Vorfreude auf Kanada

12.02.26 - Von Martin Merk

Die beste Schweizer Nati aller Zeiten trifft heute auf den Favoriten des besten Hockeyturniers aller Zeiten. Die Vorfreude im Schweizer Lager ist gross auf die Partie gegen Kanada. Der Respekt auch. Und einer hat schon mal eine kanadische NHL-Auswahl besiegt.

Eines vorweg: Die Schweizer Bilanz gegen kanadische NHL-Auswahlen an Olympischen Winterspielen ist positiv. In Turin 2006 besiegten die Schweizer völlig überraschend Kanada 2:0. Vier Jahre später in Vancouver zwangen die Schweizer den Gastgeber ins Penaltyschiessen ehe sie 2:3 verloren.

Trotz der Zahlenspielerei: Aussenseiter bleiben die Schweizer dennoch, auch wenn sich sowohl die Schweiz (4:0 gegen Frankreich) wie auch Kanada (5:0 gegen Tschechien) gestern warmgeschossen haben für das Gipfeltreffen der Gruppe A.

«Wir freuen uns alle aufs Spiel. Wir müssen das Spiel gegen Frankreich schnell verarbeiten, dann schauen wir uns Kanada an und bereiten uns vor», sagt Sven Andrighetto nach dem Spiel. Den 5:0-Sieg Kanadas gegen Tschechien sahen sie nicht mehr in der Halle, er wird aber im Videostudium angesprochen.

Zeit bleibt den Schweizern dafür, denn die Partie geht erst um 21:10 los.

«Wir müssen morgen 60 Minuten diszipliniert spielen, sie sind recht kaltblütig», weiss der Stürmer Nico Hischier. «Es wird sehr physisch. Die haben ein unglaubliches Kader. Es wird nicht einfach, aber wir freuen uns riesig auf das Spiel.»

Ein gefragter Mann ist der Walliser und seine NHL-Kollegen, die auch von aus Nordamerika angereisten Journalisten nahe verfolgt werden. Erst recht vor dem Spiel gegen Kanada.

Nino Niederreiter ist dabei der einzige Nationalspieler, der bei einem kanadischen Club spielt und sich in Winnipeg den einen oder anderen Spruch hat anhören dürfen vor dem Spiel.

«Wir dürfen uns nicht verstecken. Wir müssen gleich starten wie gegen Frankreich und das 60 Minuten durchziehen», sagt der Bündner. «Das ist eine Grossmacht, die da auf uns zukommt, eine ganz andere Mannschaft. Es wird ein anderes Spiel als gegen Frankreich.»

«Es wird ein Highlight für alle, wenn man gegen so ein Team mit diesen Namen spielen kann», sagt Janis Moser. Doch das Rezept Sieg ist für den NHL-Verteidiger gleich wie gegen Frankreich. «Einfach spielen, direkt spielen, physisch spielen, Druck aufs Tor geben so dass sie ihre Offensive weniger gut bei uns ausleben können.»

Mit der Mischung aus Vorfreude und einer Portion Ehrfurcht wollen die Schweizer den Kanadiern heute Abend ein Bein stellen und damit die bislang grösste Sensation des noch jungen Turniers bewerkstelligen.

Wenn die Spieler wollen, wie man in Italien ein kanadisches Olympia-Team voller NHL-Stars besiegt, brauchen sie nicht weit zu fragen. Der Nationaltrainer Patrick Fischer (im Bild gegen Joe Sakic) war in Turin 2006 als Spieler mit von der Partie.



Fotos: Andreas Robanser, Thomas Oswald