Free Agents: Was sind die wichtigsten Signings?
Am 1. Juli wurde in der NHL der Spielermarkt für Free Agents geöffnet. Wiederum liessen sich die Teams nicht lange bitten und konnten bereits nach wenigen Minuten den ersten Free Agent präsentieren. Mit zum Teil immens zu hohen Vertragsabschlüssen sicherten sich die jeweiligen General Managers die Rechte an den vertragslosen Spielern. hockeyfans.ch zeigt die wichtigsten Neuverpflichtungen auf: (neues Teams in Klammern)
Brad Richards (New York Rangers)
Er war der meist gejagte Free Agent in dieser Signing Phase. Nachdem die Dallas Stars noch keinen neuen Besitzer gefunden hatten und der 1. Juli immer näher rückte war klar, dass die Zukunft des Kanadiers nicht mehr in Texas zu finden wäre. Die Teams wussten dies und schickten ihre bestmöglichen Mitarbeiter um in Verhandlungen sich die Rechte an Richards zu sichern. Schlussendlich sollten sich mehrere Teams, darunter auch Toronto, Calgary und Tampa Bay um die Unterschrift Richards‘ ernsthaft Interessiert haben. Vor allem die Toronto Maple Leafs wollten sich Richards als deren 1. Linien-Center ergattern. Doch es waren die New York Rangers, die schlussendlich das Rennen um ihn gewonnen hatten. Dort trifft er auf seinen ehemaligen Coach John Tortorella, mit dem er in Tampa den Stanley Cup einst gewann.
Tomas Kaberle (Carolina Hurricanes)
Obwohl Tomas Kaberle mit den Boston Bruins den Stanley Cup gewann senkte sich sein Marktwert als wohl einziger Spieler im Kader der Bruins. Seine zu passive Leistungen in den kompleten Playoffs und generell den Wechsel nach Beantown gefielen vielen Experten nicht. Es dauerte dann auch ein Weilchen bis die Carolina Hurricanes den Tschechen unter Vertrag nahmen. Doch obwohl es für Kaberle in Boston nicht aufging ist der tschechische Verteidiger ein Leistungsträger, der den Hurricanes gut tun könnte. Vor allem sein Stärken im Spielaufbau zeichnen ihn aus. Und mit den offensiven Kräften Pitkanen und Kaberle und den Defensivverteidigern Gleason und Allen haben die „Canes“ eine solide Abwehr für kommende Saison geschaffen. Dazu kommt noch Jungtalent Jamie McBain und Prospect Justin Faulk.
Tomas Vokoun (Washington Capitals)
Obwohl die Washington Capitals mit Michal Neuvirth und Braden Holtby bereits zwei starke junge Torhüter haben, wollten sie sich als Sicherheit noch Routinier Tomas Vokoun sichern. Dieser musste nachdem er von den Colorado Avalanche und den Florida nicht genommen wurde und auch die Phoenix Coyotes nicht auf den Tschechen setzten, sich mit einem kleinen Salär zufrieden geben. Vokoun hat einen Cap Hit von lediglich 1.5 Mio $ und war daher für die Washington Capitals ein gefundenes Fressen. Doch obschon Vokoun grosse Erfahrung aufweist, wird langfristig gesehen das Tor dem Duo Holtby/Neuvirth gehören. Wenn nicht bereits kurzfristig. Mehr als Sicherheit wird Vokoun nicht sein. Und denn angestrebten Stanley Cup wird er den Capitals auch nicht bringen.
Tim Connolly (Toronto Maple Leafs)
Nachdem die Toronto Maple Leafs das Buhlen um Brad Richards gegen die Rangers verloren war klar, dass sich GM Brian Burke Tim Connolly nicht entgehen lassen konnte. Das Bedürfnis nach einem 1. Linien-Center war zu gross. Und so boten die Leafs Connolly einen Vertrag an, den er nicht ablehnen konnte. Connolly wird Toronto in den nächsten zwei Jahren 9.5 Mio $ erhalten. Dies ist enorm viel wenn man bedenkt, dass Connolly seit der Saison 02/03 nie mehr als 68 Spiele absolvieren konnte und viele Verletzungen erleiden musste. Doch wenn Connolly fit ist, kann er den Leafs viel bringen. Der amerikanische Center ist ein viel unterschätzter und sehr wertvoller Spieler.
Mike Smith (Phoenix Coyotes)
Die Phoenix Coyotes mussten sich nach dem Abgang von Ilya Bryzgalov einen neuen „starter“ suchen. Sie wurden fündig in Mike Smith, der letzte Saison auch mit Tampa Bay in den Playoffs zum Einsatz kam. Allerdings ist der Wechsel von Bryzgalov zu Smith ein klarer Rückschritt. Die Coyotes haben es verschlafen, einen geeigneteren Nummer eins Torhüter zu verpflichten. Obwohl mit Giguère, Vokoun oder Varlamov bessere Alternativen vorhanden gewesen waren. Smith hatte zwar in den Playoffs einige gute Ansätze gezeigt, aber es wird wohl kaum ausreichen um die Coyotes zu Ruhm zu führen. Phoenix wird Bryzgalov noch lange nachtrauern.
