Der Bundespräsident als Glücksbringer
Es war ein spezieller Auftakt für das Schweizer Frauennationalteam. Bangen wegen dem Norovirus, Comeback-Sieg gegen Tschechien und vor dem Spiel motivierte der Bundespräsident Guy Parmelin die Spielerinnen in der Kabine.
Guy Parmelin zeigt sich im Gespräch mit hockeyfans.ch selbst als Hockeyfan, der morgens NHL-Zusammenfassungen anschaut und etwa in Bern oder Lausanne auch mal ein Spiel besucht. Klar, dass er seinen Besuch in Mailand nutzte, um bei der Schweizer Frauen-Nationalmannschaft vorbeizuschauen zum Startspiel.
«Ich bin froh, dass ich einen Sieg sehen konnte», sagte Parmelin. «Ich habe gesagt, dass die Schweiz prinzipiell gewinnt, wenn ich komme. Ich war sehr optimistisch, aber als die Mannschaft acht Minuten vor Schluss 1:3 zurücklag, sagte ich mir, das läuft nicht diesmal. Ich war froh, dass sie ausgleichen und gewinnen konnten. Es war ein schwieriges Spiel, beide Mannschaften waren sich nahe, die Torhüterinnen hatten ein ausserordentliches Spiel.»
In Mailand wurde er zum Empfang durch die IOK-Präsidentin Kirsty Coventry eingeladen und traf dort auch Politiker anderer Länder wie den italienischen Staatspräsidenten Sergio Mattarella oder TD Vance, den Vizepräsidenten der USA. Die Sicherheitsvorkehrungen waren dabei sehr unterschiedlich. Als der Tross von Vance bei unserer Unterkunft vorbeifuhr, folgten hinten dran 36 Polizeifahrzeuge und zwei Ambulanzen. Auf dem Weg zur Santagiulia Eishockey-Arena fuhren auch zwei Limousinen mit Schweizer Flagge vorbei. Für Parlemin reichten zwei Polizeifahrzeuge als Begleitung. Auch bei seinem Besuch im House of Switzerland in der Mailänder Innenstadt zeigte er sich ohne Allüren. Dort stehen Besuchern kulinarisch etwa Raclette, Bratwürste und Nusstorte auf dem Programm neben Schweizer Bier, Wein und Rivella, einer Grossleinwand und ausstellenden Firmen.
In Mailand besuchte er auch Brandopfer der Katastrophe in Crans-Montana im Niguarda-Spital. Eine wichtige Geste in der aktuellen Situation, zumal die Fragen der italienischen Medienvertreter sich vor allem um dieses Thema drehten. Da war das Eishockeyspiel eine angenehme Ablenkung vom politischen Alltag.
Als Glücksbringer steht er heute Abend gegen Kanada aber leider nicht mehr zur Verfügung und kehrte in die Schweiz zurück, wo andere Arbeit ruft.
