Sonntag, 26. April 2009

WM 2009

3 : 2
n. V. (1:1, 1:1, 0:0, 1:0)
Schweiz Deutschland

Matchbericht



Deutscher Beton – Schweizer nachlässigkeiten

Von Urs Berger

In der mit 11`423 Zuschauern ausverkauften Postfinance Arena lieferten sich die Schweiz und Deutschland ein packendes Spiel. Beide Teams gingen je einmal in Führung. Dennoch wollte die Entscheidung nicht in der Normalen Spielzeit fallen. Hier war erneut Mark Streit der Matchwinner. Er traf in Überzahl zum 3:2.

Die Spannung vor dem Spiel war mit den Händen greifbar. Die Emotionen auf den Rängen hörbar. Auf dem Eis schenkten sich beide Teams von Beginn an keinen Milimeter. Die Deutschen standen eng in der Mittelzone und liessen die Schweizer kaum zu guten Chancen kommen. Wenn, dann eher durch einen schnellen Konter, welche die Pfeilschnellen Flügel der Schweizer immer wieder lancierten. Ein erstes Muster dieser Variante wurde durch Martin Plüss und Ivo Rüthemann gezeigt. Rütheman bekam die Scheibe und lief durch die Verteidigung. Martin Plüss fuhr in der Mitte mit und bekam den Puck in der letzten Sekunde auf die Schaufel zugespielt. Doch Dimitri Pätzold verhinderte mit einem guten Stellungsspiel die verdiente 1:0 Führung der Gastgeber. Zwei Minuten später scheiterte Andres Ambühl in ähnlicher Situation. Nur rettete diesmal der Pfosten die Deutschen vor dem Rückstand. Nach diesem Konter machten die Deutschen die Mittelzone dicht. Die Schweizer versuchten zwar durch diese zu kommen, wurden aber meistens in dieser Abgefangen. Anders die Deutschen. Nach einem hohen Stock von Ivo Rüthemann nahm dieser auf der Strafbank platz. Die Gäste zogen nun ein gutes Powerplay auf. 21 Sekunden vor Ende der Strafe tanzte Butenschön Bezina aus und passte auf Seidenberg. Dieser sah den besser postierten Ullman welcher den nun ausgespielten Torhüter Gerber problemlos bezwingen konnte. Die Schweizer liessen dieses Tor nicht unbeantwortet. 130 Sekunden später glich Roman Wick nach einem Gestocher vor demTor der Deutschen zum 1:1 aus. Beide Teams versuchten nun das Glück auf ihre Seite zu zwingen. Dabei nahmen die Schweizer zu viele Strafen. Deutschland konnte diese jedoch, auch dank Martin Gerber, nicht ausnützen.



Deffensive Mängel ermöglichte Ausgleich



Kaum waren die Seiten gewechselt, machte die Schweiz Druck auf Deutschland. Die Stimmung in Stadion erreichte das erste Mal ihren Höhepunkt. Von der lautstarken Unterstüzung beflügelt fasste sich Mathias Seger ein Herz und drückte ab der blauen Linie ab. Dimitir Pätzold blieb das Nachsehen. Die Schweiz führte mit 2:1. Das Stadion explodierte bei deisem Treffer dabei förmlich. Von nun an drückte die Schweiz vehement auf den Ausbau der Führung. Auch einen Ausschluss gegen Martin Plüss konnte Deutschland nicht ausnutzen. Die Schweizer waren nun dem Führungstreffer nahe. Bei einem Ausschluss von Frank Hordler bauten die Schweizer Druck vor dem Tor der Deutschen auf. Doch ein Fehler in der Verteidigung der Gastgeber ermöglichte Christoph Schubert einen schnellen Konter. Der ehemalige Teamkollege des Schweizer Schlussmannes konnte dann, nach dem ersten Abwehren von Martin Gerber, dessen Abpraller zum 2:2 ausnützen. Erneut versuchten die Schweizer zu reagieren. Doch Deutschland hielt dagegen und kam zu guten Chancen. Dabei zeigte Martin Gerber und die Verteidigung ein gutes Zusammenspiel und hinderten die Deutschen daran, einen weiteren Treffer zu erzielen. Das letzte Drittel musste also die Entscheidung bringen.





