Hiller mit Problemen, ZSC Lions mit Glück
HC Davos
ZSC Lions
Spielbericht
In einem schnellen und interessanten Spiel bezwangen die Zürcher Löwen die Steinböcke aus Davos. Lange schien der Sieger der Partie klar, ehe der Zürcher Michel Zeiter eine fünfminütige Strafe wegen hohem Stock erhielt. Danach konnten die Davoser innerhalb von zwei Minuten auf 3:5 herankommen. 137 Sekunden vor Schluss verkürzte Niklas Hagman auf 4:5 ehe 12 Sekunden vor Schluss Jan Alston ins leere Tor zum 4:6-Schlussresultat traf.
Das Spiel begann animiert und mit guten Spielzügen auf beiden Seiten. Schon nach 24 Sekunden musste Rick Nash wegen Haltens auf die Strafbank. Nun zogen die Zürcher ihr in der ganzen Liga befürchtetes Powerplay auf, konnten aber zuerst nicht reüssieren. Doch mit dem vierten Schuss, und eine Sekunde nach dem die Davoser wieder komplett waren, konnte Mark Streit das 0:1 erzielen. Nun setzen die Löwen nach und knapp 90 Sekunden nach den 0:1 vergab Randy Robitaille eine weiter grosse Chance zum 0:2, schoss aber neben dem leerstehenden Tor vorbei. Die Zürcher setzten die Davoser nun stark unter Druck und konnten in der 6. Minute das 0:2 durch Martin Kout erzielen. Nun kam der HC Davos wieder besser ins Spiel und machten mehr Druck auf die Zürcher als auch schon. Die grosse Chance der Davoser kam dann in der 7. Minute, als der Zürcher Andri Stoffel eine Zwei-Minuten-Strafe wegen Stockhaltens bekam. Die Davoser zogen nun ein schnelles Powerplay auf und nur 32 Sekunden später verkürzten die Bündner auf 1:2. Von nun an spielte der HCD das gefährliche Power-Hockey von Arno del Curto. Immer wieder kamen sie nun gefährlich vor das Tor von Ari Sulander, der jedoch die Schüsse auf sein Tor hielt und wie ein Leuchtturm im Sturm stand. Diese Sturm-und-Drang-Phase des Heimklubs dauerte über sechs Minuten, war aber erfolglos. Nachdem die Davoser im Angriff einen Fehler machten, konnten die Zürcher sich aus der Umklammerung lösen und mit einem schnellen Konter den heute Abend mehr als unglücklich spielenden Jonas Hiller zum 1:3 bezwingen. Mark Streit lancierte auf der eigenen blauen Linie den freistehenden Sven Helfenstein, welcher mit einigen schnellen Schritten die neutrale Zone überbrückte und Andreas Camenzind bediente. Dieser drückte ab und es schien, als habe Jonas Hiller den Puck unter den Schonern begraben. Doch dieser kullerte für den jungen Torhüter unglücklich ins Tor hinein. Dies gab den Löwen noch einmal Kraft und sie spielten in der Defensive sehr solide. Doch auch Davos gab nicht auf und versuchte im ersten Drittel noch ein Tor zu erzielen. Als dann in der 18. Minute Beat Forster wegen eines Hakens auf die Strafbank musste, konnten wiederum die Zürcher, diesmal nach 23 Sekunden Strafzeit, von Mark Streit profitieren, welcher auf 1:4 erhöhte.
Im Mittelabschnitt ging es mit den Strafen munter weiter, doch keines der Teams schien sich einen weiteren Vorteil herausarbeiten zu können. So auch in der 25. Minute, als der Zürcher Andreas Camenzind auf der Strafbank sass und die Davoser Druck machten. Dennoch gelang es Thierry Paterlini, den Puck zu erlaufen und den auf der blauen Linie freistehenden Reto Stirnimann zu lancieren, welcher den wiederum unglücklich aufspielenden Jonas Hiller zum 1:5 bezwingen konnte. Nur vier Minuten später sah sich Arno del Curto zu einem Time-out gezwungen und wird wohl einige nicht gerade nette Worte an seine Mannschaft gerichtet haben. Von nun an erwachte der HC Davos und spielte das, was sie schon in der Qualifikation und in den Playoff Serien gegen Rapperswil-Jona und den SC Bern gezeigt hatten. Hinten standen sie defensiv besser und vorne wurde aus allen Lagen geschossen. Doch in diesem Mittelabschnitt war Fortuna nicht mehr auf der Seite der Bündner.
Der letzte Spielabschnitt begann für die Zürcher mit einer harten, aber vertretbaren Fünf-Minuten-Strafe gegen Michel Zeiter, als dieser die Stockschaufel im Gesicht des Davosers Josef Marha parkierte. Da sich Gianola im Gesicht verletze, konnte der gute Head-Schiedsrichter Reto Bertolotti nicht anders, als dem Zürcher den Weg in die Garderobe zu zeigen. Nun rochen die Bündner den Braten zum Torreigen. Zuerst vergab Hagman in der 42. Minute die erste Chance, ehe Peter Guggisberg auf ein wunderbares Zuspiel von Joe Thornton auf 2:5 verkürzen konnte. Nur 119 Sekunden später traf Reto von Arx wiederum auf ein schnelles und präzises Zuspiel von Joe Thornton zum 3:5. Nun war das Spiel wieder neu lanciert. Die Bündner hatten nun die besseren und effizienteren Chancen, konnten aber von ihrem Chancen-Plus von 17 Schüssen nur noch einmal profitieren, als 137 Sekunden vor Schluss Niklas Hagman mit dem schönsten Tor des Abends Ari Sulander mit einem Heber bezwingen konnte. Nun riskierte Arno del Curto noch einmal alles und nahm, nachdem eine Minute zuvor Rick Nash wegen Haltens auf die Strafbank musste, den Torhüter aus dem Tor. Die Davoser machten Druck, versuchten alles und konnten dennoch kein Tor mehr erzielen. Die Zürcher konnten sich dann 12 Sekunden vor Schluss durch Jan Alston den sechsten Treffer zuschreiben lassen.
Die Finalserie ist nun eröffnet und die Davoser müssen nun am nächsten Donnerstag im Zürcher Provisorium antreten. Dies wird sicher ein hartes Spiel werden, könnten doch die Zürcher in der Serie schon früh mit 2:0 in Führung gehen. Doch wer Arno del Curto kennt, der weiss, wie er seine Spieler motivieren kann. Es wird sicher nicht wieder zu einem solchen offensiven Schlagabtausch kommen. Die Davoser werden eher den Betonmischer brauchen, um wie in der Serie gegen Bern aus einer gesicherten Defensive mit schnellem Flügelspiel die Zürcher in die Knie zwingen zu können. Doch wie haben wir in unserer Vorschau geschrieben? Vorteil ZSC. Behalten wir Recht?
