Vom Reservestürmer in die erste Linie
Attilio Biasca begann das WM-Turnier als 13. Stürmer. Nach einer Rochade von Trainer Cadieux gehört er inzwischen zur ersten Linie, wo er mit seinen Jugendidolen Nico Hischier und Timo Meier zusammenspielt.
Foto: Andreas Robanser
Quizfrage: Was vereint Nico Hischier, Timo Meier und Attilio Biasca? Richtig, alle drei spielten einst in der QMJHL für die Halifax Mooseheads. «Das wir nun in einer Linie zusammenspielen, ist eine witzige Begebenheit», meint Biasca. Dabei macht er keinen Heel daraus, dass die beiden New-Jersey-Söldner einst zu seinen Vorbildern gehörten. «Sie waren mitunter ein Grund, warum ich den Sprung nach Halifax gewagt habe», erklärt Biasca. Dass der Stürmer nun gar neben den beiden Spielen darf, habe vor allem bei den ersten Einsätzen im Spiel gegen Deutschland für Nervosität gesorgt. «Bereits gegen Österreich hat sich diese Nervosität jedoch gelegt. Wir verstehen uns auf dem Eis gut, weshalb es grossen Spass macht mit ihnen zu spielen», erklärt Biasca. Der Stürmer ist sich bewusst, dass diese Position eine grosse Ehre für ihn ist. «Für mich ist es nicht selbstverständlich, dass ich hier spielen darf. Das coole an diesem Team ist, dass man sich alles mit ehrlicher Arbeit erkämpfen muss. Das macht dich als Person und als Spieler besser», weiss der junge Stürmer.
Mit Geduld und Einsatz in die erste Linie
Was es heisst sich einen Platz im Team zu erkämpfen, hat Biasca in den ersten Spielen gelernt. So war er gegen die USA und Lettland als 13. Stürmer zwar auf dem Matchblatt, bekam jedoch keine Eiszeit. Erst im Spiel gegen Deutschland passte Jan Cadieux seine Linien an. Er setze Biasca damit in die erste Linie neben Hischier und Meier. Dabei dauerte es nicht lange, bis Biasca zu seinem ersten WM-Punkt kam. Zwar vergab er im Spiel gegen Österreich eine grosse Chance, setzte dann aber nach, was ihm beim 3:0 der Schweizer einen Assist einbrachte. «Das war ein kleiner Bonus. Am Schluss ist jedoch wichtig, dass ich meine Leistung abrufen kann und wir als Team gewinnen», meint Biasca bescheiden.
In Fribourg zum Leader gereift
Wie man schnell merkt, verfügt Biasca aktuell über sehr viel Selbstvertrauen. Dies ist jedoch nicht weiter verwunderlich, wenn man sieht, wie sich der Stürmer in der vergangenen Saison beim Meister aus Fribourg zum Schlüsselspieler entwickelt hat. Mit 31 Punkten in 59 Spielen hat der ehemalige Zuger Junior auf nationaler Ebene bewiesen, wie torgefährlich er sein kann. «Das ich dies kann, war mir von Anfang an klar. Ich habe weder im Club, noch in der Nati Angst die richtigen Plays zu machen. Für mich ist einzig wichtig, dass ich mein Spiel durchziehen kann», gibt sich Biasca bodenständig.
Mit jedem Spiel besser werden
Blickt man aufs Turnier, so stellt man fest, dass das Selbstvertrauen nicht nur bei Biasca hoch ist. Nein, das ganze Team strotz vor Selbstvertrauen, so dass man die Gegner in den letzten Spielen regelrecht überrollt hat. Mit einer grossen Entschlossenheit powert man immer wieder von der ersten Minute an und drückt den Spielen so früh den Stempel auf. Ähnlich war dies auch gegen Österreich, als man nach 12 Minuten bereits mit 3:0 führte. «Das war eine solide Leistung. Trotzdem gibt es immer noch Dinge, die wir besser machen können», zeigt sich Biasca kritisch. Für den Stürmer spielt es dann auch keine Rolle, wer auf der anderen Seite steht. «Wir wollen einfach unser Spiel durchziehen und jeden Tag besser werden», erklärt er.
Eine Gelegenheit auf ein gutes Spiel bietet sich den Schweizern bereits heute Abend, wenn sie gegen den Aufsteiger aus Grossbritannien spielen. Legen die Eisgenossen in diesem Spiel eine grosse Arbeitsethik zu Tage, darf man damit rechnen, dass man das Spiel erneut deutlich gewinnt.