Kampf um jeden Millimeter Eis



Erneut startet die Schweiz gut. Eine Minute nach Wiederbeginn konnten die Schweizer in Überzahl agieren. 62 Sekunden später sogar in doppelter. Doch die Schweiz vermochte Dimitri Pätzold nicht zu bezwingen. Die Deutschen standen in dieser Phase des Spieles zu gut in der Defensive. Auch Mark Streit, der erneut das ganze Powerplay orchestrierte, konnte mit seinen Impulsen vorerst kein Tor erzwingen. Beide Teams lieferten sich nun eine intensive Verteidigungssschlacht. Dabei war die Schweiz jedoch mehrheitlich am Angreiffen und Deutschland am Verteidigen. Aus diesen Szenen resultierte nun des öfteren ein Icing. Trotz allem musste die Schweiz nun Ruhe bewahren. In der 52 Minute musste Andres Ambühl wegen eines Ellenbogenchecks auf die Strafbank. Nun war die Schweizer Verteidigung gefordert. Sie musste die Ruhe haben, die Scheibe aus dem Drittel zu spielen und auch schwere Entscheidungen zu treffen. 17 Sekunden vor Ende der Strafe von Ambühl musste Roman Josi auf die Strafbank. Deutschland war nun wieder im Spiel. Sofort war auch das Schweizer Publikum zur Stelle und unterstützte die Nationalmannschaft lauthals. Diese Unterstützung verhalf den Spielern zu einer extra Portion Motivation. 21 Sekunden vor Ablauf der Strafe Josi`s musste Ullmann auf die Strafbank. Die Schweizer konnten sich im Drittel der Deutschen festsetzen. Roman Wick hatte als einziger Schweizer die beste Chance. Dimitri Pätzold machte diese mit einem guten Reflex zu nichte. Die Verlängerung rückte immer näher und wurde dann auch Tatsache. Keinem der beiden Teams wollte das Glück in den verbleibenden Minuten hold sein.



Streit sorgte für die Entscheidung



Die Frage in der Verlängerung war, wer holt den zusätzlichen Punkt? Mit einem Punkt, das war schon vor der Verlängerung klar, waren die Schweizer für die Zwischenrunde qualifiziert. Für Deutschland würde es nun auf das Entscheidende Spiel am Dienstag gegen Frankreich ankommen. Kaum 41 Sekunden waren in der Verlängerung gespielt als Bartos wegen eines Haltens auf die Strafbank wanderte. In diesem Unterbruch bezog Ralph Krueger das Time-Out und stellte seine Mannschaft neu ein. 37 Sekunden nach der Strafe knallte Mark Streit mit einem Hammerschuss in das hohe Eck die Schweizer in den Himmel. Nach dem Spiel war bei den Spielern und den Trainern den auch die Erleichterung spürbar: “Wir sind froh, konnten wie dieses Spiel für uns entscheiden. Lange hatten wir schwierigkeiten gegen Deutschland, welches sehr aufsässig und hart spielte. Am Ende konnten wir den entscheidenden Punkt für uns erzwingen. Dies gibt uns gute Moral für das kommende Spiel gegen Russland,” sagte Ralph Krueger. Philippe Furrer war ebenfalls froh, dass die Schweiz das Spiel gewann. “Vor allem die Zuschauer waren sensationell. Diese Unterstützung war wirklich grossartig.” Julien Sprunger sprach das gleiche Lob an die Zuschauer aus und fügte schmunzelnd an: “Auch wenn ich in der Meisterschaft öfters in Bern spiele, so laut wie heute wird es in der Meisterschaft in Bern nie.”





Telegramm:



Postfinance Arena,Bern. – Zuschauer: 11`423 (Ausverkauft) – SR: Partanen, Ronn (FIN); Dedioulia (BLR), Orelma (FIN). – Tore: 6:26 Ullmann (Seidenberg, Buttenschön, Ausschluss Rüthemann) 0:1; 8:36 Wick (Lemm) 1:1; 23:25 Seger 2:1; 33:02 Schubert (Hospelt; Ausschluss Hordler!) 2:2; 61:18 Streit (Plüss) 3:2. – Strafen: Schweiz 7x 2`; Deutschland 6x 2`.



Schweiz: Gerber (Rueger); Blindenbacher, Streit; DuBois, Bezina; Seger, Josi; Furrer; Plüss, Rüthemann, Gardner; Déruns, Jeanin, Lemm; Paterlini, Ziegler, Sannitz; Ambühl, Wick, Sprunger; Romy.



Deutschland: Pätzold (Kotschnew); Schmidt, Bakos; Bitenschön, Schubert; Osterloh, Müller; Renz, Hordeler; Wolf, Hackert, Gogulla; Hecht, Seidenberg, Ullmann; Felski, Kreutzer, Barta; Mulock, Hospelt, Hager.



Bemerkungen: Schweiz ohne Manzato, Diaz und Monnet (alle Überzählig); 25. Pfostenschuss Sannitz. Schüsse aufs Tor: 38:22 ( 7:8, 17:10,14:4, 2:0).




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Fotos von Thomas Oswald / Yves Maurer
































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