Ron Wilson: „Die besten Spieler fehlen“

Von Urs Berger

Ron Wilson hat eine Schweizer Vergangenheit. In den fühen 80er Jahren spielte er zusammen mit seinem Bruder Randy Wilson in Davos. Nach einem Jahr verliess Randy Davos und Ron führte die Davoser 1984 zu einem Meistertitel. Nun kehrt der Amerikaner mit kanadischem Pass in die Schweiz zurück. Heute wird er als Trainer des Team USA den Schweizern gegenüber stehen. Hockeyfans.ch sprach mit dem charismatischen Trainer.

Ron Wilson, wie schätzen sie die Weltmeisterschaften ein?

Es ist eine interessante Veranstaltung. Die Coaches sehen einander alle Jahre und man kann sich fachlich austauschen.

Also ist es nicht relevant wer gewinnt?

Nein, das würde ich so nicht sagen. Es geht hier ja nicht nur um ein Turnier. Es geht auch um die Ehre des Landes. Zudem spielen hier auch einige NHL-Spieler. Natürlich ist der Stellenwert der Weltmeisterschaft nicht so gross in Übersee, da ja jeweils der Stanley Cup läuft. Eine Olympiade wird in Übersee höher gewertet als die Weltmeisterschaft in Europa. Dennoch hat das Turnier seine Berechtigung. Die europäischen Zuschauer sehen so auch Spieler aus der NHL, welche man nicht jeden Tag zu sehen bekommt.

Morgen spielen Sie gegen die Schweiz. Welche Stärken hat das Schweizer Team?

Die Schweizer haben in den letzen Jahren eine unglaubliche Entwicklung gemacht. Sie ist nicht mehr mit der Schweiz zu vergleichen, die ich als Spieler kannte. Die Schweizer Spieler wurden stärker grösser selbstbewusster. International hat sich die Schweiz gut positioniert und verkauft sich auch teurer. Die Spiele werden härter und intensiver. Man merkt, dass hier eine neue Generation nach stösst.

Was für ein Spiel erwarten sie?

Es wird sicher keine einfache Aufgabe sein. Doch wir haben uns selber in diese Situation gebracht. Wir waren gestern nicht bereit, die Russen zu schlagen und machten viele Fehler. Dies dürfen wir gegen die Schweiz nicht machen. Mit ihren flinken Spielern sind sie im Vorteil. Auch verfügt die Schweiz über einender besten Torhüter an diesem Turnier. Wenn man sieht was er schon alles erreicht hat, dann müssen wir hier mehr arbeiten als im Spiel gegen Russland.

Sind sie über die Niederlage gegen die Russen enttäuscht?

Ja und nein. Ja, weil wir nicht in das Spiel kamen und nicht taten, was man von uns verlangte und uns stark macht. Nein, weil wir ein junges Team haben, das wir auf die Olympischen Spiele in Vancouver vorbereiten wollen. Die jungen Spieler werden daraus lernen und ihre Fehler korrigieren.

Sie und ihr Bruder Randy spielten zusammen in Davos ehe er zum SC Bern wechselte. Dazumal war sein grösster Wunsch, im Eishockey zu bleiben. Ging dieser Wunsch für ihn in Erfüllung?

(lacht) Nein, ganz und gar nicht. Aber eigentlich hätte er nicht nach Amerika zurückkehren müssen. Er ist nun ein Banker. Also hätte er durchaus in der Schweiz verbleiben können.