Alina Müller trägt heute die Fahne

22.02.26 - Medienmitteilung

Das Swiss Olympic Team steht vor den letzten drei Wettkämpfen der Olympischen Winterspiele in Milano Cortina bei 21 Medaillen. Das ist eine Rekordbilanz. Chef de Mission Ralph Stöckli ordnet in seinem Fazit sowohl die sportlichen Leistungen als auch die Kritik an der Stimmung an den Wettkampfstätten ein und bedankt sich bei den Athletinnen und Athleten, dem Staff und bei der Bevölkerung in Norditalien. An der Schlussfeier in Verona wird die Eishockeyspielerin Alina Müller die Schweizer Fahne tragen.

Nationalteams

Drei Wettkämpfe sind ausstehend, als Ralph Stöckli, der Chef de Mission von Swiss Olympic, im House of Switzerland in Cortina Bilanz zieht zu den Olympischen Winterspielen 2026 in Milano Cortina. Noch stehen die Entscheidungen im 4er-Bob der Männer, im 50km Langlauf der Frauen auf dem Programm, und das Frauen-Curlingteam bestreitet das Finalspiel gegen Schweden.

«Fest steht aber schon jetzt, dass wir dank herausragenden Athletinnen und Athleten, einem tollen Staff, zahlreichen engagierten Volunteers und auch dank der Unterstützung und Offenheit der Bevölkerung in Italien, spannende und erfolgreiche Spiele erlebt haben. Dafür bin ich sehr dankbar», sagt Stöckli.

21 Medaillen und 31 Diplome hat das Swiss Olympic Team im Rahmen der 17 offiziellen Wettkampftage bis jetzt gewonnen – die Medaille der Curlerinnen bereits mitgezählt. Es ist die beste Schweizer Medaillenbilanz an Olympischen Winterspielen aller Zeiten. Entsprechend positiv fällt Ralph Stöcklis Fazit aus sportlicher Sicht aus: «Wir hatten vorgängig bewusst kein Medaillenziel definiert und uns an den 15 Medaillen der letzten beiden Winterspiele orientiert. Dass das Swiss Olympic Team nun so erfolgreich war, ist grossartig.» Gleichzeitig ist Stöckli klar, wie abhängig die Bilanz vom Abschneiden des Männer Alpinteams ist. Franjo von Allmen ist mit drei Goldmedaillen der Olympia-Überflieger, Loïc Meillard gewann Gold, Silber und Bronze, und Marco Odermatt reiste mit zwei Mal Silber und einmal Bronze aus Bormio ab. «Diese acht Medaillen unterstreichen die grosse Qualität dieser Ausnahmeathleten, die am entscheidenden Tag bereit sind und ihre Leistung bringen», sagt Stöckli.

Medaillen aus sieben Sportarten und vier Verbänden

Grosse Freude habe er als Chef de Mission bei allen Medaillengewinnen empfunden, sagt Stöckli und stellt zufrieden fest, dass sieben Sportarten und vier Verbände zu der grossartigen Bilanz beigetragen hätten, was die Breite im Schweizer Sport unterstreiche. «Eine spezielle Geschichte schrieb sicher das Frauen-Eishockeyteam mit dem Gewinn der Bronzemedaille. Die Spielerinnen haben stark auf den schwierigen Start und das krankheitsbedingte Verpassen der Eröffnungsfeier reagiert und haben in den Spielen nie lockergelassen. Bronze ist der verdiente Lohn.»

Auch alle anderen Medaillengewinnerinnen und Medaillengewinner hätten ihre ganz eigene Geschichte geschrieben, fügt Stöckli an: «Ich bin unglaublich stolz auf die Leistungen des Swiss Olympic Team. Die Athletinnen und Athleten – nicht nur jene, die mit Medaillen abgereist sind - haben auf und neben dem Wettkampfplatz, im Erfolg und auch in der Enttäuschung ein starkes Bild des Schweizer Sports abgegeben und spannende Geschichten geschrieben.»

Für eine dieser Geschichten war Eishockeyspielerin Alina Müller mitverantwortlich. Die Stürmerin traf an den Olympischen Winterspielen 2014 beim Sieg gegen Schweden im Bronzespiel. Zwölf Jahre später erzielte Müller, wieder im Bronzespiel, wieder gegen Schweden, den Schweizer Siegestreffer in der Overtime. Auch deshalb wurde Alina Müller von Ralph Stöckli als Schweizer Fahnenträgerin an der Schlussfeier ausgewählt.

Stöckli erinnert in seinem Rückblick auf die Olympischen Winterspiele 2026 aber auch an Kevin Fiala, Mathilde Gremaud, Anouk Andraska und Jan Scherrer, die aufgrund von Verletzungen nicht am (weiteren) Wettkampf teilnehmen konnten.

