Marcel Jenni: „Das Viertelfinale ist unser Anspruch“

25.4.2021 - Von Andreas Robanser

Nach einem Jahr Corona-bedingter Pause beginnt morgen die U18-Weltmeisterschaft in Frisco und Plano (Texas/USA). Die Schweizer U18-Nati um ihren neuen Trainer Marcel Jenni geht gut vorbereitet und mit viel positiver Einstellung ins Turnier.

In der Nacht von Montag auf Dienstag steigt die U18-Nationalmannschaft mit dem ersten Gruppenspiel in die diesjährige U18-Weltmeisterschaft ein.

Lange war es offen, ob dieses Turnier gespielt würde und an der kurzfristig abgesagten Frauen-WM in Kanada sieht man, wie schnell es auch gehen hätte können. So wechselte der Spielort aus Michigan im Norden nach Texas in den Süden der USA, wo die beiden Gruppen in kleineren Eishallen der Dallas Stars untergebracht wurden.

Die Schweizer Mannschaft trifft dabei in Plano auf die Teams von Lettland, Weissrussland, dem amtierenden Weltmeister Schweden und dem grossen Turnierfavorit Kanada. Dabei werden alle vier Gruppenspiele keine leichte Aufgabe.

Die Letten bewiesen in ihrem letzten Test gegen Deutschland ihre Stärken und feierten am Ende einen klaren Sieg. Mit den beiden Stürmern Roberts Cjunski (Lugano) und Darels Dukurs (Langnau) sind auch in diesem Kader wieder zwei Spieler mit Schweiz Bezug dabei. Ein stärkerer Gegner als noch vor einigen Jahren wird wohl auch Weissrussland werden. Dieses Team konnte die gesamte Saison gemeinsam Spiele im Erwachsenenhockey bestreiten. So setzt man in Weissrussland sehr viel auf diesen WM-Kader, gilt er doch als einer der stärksten seit vielen Jahren.

Gegner Nummer 3 wird Schweden sein. Der Weltmeister kommt gleich mit fünf möglichen Top-Draftkandidaten. Nur Kanada setzt auf noch mehr mögliche NHL-Erstrundendraftkandidaten. Dies wurde auch ermöglicht, da der Memorial Cup in Kanada in diesem Jahr nicht ausgetragen wird und die Ontario Hockey League bislang aussetzte. So kann Trainer Dave Barr gleich auf neun mögliche Top-Drafts setzten. Mit dabei sind auch Brennan Othmann und Mason McTavish, die aufgrund der Pause in der OHL für den EHC Olten in der Swiss League spielten. Mit Shane Wright und dem erst 15-jährigen Connor Bedard stehen auch zwei mögliche Nummer-1-Drafts der Jahre 2022 und 2023 in diesem kanadischen WM Aufgebot.

Trotzdem geht Marcel Jenni als neuer U18-Trainer mit viel positiver Energie und Vorfreude in sein erstes grosses Turnier an der Bande. «Ich hab grosses Vertrauen in unsere Stärken, die Vorbereitung war gut. Obwohl es keine Spiele gab, haben wir das Maximum rausgeholt und das Team ist fit“, so der 47-Jährige, der als Spieler selbst an insgesamt 10 Weltmeisterschaften teilnahm und mit dem HC Lugano 1999 sowie mit Färjestad je einen Titel in der Schweiz und in Schweden gewinnen konnte.

Das Ziel und der Anspruch ist für Jenni ganz klar das Erreichen des Viertelfinals. «Wir müssen dafür alles rausholen. Wir haben starke Gegner. Ich bin positiv eingestellt. Wir sind hier um zu gewinnen und wir müssen das Beste aus jedem Spiel herausholen“, so Jenni.

Mit dieser sehr positiven Einstellung geht dieses Team in dieses Turnier. Das es in diesem Jahr keinen Absteiger geben wird, war in der Mannschaft und im Trainerteam auch nie ein Thema, so gilt der Blick nach vorne.

Seit dem Sommer hat sich die Mannschaft laut Jenni immer stetig gesteigert entwickelt und so wurde an der Erweiterung des Playbooks gearbeitet. Für den neuen U18-Coach war es im Sommer aber einmal wichtig, die neuen Leute kennenzulernen und sich die Spieler anzusehen. «Jetzt gilt es diese Dinge einfach umzusetzen, ich bin mit der bisherigen Entwicklung zufrieden», sagt Jenni.

Wegen Covid-19 kann man in diesem Jahr mit 14 Stürmer, 8 Verteidiger und mit drei Goalies in das Turnier starten. So sieht es Jenni als Privileg und Vorteil auf ein grösseres Kader als normalerweise an so einem Turnier üblich zurückgreifen zu können: «Wir haben unsere Möglichkeiten und unsere Optionen und das ist auch gut so. Die Spieler die hier sind, sind alle wichtig. Wir können verschiedene Linien zusammensetzten und können so verschiedene Dynamiken kreieren. Wir versuchen alle Spiele möglichst zu gewinnen, aber es ist klar, dass man dazu eine Top-Leistung braucht. Die Mannschaft ist gut und sie kann diese Gegner auch schlagen. Wir sind gut vorbereitet, also sehe ich die Viertelfinals als realistisches Ziel an. Ich glaube wir schaffen das!»

Dieser positiven Einstellung ist nicht mehr viel hinzuzufügen und so kann man sich in der Schweiz auf eine kämpferisch willige Mannschaft einstellen, die nichts unversucht lassen wird und nicht aufgibt, die füreinander kämpft.

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Vom Spieler zum Trainer


Der als frühere Nationalspieler bestens bekannte Marcel Jenni bestreitet bald sein erstes grösseres Turnier als Trainer bei der kommenden U18-WM. Foto: Michael Zanghellini