Schweiz steht im Viertelfinale!

Von Roman Badertscher
Kasachstan
1
1 - 0 - 0
Schweiz
3
1 - 1 - 1
31.12.2024
long.u20
1:1‧0:1‧0:1
Spielbericht

Die Schweizer Nationalmannschaft hatte im letzten Gruppenspiel gegen Kasachstan trotz deutlichem Chancenplus ordentlich zu beissen. So trennten beide Teams nach 40 Minuten nur ein Tor Unterschied bei einem Schussverhältnis von 8:23. Ludvig Johnson markierte den Game-Winner. Gegner im Viertelfinale wird entweder Kanada oder USA.

Die Schweiz mit Vorteilen – die Kontergefahr droht aber

Die Schweizer gingen ausgeruht ins Spiel. Bereits früh nahm Gleb Reshetko die erste Strafe Kasachstan. Es dauerte nur 19 Sekunden ehe Simon Meier in der Mitte angespielt wurde und den Puck zwischen den Schonern von Vladimir Nikitin ins Tor brachte.

In einem 2-1-Konter von Lars Steiner ging der Puck nur knapp übers Tor. Nach seinem Versuch konterten die Kasachen. Ludwig Johnson liess Kirill Lyapunov zu einfach durchkommen und dieser stellte bereits in der siebten Minute auf 1:1.

Den Kasachen merkte man an, dass sie nach gestern noch im Spielrhythmus waren. Die Frage war, wann die Beine schwer werden würden. In der zweiten Hälfte des ersten Drittels verzeichnete die Schweiz eine kleine Druckphase sowie eine 2-1-Situation, die Endo Meier nicht verwerten konnte. Kurz darauf traf die Schweiz in einer weiteren Powerplaysituation nur das Aussennetz.

Die Schweiz bekundete zeitweise auch Mühe, den Puck sauber in der Offensivzone – vor allem in Überzahl – zu halten. So kam es auch immer wieder zu kasachischen Vorstössen. Nikita Sitnikov konnte nur noch mit einem Haken von Eric Schneller am Abschluss gehindert werden. Die Schweiz überstand die Strafe und ging mit dem 1:1 in die Pause.

Es braucht mehr gefährliche Schüsse aufs Tor – Antenen trifft zur Führung

Im Mittelabschnitt brauchte es erst eine weitere Strafe gegen die Kasachen bis die Schweizer zu Abschlüssen kamen. Einen guten hatte Leon Muggli von der blauen Linie. Kurz vor Spielhälfte machte die Schweiz Druck und brachte Kasachstan dazu, weitere Strafen zu nehmen. Auch wenn diese nicht genutzt wurde, gab es einen tollen Ablenkungsversuch.

In der 35. Minute hatte Leo Braillard die riesige Chance, doch sein Schuss aus kurzer Distanz wurde vom Schoner von Nikitin noch abgewehrt. Sonst wäre es das 1:2 gewesen. Die Schweizer zeigten sich nun etwas offensiver, was allerdings vereinzelt zu Konter für Kasachstan führte. Auf Christian Kirsch im Tor der Schweiz war aber Verlass.

Mehrheitlich hatten die Eisgenossen das Spiel aber im Griff. Robin Antenen behauptete sich dann vor der Pause in der kasachischen Zone an der Bande in der Nähe der blauen Linie und schoss einfach mal aufs Tor. Der Puck ging wunderschön rein! 2:1 aus Sicht der Schweizer!

Ludvig Johnson mit dem Game-Winner

Im Schlussabschnitt spielten die Schweizer befreiter auf als zuvor. So nutzten die Eisgenossen auch die mittlerweile sechste Überzahl endlich wieder aus. Simon Meier passte auf den freistehenden Ludvig Johnson, der mit einem Onetimer den Vorsprung der Schweizer auf 1:3 ausbaute! Die Schweiz liess nichts mehr anbrennen und die Kasachen brachten keine Schlussoffensive wie gegen die Slowakei zustande.

Somit steht die Schweiz im Viertelfinale. Der Gegner wird heute Abend ausgespielt. Entweder Kanada oder USA. Für Kasachstan geht es gegen Deutschland ins Relegationsspiel.

Stimmen zum Spiel:

Robin Antenen: „Ich bekam an der Bande den Puck, dann schaute ich überall hin, sah keine andere Option als die freie Schussbahn und zog einfach mal ab. Schlussendlich kam ein recht guter Schuss mit einem schönen Tor zustande. Die Erleichterung über den Sieg ist riesig. Wir waren vor dem Spiel recht angespannt. Als das Spiel anfing, konnten wir dies ablegen und einfach spielen. Den 3:1-Sieg nehmen wir mit und schauen bereits weiter auf den Gegner im Viertelfinale. Kanada und USA sind beide Top-Teams. Da habe ich nicht wirklich einen Favoriten. In Kanada ist es sowieso absolut cool ein Viertelfinale zu spielen. Wir nehmen es wie es kommt. Wenn wir unserem Gameplan folgen und zeigen was wir können, dann ist die Chance da, dass wir weiterkommen können. Darauf bauen wir auf.“

Ludvig Johnson: „Die Erleichterung ist sehr hoch. Wir haben bis zum Schluss gekämpft und konnten den Sieg heimbringen. Am Anfang kamen wir etwas nervös aus der Garderobe. Die letzten zwei Drittel konnten wir das Spiel aber auf unsere Seite bringen und den Vorsprung herunterspielen. Das dritte Drittel war gut und der 2-Tore-Vorsprung wichtig für das Team. Kasachstan hatte da nicht mehr viel vom Spiel. Das nehmen wir mit. Mir spielt es keine Rolle, ob wir Kanada oder die USA im Viertelfinale haben werden. Wir bleiben fokussiert auf unser eigenes Spiel. Ich bin sicher, dass ein Sieg drin liegen kann, wenn wir unser Hockey spielen.“

Kasachstan – Schweiz 1:3 (1:1, 0:1, 0:1)

TD Place, Ottawa. – 2‘900 Zuschauer – Schiedsrichter: Campbell (CAN)/Frandsen (DEN), Briganti (USA)/Hynek (CZE).

Tore: 1:41 Simon Meier (Schneller, Johnson) 0:1 PP1; 6:10 Lyapunov (Ruslanuly, Orazov) 1:1; 37:18 Antenen 1:2; 48:59 Johnson (Simon Meier, Schneller) 1:3 PP1.

Strafen: 7 x 2 Minuten gegen Kasachstan, 4 x 2 Minuten gegen die Schweiz.

Schüsse aufs Tor: 12:35 (4:10, 4:13, 4:12)

Kasachstan: Nikitin (Ersatz: Lytkin); Zhussupbekov (C), Bolshedvorskiy; Ozazov, Reshetko; Shiplin, Belyakov; Ibragim; Lyapunov, Ruslanuly, Simonov (A); Kim (A), Beisembayev, Nurkenov; Gross, Migunov, Kankin; Alibek, Levkovets, Sitnikov; Korchagin.

Schweiz: Kirsch (Ersatz: Elijah Neuenschwander); Muggli (A), Bunzli; Rhyn, Johnson; Sansonnens, Schneller; Haefliger; Jonah Neuenschwander, Graf (C), Dorthe (A); Antenen, Gredig, Kaderli; Braillard, Endo Meier, Simon Meier; Rafael Meier, Reber, Steiner; Wey.

Bemerkungen: Kasachstan ohne Shakshakbayev, Dudarkiyev (überzählig), Sarkenov (gesperrt). Schweiz ohne Balestra, Gruber, Huet (überzählig).

Resultat:

1:3