Fiala: «Es war ein mentaler Rückschlag»
Kevin Fiala ist einer der grossen Abwesenden bei der diesjährigen Heim-WM. Der Stürmer der Los Angeles Kings hatte bereits kurz nach seiner Verletzung angekündigt, dass er zur WM wieder in die Nati zurückkehren möchte. Ein Ziel, dass er knapp verfehlte.
Kevin Fiala gehörte zu den grössten Pechvögeln an der Olympiade in Mailand. Nach einem Zusammenprall mit Tom Wilson fiel ihm dieser aufs Bein, wobei der Unterschenkel des Uzwilers brach. «Verletzungen sind immer hart, eine solche dann aber auch noch bei Olympia zu kassieren, war besonders taff», erinnert sich der Stürmer. Ganz neu war das Gefühl für Fiala aber nicht. «Ich hatte mir schon einmal den Oberschenkel gebrochen. Diese Verletzung war durchaus vergleichbar mit der jetzigen», erklärt er. Dabei gab es nach dem Rückschlag in Mailand nur ein Ziel für Fiala: Er wollte in dieser Saison noch einmal Eishockey spielen: «Zum einen bei den NHL-Playoffs, zum anderen aber auch an der Heim-WM. Das es am Schluss für beides nicht gereicht hat, war mental ein Schritt zurück», ist Fiala enttäuscht.
Nahe am Comeback
Im Gespräch merkt man schnell, dass Fiala noch immer damit hadert, dass er die WM nur knapp verpasst hat. «Ich hatte bis zuletzt alles gegeben um dabei zu sein. Dass es dann ganz knapp nicht gereicht hat, macht es in meinen Augen umso schwieriger», gesteht der Ostschweizer. Wie knapp Fiala die WM verpasste, zeigt die Tatsache, dass er am Dienstag für einen letzten Test auf dem Eis stand. «Nachdem ich drei Monate gekämpft hatte, ging es von 100 auf Null, das war extrem hart», gibt der Stürmer zu bedenken. Obwohl der erneute Rückschlag für Fiala schwierig ist, will er nun nach vorne schauen. «Als neues Ziel habe ich mir die neue Saison gesetzt», so der Stümer. Kraft tankt der gebürtige Uzwiler bei seiner Familie. «Meinen zwei Kindern ist es egal, ob ich Tore schiesse oder verletzt bin», ist er sich bewusst. Der Stürmer signalisiert damit, dass er abseits des Eises gar keine Zeit hat enttäuscht zu sein. Insofern scheint die Familie eine gute Ablenkung in einer nicht immer einfachen Zeit.
Die Nati ist eine Familie
Obwohl es mit dem Einsatz auf dem Eis nicht klappt, wollte Fiala die WM aber trotzdem nicht verpassen. «Die Ärzte haben mit am Mittwochmorgen das OK gegeben, dass ich reisen kann. Sofort habe ich einen Flug gebucht. Bereits am Abend sass ich mit der ganzen Familie im Flieger», erzählt Fiala. «Die Nati ist eine grosse Familie, die jedes Jahr noch ein bisschen mehr zusammenwächst. Deshalb wollte ich das Turnier um keinen Preis verpassen», erklärt er die Gründe für die spontane Aktion. Zusammen mit Jonas Siegenthaler und Andrea Glauser wolle er seine Teamkollegen zumindest mental bestmöglich unterstützen. «Wir sitzen alle im gleichen Boot und machen das, was die verletzten Spieler an einem solchen Turnier machen: Wir versuchen positive Vibes mitzubringen.»
Von der Stimmung beeindruckt
Wie viele seiner Kollegen zeigt sich auch Fiala von der Stimmung in Zürich beeindruckt. «Ich war schon an verschiedenen WM-Turnier, eine solch gute Stimmung wie hier habe ich jedoch noch nie erlebt», lobt Fiala. Besonders aufgefallen sei ihm dies während der doppelten Unterzahl gegen Grossbritannien. «Die Fans haben das Team so stark angefeuert, dass man das Gefühl hatte, wir stünden mit zwei mehr auf dem Eis», erklärt Fiala. Dabei betont er, dass es ihm die sehr gute Atmosphäre noch einmal schwerer mache nicht auf dem Eis zu stehen.
Der Titel ist möglich
Dank der guten Stimmung und der bisher positiven Resultate erachtet es Fiala als realistisch, dass die Schweiz auch in diesem Jahr um den Titel spielt. «Ich denke der Titel ist durchaus möglich. Als Spieler darfst du jedoch nicht zu fest auf ein solches Ziel schielen. Viel wichtiger ist es Spiel für Spiel zu nehmen», erklärt Fiala.
Ob die Schweizer in den nächsten Spielen ihrer Favoritenrolle weiter gerecht werden und gar das dritte Finale in Serie erreichen, werden wir in den nächsten Tagen sehen. Dabei ist klar, dass die Eisgenossen mit Kevin Fiala einen Edelfan haben, der das Team zumindest mental bestmöglich unterstützen wird.