Die Unterstützung für junge Leistungssportlerinnen und Leistungssportler stärken

Trotz starker sportlicher Bilanz sieht der Chef de Mission Potenzial im Schweizer Sport, das noch gezielter ausgeschöpft werden kann: «Gerade im Wintersport sind die Hürden für junge Athletinnen und Athleten oft sehr hoch. Es geht um die Infrastrukturen und deren Zugang, um hohe Kosten und die Abhängigkeit von ehrenamtlichen Strukturen. Damit wir auch in Zukunft Erfolge feiern können, müssen wir mit Verbänden, dem Bund, den Kantonen und den Vereinen gemeinsam niederschwellige Angebote und innovative Fördermodelle sicherstellen.» Dies als Ergänzung bestehender und wertvoller Programme und Fördergefässe wie Jugend+Sport, Spitzensport und Armee und der Stiftung Schweizer Sporthilfe.

«Der Aufstieg in den Leistungssport ist anstrengend und herausfordernd. Gemeinsam mit den Verbänden müssen wir dafür sorgen, dass jungen Sportlerinnen und Sportlern, die bereit sind, diesen Weg einzuschlagen, in den entscheidenden Phasen ihrer Laufbahn die geforderte Unterstützung zukommt», sagt Stöckli.

Kritik ernst nehmen und einordnen

Zum Abschluss der Olympischen Winterspiele 2026 spricht Ralph Stöckli, dem Organisationskomitee und allen Verantwortlichen sowie Helferinnen und Helfern den dank des Swiss Olympic Team aus. «Dank ihnen haben die Athletinnen und Athleten an den Wettkampfstätten hervorragende Bedingungen vorgefunden, und wir haben faire, spannende und absolut olympiawürdige Wettkämpfe erlebt. In dieser Hinsicht wurden meine Erwartungen übertroffen.»

Stöckli hat aber natürlich aber auch die Kritik mitbekommen, wonach aufgrund der dezentralen Organisation nicht überall die gleich grosse Olympiastimmung aufgekommen sei. «In Bormio war das definitiv so, und aus Sicht der Athleten tut mir das leid. Diese Kritik nehmen wir ernst.»

Der Delegationsleiter, der Wettkämpfe an allen Standorten besucht hat, ordnet die Kritik aber auch ein. Er verweist auf die oft stimmungsvolle Atmosphäre an verschiedenen Wettkampfstätten. «Wie immer an Olympischen Spielen setzte sich das Publikum auch an den Spielen in Milano Cortina ein bisschen anders zusammen als an Weltcuprennen oder Weltmeisterschaften. Die Zuschauerinnen und Zuschauer kommen aus mehreren Ländern, verfolgen die Wettkämpfe aus Interesse an Olympia und am Sport allgemein und sind vielleicht etwas weniger fachkundig und auch etwas weniger involviert.»

Wichtige Erkenntnisse für Switzerland 2038

Die Medaillenübergabe direkt nach dem Wettkampf und den Verzicht auf eine feierliche Medaillenübergabe auf einem zentralen Platz, am Abend nach dem Wettkampf, müssen das IOC und das Organisationskomitee der kommenden Winterspiele aus Sicht von Swiss Olympic aber überdenken. «Das haben wir dem IOC bereits mitgeteilt und werden im Hinblick auf die Spiele 2030 in Frankreich darauf einwirken, dass die sogenannte Medal’s Plaza zurückkehrt», sagt Stöckli. «Wir sind überzeugt, dass das im Sinn der Athletinnen und Athleten ist und sie damit noch mehr von Olympia spüren.»

Ralph Stöckli hat wie auch Swiss-Olympic-Präsidentin Ruth Metzler-Arnold und Direktor Roger Schnegg in Milano Cortina wichtige Erkenntnisse gewonnen, die in die Kandidatur für Olympische und Paralympische Winterspiele Switzerland 2038 einfliessen. Auch dieser Anlass soll verteilt auf mehrere Standorte, auf bestehenden Anlagen, stattfinden. «Einige Ansätze von Milano Cortina 2026 können wir weiterverfolgen. Gewisse Punkte werden wir sicherlich anders denken und angehen», sagt Stöckli.

Tausende Glückwunschbotschaften von begeisterten Schweizer Olympia-Fans

Im Vorfeld und während den Olympischen Spielen in Milano Cortina konnten die Schweizer Fans mit interaktiven Online-Formaten mit den Athletinnen und Athleten mitfiebern. Im Zentrum der Kampagne stand das Swiss Olympic Team Fan-Phone. Über einen direkten WhatsApp-Kanal oder via Team-Website konnten die Fans ihren Athletinnen und Athleten persönliche Glückwunschbotschaften senden und mit dem Team in Kontakt bleiben. Mit emotionalen Geschichten über das Swiss Olympic Team erzielte die Kommunikation rund um die Olympischen Spiele Spitzenwerte hinsichtlich Reichweite und Interaktion mit der wachsenden Fan-Community.

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