Bern will Wiedergutmachung in Pre-Playoffs

6.4.2021 - Von Roman Badertscher

Beim SC Bern ist man bereit für die Pre-Playoff-Serie gegen den Rekordmeister HC Davos. Nichtsdestotrotz lief das Ende der Regular Season anders ab als erwartet. Doch was ist schon normal in diesen speziellen Zeiten?

Es scheint als wäre das Stadion oder die Spieler diese Saison von einem bösen Fluch befallen. Warum? Der SC Bern musste in der Woche vor Ostern noch einmal in die Team-Quarantäne. Es war die vierte Zwangspause, die durch das Kantonsarztamt aufgrund zwei positiver Corona-Fällen verhängt wurde. Die Nachricht wurde unterschiedlich aufgenommen. Headcoach Mario Kogler war enttäuscht: «Wir wollten es nicht wirklich wahrhaben, dass wieder so etwas passiert. Schlussendlich mussten wir es hinnehmen und die Zeit überbrücken.» Auch für Captain Simon Moser war es aufgrund des zuvor guten Rhythmus der Mannschaft mühsam, als es beim zweiten positiven Fall hiess, dass das Team erneut in Quarantäne musste. Torhüter Philip Wüthrich zeigte sich zuversichtlich, dass sich das Team in dieser Zeit gut vorbereiten konnte: «Wir haben mehr Zeit in die Vorbereitung investiert.»

Es ist tatsächlich so, dass es beim Training schliesslich zu Lockerungen gekommen ist und individuell trainiert werden konnte. Sei es auf dem Eis, in kleinen Gruppen ohne Körperkontakt oder zuhause für sich alleine. Mario Kogler fügt an: «Wir haben den Fokus darauf gelegt, dass wir zumindest noch Eiskontakt haben. Deswegen trainierten wir in kleinen Gruppen und mit dem Teamtraining gestern und am Montag hoffen wir, dass wir wieder ein gutes Gefühl bekommen haben um gegen Davos gut ins Spiel zu starten.» Für Simon Moser müsse man das Spiel schnell adaptieren können, aber für ihn zählt auch was anderes: «Die Gegner kennen wir ja schon und wissen wie sie spielen. Schlussendlich kommt es am Anfang mehr auf den Kampfwillen und den Einsatz an als aufs System.»

Wie sich die Zwangspause auf den Rhythmus auswirken wird, ist schwierig vorherzusagen. Mario Kogler ist zwiegespalten und sagt: «Einerseits hatten wir den Spielrhythmus nicht mehr aber andererseits konnten wir die Batterien laden. Ich weiss nicht, ob sich das irgendwo ausgleicht. Vor allem im ersten Spiel. Dass wir vor allem Energie haben werden aber vielleicht gewisse Sachen nicht gleich funktionieren, wie sie vorher funktioniert haben. Ich denke, der Energiepegel wird sicher stimmen.» Simon Moser bringt einen anderen Aspekt in den Vordergrund: «Wir haben gleichwohl 49 Spiele absolviert, 30 davon in recht kurzer Zeit. Dieser Rhythmus ist gewissermassen trotzdem noch im Körper. Es wird aber sicher ein hartes erstes Drittel geben und wir müssen vor allem im Kopf bereit sein, so dass wir bestenfalls in Führung gehen können.» In die gleiche Richtung geht auch die Meinung von Philip Wüthrich: «Wir haben nicht Monate verpasst. Deshalb glaube ich, dass es schnell gehen wird, den Rhythmus zu finden. Wir müssen uns gut vorbereiten und einen guten Start haben. Dann ist alles möglich.»

Wichtig war, dass der Teamzusammenhalt während dieser Pause aufrecht blieb. Es musste gar nicht mehr viel unternommen werden. „Wir hatten eine sehr intensive Phase während der Saison, als wir dreimal in Quarantäne und auf dem letzten Platz waren. Zu dieser Zeit investierten wir viel untereinander mit Kontakt übers Handy und Laptop und jetzt glaube ich, braucht es nicht mehr viel. Jeder weiss worum es geht und jeder ist froh, konnten wir die Pre-Playoffs erreichen und jetzt müssen wir zeigen, dass der Aufwärtstrend weitergeht», erläuterte Simon Moser.

Bei den Spielern, die sich erneut mit dem Virus infiziert haben, verlief der Verlauf praktisch symptomlos. Mario Kogler hofft, dass sich die Infektion nicht auf die Leistung auswirkt. Natürlich war es keine Hilfe, dass die infizierten Spieler gar nicht trainieren durften. Philip Wüthrich ist aber entschlossen und ergänzte: «Der Rest des Teams, und das sind die meisten, konnte individuell trainieren und sich fit halten, so dass wir voll angreifen können.»

In den Pre-Playoffs heisst der Gegner HC Davos. Aus vier Spielen zwischen den Tabellennachbarn resultierten je zwei Siege und zwei Niederlagen. Eine Serie auf Messers Schneide. Das denkt auch Mario Kogler: «Es sind zwei ambitionierte Mannschaften, die aufeinander kommen. Von den Zahlen her waren wir recht ähnlich unterwegs. Das wird definitiv eine ausgeglichene Serie werden, in welcher ich hoffe, dass das Herzblut der Mannschaft und die Erfahrung, die in der Mannschaft steckt, etwas dazu beitragen kann, um schlussendlich als bessere Mannschaft vom Eis gehen zu können.»

Captain Simon Moser hat bereits ein festes Ziel vor Augen, um die Bündner in die Schranken zu weisen: «Sie haben sehr gute individuelle Spieler mit viel Speed, die kreativ sind und dort müssen wir für eine solide Verteidigung schauen, ihnen den Raum möglichst eng machen. Das muss unser Ziel sein, dass sie ihre Schnelligkeit und Kreativität nicht entfalten können.»

Auch der Torhüter Philip Wüthrich erwartet eine ausgeglichene Serie: «Ich glaube, wir haben eine gute Chance um gegen Davos zu gewinnen. Ich hoffe nicht, dass es über die volle Distanz geht, aber wenn es sein muss, ist es so. Ich erwarte schnelle Spiele, Davos spielt gerne schnell. Wir müssen dagegen halten und das Level hoch halten. Ich glaube, dass ist das was man erwarten kann.»