Schweiz verliert Auftaktspiel trotz guter Leistung

Von Roman Badertscher
Tschechien
5
1 - 2 - 2
Schweiz
1
0 - 0 - 1
26.12.2024
long.u20
1:0‧2:0‧2:1
Spielbericht

Die Schweizer Nationalmannschaft verlor ihr erstes Spiel trotz einer starken Leistung gegen Tschechien deutlich. Bester Spieler wurde zu recht Goalie Elijah Neuenschwander.

Schweiz hält gut mit und erarbeitet sich gute Abschlüsse

Die Schweiz verzeichnete zwar einen guten Start ins Spiel gegen Tschechien und kam sogleich in der Offensivzone zu einem ersten gefährlichen Abschluss durch Andro Kaderli, musste aber trotzdem bereits nach fünf Minuten einen frühen Rückstand hinnehmen.

Plötzlich hatte Tomas Galvas viel freies Eis vor sich, konnte Elijah Neuenschwander im ersten Anlauf aber nicht bezwingen. Das darauf folgende Bully ging dafür an die Tschechen. Dieses Mal passte der Schuss von Galvas, der noch durch Miroslav Holinka unhaltbar abgelenkt wurde. Die Schweiz versuchte bis zur Drittelhälfte zu reagieren.

Danach musste das Team von Marcel Jenni die erste Unterzahl überstehen. Dies taten die Schweizer beherzt und liessen die Strafe verstreichen. In der 16. Minute hatte Leo Braillard plötzlich viel Platz zum Abschluss. Kurz darauf ging eine sehr schön herausgespielte Möglichkeit der Schweizer und der Schuss von Rico Gredig nur knapp daneben. Die Schweiz hielt den tschechischen Vorstössen gut entgegen und holte 5,1 Sekunden vor der Pause eine Strafe heraus, musste aber mit dem 0:1 in die erste Pause.

Tschechien nutzt Powerplay und baut dank grossem Pech der Schweiz das Score aus

Die Schweiz startete somit mit einem Powerplay in den Mittelabschnitt. Trotz guter Chancen konnte dieses nicht genutzt werden. Anschliessend war die Reaktion von Elijah Neuenschwander einmal mehr gefragt, entschärfte er gleich mehrmals erfolgreich. Eine weitere Strafe gegen die Schweiz folgte, welche zum nächsten Treffer führte. Nach zwei Möglichkeiten von Eduard Sale und Miroslav Holinka verwertete Captain Sale den diagonalen Querpass zum 2:0.

Der zweite Gegentreffer kam zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Die Schweiz hielt bisher im ganzen Spiel gut mit, sowohl spielerisch als auch körperlich. Und doch waren die Tschechen offensiv präsenter. Gegen Eric Schneller wurde eine Strafe angezeigt. Ondrej Kos gab derweil den Puck zur Mitte und via Schlittschuh von Andro Kaderli und Stock von Eric Schneller fiel das sehr unglückliche 3:0.

In der 32. Minute versuchte Rafael Meier auf den Rückstand zu reagieren. Hrabal im Tor der Tschechen parierte im Liegen mit dem Stock. Gleich darauf gab es die nächste Chance der Schweizer. Dieses Mal scheiterte Nils Rhyn der über die Seite zum Abschluss lanciert wurde. Die Mentalität, die die Schweizer aufs Eis brachten, stimmte. Wenn nur mal ein Puck reinfallen würde, könnte dies den Knoten lösen.

Jakub Stancl mit Buebetrick-Tor – Leo Braillard der einzige Schweizer Torschütze

Nach einem abgelaufenen Powerplay zu Beginn des Schlussabschnitts musste die Schweiz nach einer weiteren sicheren Parade von Neuenschwander eine weitere Strafe gegen Jan Dorthe überstehen. Es war die dritte Überzahl der Tschechen. Dies schaffte man – wenn auch der Ablenker von Adam Novotny im Slot top war. Doch Neuenschwander parierte den noch! An ihm lag es nicht, dass die Schweiz noch keine Tore erzielt hat. Jamiro Reber kam in Unterzahl zu einem Konterversuch, blieb aber an Hrabal hängen.

