Egli: «Neben Josi zu spielen ist eine coole Sache»

27.05.26 - Von Pascal Zingg

Dominik Egli gehört an dieser WM zu den Top-4-Verteidigern im Schweizer Team. Der gebürtige Frauenfelder hat sich in den letzten Jahren stetig weiterentwickelt, weshalb ihn Jan Cadieux in diesem Jahr neben Roman Josi einsetzt. Nun spielt er gegen Schweden, wo er die letzten zwei Jahre für Frölunda spielte.

 
Foto: Andreas Robanser

Dominik Egli kämpfte in den letzten Jahren oft vergeblich um einen WM-Stammplatz. Einzig 2022 spielte der Ostschweizer alle WM-Spiele. Im letzten Jahr kam er immerhin bei drei Spielen zum Einsatz. «In der Vergangenheit habe ich durch harte Arbeit immer wieder versucht mir einen Platz im Team zu erarbeiten. Leider hat es nicht immer geklappt. Es ist deshalb sehr toll, dass ich diesmal derart viel Verantwortung bekomme und auch viel spielen kann», freut sich Egli. Dass er bei dieser WM gleich neben Roman Josi spielen darf, ist für den Ostschweizer eine besondere Ehre. «Wenn du selber nicht in der NHL spielst, gibt es nur wenige Gelegenheiten neben einem Weltklasse-Verteidiger wie Roman Josi zu spielen», ist sich Egli bewusst. Für ihn ist deshalb klar, dass er möglichst viel von seinem Verteidigungspartner lernen will. Daneben sei es aber auch eine Challenge neben Josi zu spielen. «Egal wer neben mir steht, ich muss versuchen mein Spiel durchzuziehen, so dass wir uns möglichst gut ergänzen», erklärt der 27-jährige. Kein Problem sei, dass beide Verteidiger offensive Qualitäten mitbringen. «Wir haben dies vor dem Turnier besprochen. Wichtig ist, dass ich absichere, wenn er nach vorne geht und umgekehrt. Diese Balance ist uns bis jetzt auch gut gelungen», weiss Egli.

«W. Nuss» sorgt für Gänsehaut

Beeindruckt zeigt sich Egli auch von der Stimmung in der Swiss Life Arena. «Die Atmosphäre ist unglaublich. Als wir beim ersten Spiel rauskamen, haben alle geschrien und geklatscht, das sorgte ein erstes Mal für Gänsehaut. Wenn dann am Schluss auch noch die W. Nuss von Bümpliz ertönt, ist das die beste Atmosphäre, die ich je erlebt habe», zeigt sich Egli beeindruckt. Dem gebürtige Frauenfelder ist bewusst, dass die gute Stimmung das Team immer wieder zu Höchstleistungen treibt. «Wenn du von der ersten Minute an diese Atmosphäre spürst, dann löst dies einiges aus. Das Publikum hilft uns deshalb extrem, dass man den Sieg noch etwas mehr will.»

Vor dem Viertelfinal auf Kurs

Blickt man aufs bisherige Turnier, zeigt sich Egli zufrieden mit der Leistung seines Teams. «Wir konnten uns stetig weiterentwickeln. Wir waren kaltblütig und konnten viele Tore schiessen. Das hat uns viel Selbstvertrauen gegeben», ist sich Egli bewusst. Dabei habe man auch eine gute Balance zwischen aggressivem Forechecking und cleverem Verteidigen gefunden. Trotz einer guten Vorrunde gäbe es aber auch noch Dinge, die man besser machen kann. «Wenn es zählt, müssen wir sicher noch geradliniger agieren. Wenn wir unseren Speed ausspielen können, ist das bestimmt unsere grösste Stärke», analysiert Egli. Positiv sieht er dabei auch die Tatsache, dass man vor dem Viertelfinale mit Finnland nochmals einen echten Test gegen einen guten Gegner bestreiten konnte.

Nicht auf die Äste rauslassen will sich Egli bei den Erwartungen für die Finalrunde. «Ab dem Viertelfinale gibt es nur noch Teams die gewinnen wollen. Was passiert, wenn man einen Gegner nicht ernst nimmt, haben die Kanadier im letzten Jahr gezeigt», bemerkt der Verteidiger. Er führt aus, dass für die Schweiz selbst das Viertelfinale nicht selbstverständlich sei. «Schlussendlich müssen wir uns aber auf unsere Leistung konzentrieren. Das ist das Einzige, was wir kontrollieren können», bringt es Egli auf den Punkt.

In Schweden Schwung geholt

Obwohl Egli erst seine dritte WM bestreitet, kann er nicht verbergen, dass er inzwischen einiges an Erfahrung mitbringt. So reifte er in den letzten zwei Jahren bei Frölunda in Göteborg. «Bei einem der besten Clubs in Europa zu spielen war eine gute Erfahrung. Ich bin aus meiner Komfortzone gekommen und habe eine ausländische Liga kennengelernt», ist sich Egli bewusst. Dabei habe er sich spielerisch, aber auch persönlich weiterentwickelt. «Ich habe stark an meinem Defensivspiel gearbeitet. Das Spiel mit der Scheibe kam derweil automatisch dazu», weiss Egli.

Schweden spielt weniger Ping-Pong-Hockey

Verglichen mit der Schweizer Liga stellt er fest, dass es in Schweden eine grössere Breite gibt. «In der Schweiz gibt es die besseren Einzelspieler, während in Schweden alle vier Linien gut besetzt sind. Auffällig ist auch, wie viele Junioren in der obersten Liga spielen», zeigt sich der Verteidiger beeindruckt. Taktisch sei das Spiel etwas geordneter, als in der National League. «Das Spielsystem in Schweden hat mehr Kontrolle, alles ist strukturierter. In der Schweiz geht es deshalb mehr hin und her, es ist viel mehr Ping-Pong-Hockey», analysiert der 27-jährige. Als weiteren Unterscheid erkennt Egli, dass das Spiel in Schweden härter ist und auch mehr Zweikämpfe an der Bande geführt werden.

«Der HC Davos hat mich überzeugt»

Trotz guten Erfahrungen in Schweden hat sich Egli nach zwei Jahren in Göteborg entschieden, in die Schweiz zurückzukehren und sich dem HC Davos anzuschliessen. «Der HCD hat mich seinem Projekt überzeugt. Ich denke es war der richtige Zeitpunkt um einen längerfristigen Vertrag bei einem Verein zu unterschreiben, der in den nächsten sechs Jahren vorne mitspielt», erklärt Egli den Wechsel. Für den Thurgauer ist klar, dass er den Bündnern helfen will den Titel zu holen, den man in diesem Jahr nur knapp verpasst hat.

Bevor sich Dominik Egli seiner Aufgabe in Davos wird, steht am Donnerstag aber erst einmal das Duell mit den Schweden auf dem Programm. Dass sich der Verteidiger dabei mit Ivar Stenberg messen kann, freut ihn besonders. Schliesslich hat er mit dem Jungstar während der Saison in Göteborg zusammengespielt.