Ein Hoch auf die Fanzonen

26.05.26 - Von Martin Merk

Wer für die Schweizer Spiele keine Tickets ergattern konnte und trotzdem nah am Puls sein möchte, ist in den Fanzonen in Zürich und Fribourg bestens aufgehoben. Ein kleiner Rundgang in Bild und Wort.

Am Sonntagabend geht die Eishockeysaison in der Schweiz mit dem WM-Finale in Zürich zu Ende. 10'000 Fans haben in der Swiss Life Arena für die Weltmeisterschaft Platz – etwas weniger als sonst wegen Sponsoren- und Medienobligationen wie etwa die Autos des Hauptsponsors an den Ecken oder Plattformen für Fernsehkameras. Ebenfalls für 10'000 Fans ist die Kapazität der Fanzone in Zürich ausgelegt, die einmal an die Grenze gelangte und für weitere Fans geschlossen werden musste. Vier Grossleinwände – davon zwei im gut gefüllten Zelt und zwei draussen – Spiel und Spass an den Ständen der offiziellen Sponsoren und Partner, Essen und Getränke warten auf die Fans im Juchhof in Zürich. Und auch Fribourg hat sich kräftig herausgeputzt um für die lokalen und internationalen Fans als «Hockeytown» herauszustechen.

In Zürich ist der Platz neben der Arena für WM-Dimensionen begrenzt. Hier findet man den offiziellen Fanshop und westwärts entlang der Gleise beginnt der Weg, an welchem Hockeylegenden auf Plakaten und mit an Hollywoods Walk of Fame erinnernden Sternen verewigt sind. Nach ein paar Minuten landet man schliesslich auf dem grosszügigen Fanzonen-Gelände.

Die Stimmung während des Spiels Schweiz-Finnland ähnelt jener in der Arena. Vor allem jene, die das Spiel im Zelt verfolgen, bekommen die Emotionen mit – Jubel bei den Toren, Ärger, wenn die Schiedsrichter fälschlicherweise (oder doch nicht?) einen Schweizer auf die Strafbank schicken. Wer drinnen keinen Platz ergattert hat oder unter Dichtestress leidet, muss nicht traurig sein. Die laue Sommernacht bei rund 23 Grad lädt ein, das Spiel auch auf den Leinwänden draussen mitzuverfolgen vor dem Zelt oder bei den beiden Spielfeldern mit synthetischem Eis.

Neben Bier, viel Bier, warten nicht nur die gängigen Würste, Hot Dogs oder Pizzen. Es gibt auch Rösti, Älplermagronen sowie Fondue aus dem Kanton des Schweizer Meisters ebenso wie verschiedene Pommes-Frites-Kreationen und Döner Kebab.

Etwas ungewohnt für Schweizer Fans, aber geschätzt bei jenen, die aus dem Ausland angereist sind, werden die Spiele mit dem englischen Kommentar des kanadischen Senders TSN in die Fanzone übertragen.

Horden von Polizisten, gepanzerte Fahrzeuge und Wasserwerfer sucht man bei der Eishockey-Weltmeisterschaft übrigens vergebens. Hier feiern Fans der verschiedenen Clubs und Länder gemeinsam. Würde vor der Swiss Life Arena nicht ein Polizeiauto stehen, das oben auf dem Display netterweise das Zwischenresultat anzeigt, würde die Polizei kaum auffallen.

Zu verantworten hat die Zürcher Fanzone übrigens der langjährige Hockeyprofi Fabio Hollenstein, der bis vor wenigen Wochen noch die Schlittschuhe für den HC Thurgau in der Swiss League schnürte, diesen Monat aber voll und ganz als Marketing- und Event-Manager im Organisationskomitee ausgelastet ist.

Wem Fribourg näher liegt, wird auch dort nicht enttäuscht werden. Neben der Arena befindet sich die offizielle Fanzone mit Public Viewing, Essen und Getränken, Shop und Konzerten. Und damit es auch in der Stadt nach Hockey ausschaut, haben die Stadt, der Kanton und der Club quasi so etwas wie ein zweites Organisationskomitee ins Leben gerufen für weitere Aktivitäten wie einem Willkommenspunkt beim Georges-Python-Platz oder dem «Fan Walk» zur Arena.