Rüegger über seine Zeit in Dänemark
Der 25-jährige Bryan Rüegger wagte letzte Saison den Schritt ins Ausland in die dänische Metal Ligaen. Er hütete das Tor von Esbjerg Energy, schied mit Esbjerg als Drittplatzierter der Hauptrunde aber bereits im Playoff-Viertelfinale aus. Der mittlerweile für den HC La Chaux-de-Fonds spielende Rüegger erzählte uns von seiner Zeit in der fünftgrössten Stadt Dänemarks und, ob er dieses Abenteuer noch einmal machen würde.
Letzte Saison warst du beim dänischen Eishockeyclub Esbjerg Energy engagiert. Wie hast du die Saison erlebt?
Rüegger: «Es war sehr interessant und mal etwas anderes, in einem anderen Land Eishockey zu spielen. Im Grossen und Ganzen war es eine positive Zeit und ich konnte einen weiteren Schritt in meiner Entwicklung machen.»
Was hat dich an der dänischen Liga überrascht?
«Das Niveau und die Ausgeglichenheit der Liga über alle Mannschaften. Es hat mich sehr positiv gestimmt, dass jeder jeden schlagen konnte. Das Niveau war recht gut und das Spiel war sehr sehenswert. Nur vorne und hinten der Tabelle gab es einen Club, der entweder weit vorne oder hinten lag. Die anderen sieben Teams haben um jeden Punkt gekämpft.»
Wie ist die Eishockeykultur in Dänemark im Vergleich zur Schweiz?
«Es ist schon etwas anders, weil Eishockey in Dänemark nicht der Hauptsport ist. Fussball und Handball sind in Dänemark vorrangig. In Esbjerg hatten wir immer viele Zuschauer im Stadion. Auch andere Clubs konnten die Stadien recht gut füllen. Trotz kleinerer Stadien war die Auslastung bei den meisten Clubs relativ hoch.»
Wie hast du die Arena und die Fans erlebt?
«Sehr gut. Es war immer gut besucht und eine gute Stimmung. Man kann es aber nicht 1:1 mit der Schweiz vergleichen, weil die Fanclubs und das Interesse an Eishockey in der Schweiz viel grösser ist als in Dänemark.»
Würdest du einem Schweizer Spieler einen Wechsel nach Dänemark empfehlen?
«Ja, das würde ich. Wenn ich das Niveau vergleiche, war es ungefähr gleichzusetzen mit der Top-5 in der Swiss League. Da die Clubs in Dänemark neun Lizenzen an ausländische Spieler vergeben können, ist dieser Weg auch für Schweizer möglich. Ich würde es immer wieder machen. Es war eine sehr positive Erfahrung.»
Wie kam der Wechsel bei dir zustande?
«Über meinen Agenten. Ich kannte den Head Coach in Dänemark. Da ich auf der Suche war, hat sich durch diese Verbindung eine Tür geöffnet.»
Anm. der Redaktion: Markus Åkerblom war von 2022-2024 Head Coach beim HC Thurgau und damals auch von Bryan Rüegger.
Was wusstest du vor deinem Wechsel nach Esbjerg von der Stadt und dem Club?
«Eigentlich gar nichts. Man kennt eigentlich nur Kopenhagen. Mit der Zeit hat man dann mehr über die anderen Städte in Dänemark und auch über Esbjerg erfahren.»
Wie ging es mit dem Verständigen in Dänemark?
«Dänisch ist zum Lernen eine sehr schwierige Sprache. Da die Mannschaft neun Ausländer hatte, wurde rund um den Club durchgehend englisch gesprochen, was mir definitiv zugutekam.»
Vielen Dank für das Gespräch, Bryan Rüegger.
Foto: Christoph Perren
