puckberührung der Nummer 17 der Tschechen.
In der elften Minute zog Brayden Yager auf und davon und sah wie Hrabal seinen Schuss parierte. Doch der Puck kam nochmals zu Yager, der Tanner Howe in der Mitte sah und die Scheibe direkt zu ihm spielte. Mit dem perfekten Ablenker gelang den Kanadiern das 1:1 in Unterzahl.
Kurz darauf prallte ein Schuss vom Plexiglas hinter Carter George zurück und Sam Dickinson schob den Puck mit dem Handschuh ins eigene Tor. 2,1 Sekunden vor der Pause stellte Eduard Sale nach einem langen Pass von Mataj Mastalirsky gar auf 3:1. Damit waren die Kanadier bedient.
Porter Martone bringt Kanada wieder heran – eine Lehrstunde für Cameron?
Ausser je einer Strafe gab es in der ersten Hälfte des Mittelabschnitts nicht viel spannendes. Beide Mannschaften bekundeten aufgrund der Defensivarbeit des Gegners Mühe überhaupt zu Torchancen zu kommen. Bis zur Spielhälfte gaben die Kanadier erst elf Torschüsse ab.
Dann verzeichnete Vojtech Hradec ein guter Abschluss für die Tschechen, doch Carter George parierte diesen. Mit der Strafe von Eduard Sale gab es immerhin mal wieder ein Überzahlspiel. Und siehe da, die Kanadier trafen doch noch. Und wer war es? Porter Martone.
Dave Cameron machte mit der Anpassung im Line-up doch was richtig. Bisher verstand es nämlich kein Kanadier, weshalb Martone die letzten Spiele zuschauen musste. Der unter den ersten vier gelisteten Top-Prospects des nächsten NHL-Drafts lenkte den Schuss von Tanner Molendyk unhaltbar ab. Kurz darauf war Calum Ritchie nahe am Ausgleich. Dieser fiel aber noch nicht.
Letzte Strafe bricht Kanada das Genick
Man merkte den Schwung aus dem Mittelabschnitt den Kanadiern an. Sie wollten im Schlussdrittel unbedingt das Spiel bestimmen. Dies gelang ihnen recht gut. Die Tschechen lauerten derweil nur noch auf Konterchancen.
In der 47. Minute wurde es kurz brenzlig, als George bei einem Konter der Tschechen weit raus ging, den Puck aber noch wegbefördern konnte. Die Kanadier kamen langsam ins Spiel und drückten aufs Tempo. So stellte man sich die Darbietung der Kanadier vor. Davon fehlte in den ersten beiden Abschnitten einiges.
Bei Drittelhälfte jubelten plötzlich die Kanadier, doch die Schiedsrichter zeigten sofort No-Goal an, wobei der Kanadier durch einen Tschechen in den Goalie gedrückt wurde. Allerdings löste der Kanadier in dieser Situation ebenfalls einen Schubser in Richtung Goalie aus. Dave Cameron nahm die Coach’s Challenge und unterlag.
Die Strafen überstanden die Hausherren mit vereinten Kräften. Fünf Minuten vor Schluss streifte der Schuss von Easton Cowan den Pfosten. In der nächsten Szene waren die Fans ausser sich, als ein Check gegen den Kopf von Gavin McKenna ungeahndet blieb. Dafür jubelten sie gleich darauf, als Bradly Nadeau den Schuss von Luca Pinelli ins Tor lenkte. Das 3:3 war Tatsache und die spielerischen Vorteile bei den Kanadiern. In der Arena herrschte Ekstase!
Andrew Gibson verhalf seinem Team mit einem Check gegen das Knie von Ondrej Kos zwei Minuten vor Schluss überhaupt nicht. Er hatte Glück kam er nur mit zwei Minuten davon. Im darauf folgenden Powerplay beförderte beinahe Oliver Bonk den Puck ins eigene Tor. 39,4 Sekunden vor Schluss traf schliesslich Adam Jecho ins Glück für die Tschechen. George machte die Lücke beim Onetimer nicht zu und wusste sofort, dass er die Lücke hätte schliessen müssen.
Damit scheiden die Kanadier wie bereits an der letzten U20-WM gegen Tschechien im Viertelfinale aus. Dieses Mal ist die Niederlage für die über 18‘000 Heimfans noch schlimmer zu verkraften als vor einem Jahr.
Tschechien – Kanada 4:3 (3:1, 0:1, 1:1)
Canadian Tire Centre, Ottawa. – 18‘254 Zuschauer – Schiedsrichter: Brander(FIN)/MacFarlane (USA), Davis (USA)/Niittyla (FIN).
Tore: 0:43 Sikora (Hradec, Stancl) 1:0; 10:17 Howe (Yager) 1:1 SH1; 12:45 Stancl (Felcman, Jiricek) 2:1 PP1; 19:57 Sale (Mastalirsky, Galvas) 3:1; 37:40 Martone (Molendyk) 3:2 PP1; 55:42 Nadeau (Pinelli, Dickinson) 3:3; 59:20 Jecho (Jiricek, Sikora) 4:3.
Strafen: 5 x 2 Minuten gegen Tschechien, 5 x 2 Minuten, 1 x 5 Minuten + 20 Minuten (Beaudoin), 2 x 10 Minuten (Ritchie, McKenna) gegen Kanada.
Schüsse aufs Tor: 26:32 (14:9, 6:9, 6:14)
Tschechien: Hrabal (Ersatz: Kavan); Galvas, Husinecky; Dvorak, Jiricek; Fibigr, Port; Koci; Sale (C), Holinka, Mastalirsky (A); Sikora, Hradec (A), Stancl; Cihar, Felcman, Jecho; Kos, Petr, Zidlicky; Novotny.
Kanada: George (Ersatz: Ivankovic); Molendyk (A), Gibson; Dickinson, Bonk; Mynio, Price; Akey; Nadeau, Ritchie (A), Cowan; Howe, Yager (C), Martone; McKenna, Catton, Pinelli; Beaudoin, Luchanko, Gauthier; Cataford.
Beste Spieler Kanada: Tanner Molendyk, Brayden Yager, Carter George.
Bemerkungen: Tschechien ohne Milota, Rocak, Simek (überzählig). Kanada ohne Rehkopf, Schaefer (überzählig).
