SCB-Captain spricht nach Derby-Pleite Klartext

01.03.26 - Von Roman Badertscher

Ramon Untersander, Captain des SC Bern, stand nach der 2:3-Heimniederlage gegen den Kantonsrivalen EHC Biel hockeyfans.ch Red und Antwort.



(Foto: Aneta Byrtus)

Am Ende steht man im Strichkampf gegen Biel mit null Punkten da. Das habt ihr euch wohl anders vorgestellt. Wie hast du das Spiel erlebt?

Natürlich haben wir uns das anders vorgestellt. In meinen Augen haben wir ein gutes Spiel gezeigt. Im dritten Drittel hatten sie gefühlt zwei Schüsse auf unser Tor. Wir haben das Spiel dominiert, könnten sechs oder sieben Tore erzielen – machen aber keines. Dann fahren sie einen Konter und treffen. Das ist extrem bitter. Viel mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen. Es ist einfach ärgerlich, wenn wir ein solches Spiel aus der Hand geben. Das darf uns in dieser Situation nicht passieren.

Über die ganze Saison hinweg bekundet ihr zuhause Mühe mit dem Toreschiessen. Woran könnte das liegen?

Das ist schwierig zu sagen. Manchmal fehlt vielleicht die letzte Überzeugung, manchmal steht niemand konsequent vor dem Tor. Eishockey ist am Ende ein komplexes Spiel. Wenn wir die einfache Lösung hätten, würden wir sicher mehr Tore schiessen.

Was hat Trainer Heinz Ehlers nach dem Spiel zu euch gesagt?

Wir haben miteinander gesprochen, der Frust ist natürlich gross. Wir müssen die richtigen Schlüsse aus solchen Niederlagen ziehen. Es ist ja nicht das erste Mal, dass wir ein Spiel so aus der Hand geben. Anscheinend haben wir es noch nicht gelernt. Jetzt stehen noch drei Qualifikationsspiele an und wir haben alles in den eigenen Händen. Unsere Playoffs haben im Grunde bereits begonnen. Dieses Mindset müssen wir ab dem nächsten Trainingstag mitbringen.

Es sind noch drei Spiele und die Play-In-Qualifikation ist offen. Wie ist die Stimmung im Team und wie stark verfolgt ihr die Tabelle?

Ich weiss nicht, wie es die anderen handhaben, aber ich konzentriere mich voll auf das nächste Spiel. Das ist das Einzige, was ich beeinflussen kann. Im Spitzensport muss man schnell abhaken können. Entscheidend ist der Moment – und eine optimale Vorbereitung auf Donnerstag.

Geht dir persönlich nach solchen Spielen auch durch den Kopf, was du hättest besser machen können?

Natürlich. Nach jedem Spiel gibt es zahlreiche Situationen, die man besser lösen könnte. Während der Partie trifft man ständig Entscheidungen. Im Video-Studium sieht man dann klar, was man anders hätte machen können. Dieses Gefühl hat wohl jeder Spieler.

Wie hast du das aberkannte 3:2 von Joël Vermin gesehen?

Ich glaube, Tristan war im Torhüterraum und berührte Harri Säteri. Deshalb war es wohl ein kniffliger Entscheid. In unserer Liga wird so etwas manchmal so, manchmal anders beurteilt. Am Ende ist es der Job der Schiedsrichter und wir müssen den Entscheid akzeptieren. Sie versuchen ihren Job genauso gut zu machen wie wir unseren. Fehler gehören auf beiden Seiten dazu. Zudem hatten wir genügend Chancen, das Spiel selbst zu entscheiden.

Am Donnerstag wartet mit dem EV Zug keine leichtere Aufgabe. Mit welchem Gefühl gehst du in dieses Spiel?

Im Moment muss ich diese Niederlage noch verdauen. Dann gilt es, so schnell wie möglich den Fokus wiederzufinden, das Spiel zu analysieren und die positiven Aspekte mitzunehmen. Am Donnerstag müssen wir mit voller Überzeugung und Selbstvertrauen auftreten und den Sieg holen.

Vielen Dank für das Gespräch, Ramon Untersander, und gute Erholung.