Die Schweiz überstand das Powerplay. Doch die Tschechen feuerten weiter und so erwischte Jakub Stancl Elijah Neuenschwander mit einem Buebetrick backhand zum 4:0. Unglücklich war dabei, dass Neuenschwander den Puck noch mit dem Schlittschuh berührte.

In der 48. Minute jubelte fast das ganze Stadion über das erste Tor der Schweiz an den diesjährigen World Juniors. Leo Braillard traf auf Zuspiel von Endo Meier aus dem Slot heraus zum 4:1. Alles Aufbäumen nutzte nichts mehr. Petr Sikora traf noch zum 5:1 ins leere Tor uns besiegelte damit die deutliche Niederlage der Schweizer.

Stimmen zum Spiel:

Alain Graf: „Es war sicher nicht das Spiel, das wir uns vorgenommen haben. Von der Intensität müssen wir noch eine Schippe drauf legen. Wir wussten, dass wir mit den Tschechen hätten mithalten können. Phasenweise klappte das auch. Bei den Abprallern müssen wir härter arbeiten, dass wir schneller am Puck sind. Am Schluss steht aber das 5:1. Das Spiel haken wir ab und bereiten uns auf morgen vor. Ich erwarte ein ähnlich hartes Spiel.“

Elijah Neuenschwander: „Wir konnten mit dem Gegner mithalten. Heute fehlte aber die Entschlossenheit, die Tore zu schiessen. Wir hatten gute Chancen, es reichte aber nicht. Das Coole an diesem Turnier ist, dass es morgen direkt weiter geht. Wir dürfen nicht lange daran herumstudieren. Morgen geht es weiter.“

Marcel Jenni (Head Coach): „Es ist schade, denn es war ein Spiel, das wir auch hätten gewinnen können. Im ersten Drittel stand es bei den Chancen 4:1. Es gab zu einfache Abpraller und natürlich zu leicht geschenkte Tore. Am Ende vom Tag war es aber zu wenig. Ich erwarte von meinem Team eine Leistungssteigerung. Wir waren zu zögerlich und zurückhaltend. Wir sollen nicht zurückhaltend sein, wir müssen angreifen.“

Tschechien – Schweiz 5:1 (1:0, 2:0, 2:1)

TD Place, Ottawa. – 3‘561 Zuschauer – Schiedsrichter: Ansons (LAT)/Frandsen (DEN), Briganti (USA)/Nyqvist (SWE).

Tore: 4:46 Holinka (Galvas) 1:0; 26:10 Sale (Holinka, Galvas) 2:0 PP1; 27:28 Kos (Port, Fibigr) 3:0; 44:31 Stancl (Felcman, Jecho) 4:0; 47:08 Braillard (Endo Meier, Simon Meier) 4:1; 57:31 Sikora 5:1 EN.

Strafen: 5 x 2 Minuten gegen Tschechien, 5 x 2 Minuten gegen die Schweiz.

Schüsse aufs Tor: 35:26 (10:9, 11:8, 14:9)

Tschechien: Hrabal (Ersatz: Kavan); Galvas, Husinecky; Dvorak, Jiricek; Fibigr, Port; Koci; Sale (C), Felcman, Mastalirsky (A); Sikora, Hradec (A), Stancl; Novotny, Holinka, Jecho; Kos, Petr, Zidlicky; Cihar.

Schweiz: Neuenschwander (Ersatz: Huet); Muggli (A), Bunzli; Rhyn, Balestra; Sansonnens, Schneller; Johnson; Antenen, Graf (C), Gruber; Rafael Meier, Gredig, Kaderli; Reber, Dorthe (A), Steiner; Braillard, Endo Meier, Simon Meier.

Bemerkungen: Tschechien ohne Milota (überzählig). Schweiz ohne Kirsch (überzählig). – Schwiez von 56:58 bis 57:31 ohne Goalie.

Resultat:

5:1