Erik Cole (Montreal Canadiens)
Nach einer schwierigen Saison 09/10 mit Verletzungsproblemen und schwachen Statistiken kehrte Erik Cole letzte Saison beeindruckend zurück und legte 52 Skorerpunkte auf. Dies hat wohl das Interesse der Montreal Canadiens zu stark geweckt um ihn einfach zu ignorieren. Erik Cole passt perfekt in die Franchise der Canadiens. Böse Zungen würden behaupten dem ist so weil er verletzungsanfällig, überbezahlt und ein zu grosses Risiko darstellt. Doch Cole könnte für die Canadiens enorm wertvoll sein, nicht nur auf dem Eis. Cole bringt Leader- und Skorerqualitäten in die Mannschaft und ist offensiv mehr als nur ein Spieler für die Erweiterung der Kadertiefe.
Jean-Sebastien Giguère (Colorado Avalanche)
Die Colorado Avalanche verloren gleich alle drei Torhüter. So waren sie gezwungen zu handeln und sicherten sich Semyon Varlamov für extrem viel Gegenleistung. Doch wer dachte sie Vertrauen auf ihren teuer bezahlten neuen Torhüter Varlamov hat sich geschnitten. Denn sie unterschrieben mit Jean-Sebastien Giguère einen starken zweiten Torhüter. Giguère indes war ein echtes Schnäppchen und kommt auf einen Cap Hit von nur 1.25 Mio $. Dadurch haben die Avs zwar weiterhin Mühe die mindeste Lohnlimite zu erreichen, doch Giguère könnte eine gute Verpflichtung sein. Der Kanadier spielte zuletzt zwar nicht überragend, aber doch einigermassen solide. Von einem Vertrauenszuspruch an Varlamov kann man aber nicht sprechen.
Ed Jovanovski (Florida Panthers)
Die Florida Panthers gehörten zu den aktivsten Teams in der Free Agent Phase und auch zu den Gewinnern. Das Team von GM Tallon befindet sich im „Rebuild“ und fügte nun wichtige Teamstützen hinzu, die klar die Handschrift von Tallon tragen. Weil die Abwehr zu unstabil war, holten sich die Panthers Brian Campbell via Transfer. Doch dies reichte Tallon noch nicht, er verpflichtete Ed Jovanovski bis in die Saison 14/15. Beide haben aber das gleiche Problem, nämlich noch einen langen und hoch dotierten Vertrag, was für die Panthers doch ein Risiko darstellt. In der Gegenwart hat sich die Abwehr allerdings beträchtlich verbessert. Neben den beiden Neuverpflichtungen wird Prospect Erik Gudbranson (3rd Overall 2010) bald erwartet. Jovanovskis beste Jahre sind sicherlich gezählt, doch vor allem von seiner physischen und defensiven Präsenz kann der junge Gudbranson viel abschauen und für die Zukunft mitnehmen.
Simon Gagné (Los Angeles Kings)
Zwei Dinge verfolgten Simon Gagné bis anhin in jeder Saison. Verletzungsanfälligkeit und Skorerqualitäten. Nach nur einer Saison in Tampa Bay wechselt der Kanadier zu den Los Angeles Kings. Dort trifft er auf eine Mannschaft, die auch in dieser Vorsaison wieder ein klares Zeichen setzen wollte. Die Kings werden bereits jetzt von einigen Experten als Geheimfavoriten auf den Cup gewertet. Die Kings haben bei den Vertragsverhandlungen mit Gagné einen guten Job gemacht. Der Vertrag ist weder zu hoch dotiert, noch mit einer zu langen Laufzeit ausgestattet. Gagné wird auch in Los Angeles auf seine nötigen Skorerpunkte kommen. Bleibt für die Kings nur zu hoffen, dass er nicht bereits früh einer Verletzung zum Opfer fällt.
Jason Arnott/Jamie Langenbrunner (St. Louis Blues)
Die St. Louis Blues müssen wieder einmal in die Playoffs. Das Talent wäre klar vorhanden, doch auch letzte Saison scheiterte man wiederum zu klar beim Versuch unter die ersten acht zu kommen. Um es den Jungen Spielern wie Oshie, Pietrangelo, Stewart oder D’Agostini einfacher zu machen verpflichtete man mit Arnott und Langenbrunner pure Erfahrung. Jason Arnott bringt neben seinen spielerischen Fähigkeiten eine Menge „Leadership“ in die Mannschaft und wird auch neben dem Eis viel bewirken. Und auch Langenbrunner ist ein Vorzeigeathlet und kann den Jungen viel auf den Weg mitgeben. Die Blues müssen die Playoffs erreichen und haben sich mit Langenbrunner und Arnott zwei Spieler geschnappt, die wissen wie man diesen Weg beschreitet.
