McSorley: "Coachen ist meine Leidenschaft!"

Donnerstag, 6. Mai 2021, 17:03 - Maurizio Urech

Seit heute morgen hat in Lugano offiziell die Ära McSorley begonnen. Hier die ersten Worte des neuen Coach der Bianconeri plus Statements von Sportchef Hnat Domenichelli und Präsidentin Vicky Mantegazza

Hnat Domenichelli: «Es gab in den letzten Tagen viele Rumours aber den Vertrag haben wir erst gestern Mittwoch unterschrieben. Ich kenne McSorley seit 1997 als wir uns in Las Vegas bei einem Benefiz-Turnier trafen. Zu dieser Zeit spielte ich bei den Calgary Flames und er trainierte die Vegas Thunder, er wollte mit mir Zusammenarbeiten doch dies war damals nicht möglich, jetzt hat es geklappt.

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Die Position des Headcoachs ist in der Schweiz die allerwichtigste, ich wollte für diese Position jemanden mit viel Erfahrung der auf jedes Detail achtet. In der DNA von Lugano ist Leidenschaft das wichtigste, die Mannschaften von McSorley haben immer mit viel Leidenschaft und grosser Intensität gespielt, dies soll auch in Lugano so sein. Unsere Mannschaft ist noch nicht komplett u.a. fehlen zwei Ausländer und einige Schweizer Spieler, wir haben noch genügend Budget um die Mannschaft zu vervollständigen.»

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Vicky Mantegazza: «Mit der Verpflichtung von McSorley wollen wir die Emotionen zurück bringen, wir haben in den letzten Spielen gesehen dass die Mannschaft ohne Emotionen spielte, darum haben wir auf ihn gesetzt. Es war der richtige Moment für uns um ein neues Kapitel zu eröffnen und ich hoffe unsere Fans geben uns die nötige Zeit um uns neu aufzustellen. Viele Spieler haben den Verein verlassen, daher war die Zeit gekommen einen neuen Direktor für unser Orchester zu engagieren. Ich bedanke mich bei Serge Pelletier für die ausgezeichnete Arbeit die er bei seiner Zeit in Lugano abgeliefert hat. Klar ist die Situation hier anders als in Genf als McSorley übernahm, wir wollen ein neues Kapital aufschlagen in der Hoffnung nicht jedes Jahr den Coach wechseln zu müssen. Ich kann mich noch gut an die vielen heissen Playoff-Duelle mit Genf-Servette erinnern, Genf war nicht nur der unangenehmste Gegner sondern auch derjenige wo wir den weiteste Reise hatten. Hier in Lugano kann sich McSorley auf seine Rolle als Headcoach konzentrieren ohne Energien für andere Aufgaben zu verschwenden. Zu den Themen die wir in den nächsten Tagen zu diskutieren haben gehört auch die Wahl seiner Assistenten.»

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Chris McSorley: «Ich hatte auch andere Offerten erhalten,doch Lugano hat mir genau das Angeboten was ich wollte, wieder zu trainieren, dies ist meine Leidenschaft. Ich weiss dass man in Lugano immer sehr grosse Ambitionen hat, auch wenn man gewinnen will, investiert man auch viel in die Ausbildung der eigenen Junioren, es gibt auch ein Farmteam eine Pyramide die eine gute Basis für die Arbeit darstellt. Zum ersten mal in meiner Karriere kann ich mich auf meine Tätigkeit als Coach konzentrieren, es wurden schon wichtige Personalentscheidungen getroffen, jetzt kann ich meinen Teil dazu beitragen um die Qualität der Mannschaft zu verbessern.»

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Als sie Genf trainierten sagte man sie hätten ein File mit Informationen über alle Spieler der Liga angelegt, gibt es dieses noch?

«Natürlich dies ist ein wichtiger Punkt meiner Strategie als Coach, wie ein General der mit seinen Truppen einen Krieg führt muss ich meinen Gegner kennen. Daher nehme ich jede Mannschaft genau unter die Lupe, daher dauerten die Spiele hier in Lugano immer länger, Lugano hatte mehr Talent da musste mein Ziel sein dafür zu sorgen dass diese Spiele immer zäh und hartumkämpft wurden, wenn du mehr Talent zur Verfügung hast, willst du eine flüssige Partie mit einem hohen Rhythmus. Dazu musste ich mir etwas einfallen lassen um das Publikum aus dem Spiel zu nehmen. Jetzt als Coach von Lugano, in der Hoffnung dass bald die Normalität zurückkehrt, muss es mein Ziel sein das Publikum auf meine Seite zu ziehen.»

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Seit sie nicht mehr trainieren, gibt es in der Liga viele neue Schiedsrichter, werden den üblichen McSorley auf der Bank sehen?

«In diesem Fall übersteigt die Legende die Realität. Auch wenn die Schiedsrichter von vielen gehasst werden, sind diese für unseren Sport unverzichtbar. Natürlich habe seit Jahren meine Reputation, aber dies geschah nicht absichtlich, als Coach gehört es zu meinen Aufgaben die Schiedsrichter dazu zu bringen, Entscheidungen zu Gunsten meiner Mannschaft zu fällen, aber jetzt habe ich ja die Tifosi von Lugano die diese Aufgabe übernehmen können.»

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Ihre Mannschaften spielten immer sehr physisch und mit direktem Zug aufs Tor während man in Lugano auf die Geschwindigkeit und Technik gesetzt hat, welchen Weg werden sie mit Lugano einschlagen?

«In den letzten Jahren haben sich die Aufgaben als Coach geändert, heute kannst du nicht einfach etwas stur durchsetzen, sondern du musst den Spielern erklären wieso du etwas verlangst, doch du kannst trotzdem viel von deinen Spielern verlangen. Wenn wir das Spiel der Mannschaften die erfolgreiches Eishockey spielen wie der EVZ analysieren, dann sehen dass diese sehr direkt spielen, von Nord zu Süd, dies ist modernes Eishockey und entspricht meiner Philosophie. Wir werden nicht den Banden entlang spielen sondern immer den direkten Weg zum Tor suchen, die Spieler müssen dorthin gehen wo es Weh tut und den Preis bezahlen und ich bin sicher wir haben in Lugano die richtigen Spieler für diese Philosophie.»