Sébastien Bordeleau wechselt nach drei Jahren für die WM vom SCB- zum Franzosen-Dress. Foto: Thomas Oswald (Klick für MMS)



Frankreich - Mit Bordeleau gegen den Abstieg

Von Urs Berger

Unsere westlichen Nachbarn wollen nächstes Jahr in der Schweiz dabei sein. Mit der Hilfe von Sébastien Bordeleau wollen die Franzosen dies erreichen. Zudem stiess heute Cristobal Huet zur Nationalmannschaft. Der Torhüter der Washington Capitals könnte das fehlende Mosaiksteinchen zum Erfolg werden.

Eigentlich gibt es in der Gruppe der Schweizer einen klaren Aussenseiter. Frankreich. Der Aufsteiger wird es nicht einfach haben. Dennoch können die Franzosen auf ihre Mannschaft und das bisher erreichte stolz sein. In den letzten Spielen auf Schweizer Boden, am Skoda Cup in Lausanne, vermochten sie zu überzeugen. In den Spielen gegen Deutschland und die Slowakei war man immer nahe an einer Überraschung. Im letzten Spiel gegen die Schweizer Nationalmannschaft fehlte dann dem Team die Kraft. Genau diese Kraft werden die Franzosen im ersten Spiel gegen die Schweizer haben. In diesem Spiel muss die Schweiz gewinnen. Frankreich darf gewinnen. Dies ist der wohl grösste Unterschied der beiden Teams. Und kann zu einem Stolperstein für die Schweizer werden.

"Schweizer" als Grundstein
Um genau dieser Stolperstein zu sein, setzten die Franzosen auf Bekanntes aus der Schweizer Liga. Da ist auf der einen Seite der Berner Stürmer Sébastien Bordeleau, der seine Stärken als Teamleader und starker Bullyspieler hat. Er ist ein Reisser und Antreiber, der niemals aufgibt und nach drei Jahren der Abwesenheit wieder zurückkehrt. Er spielt auch mit einem gebrochenen Fuss, wenn dies zum Wohle der Mannschaft ist (Play-offs 2006/07 gegen den HC Davos). Doch neben dem Eis ist Bordeleau ein ruhiger, introvertierter Mensch. Das Gleiche kann man von Laurent Meunier sagen. Der Genfer hat eine durchzogene Saison hinter sich. Elf Mal musste der Franzose in Lausanne in der National League B antreten. Diese Spiele haben bei ihm Spuren der Unsicherheit hinterlassen. Doch mit seinem harten Willen arbeitete er sich wieder in die Startaufstellung bei Genf-Servette zurück. Am Ende spielte er im Finale gegen die ZSC Lions eine bedeutende Rolle. Mit 12 Punkten aus 15 Spielen konnte er Akzente setzen. Er war damit einer der Gründe, wieso die Genfer bis in das Finale vordringen konnten. Ein anderer Grund, wieso die Franzosen Erfolg haben könnten, ist der Torhüter der Washington Capitals.

Mit Huet zum Erfolg?
Viele Fans der Montreal Canadiens konnten nicht verstehen, warum die Habs ihren besten Trumph im Rennen um den Stanley-Cup zu den Washington Capitals getauscht haben. Dies ist nun der wohl grösste Vorteil der Nationalmannschaft Frankreichs. Nun kann der berühmteste, französische Eishockey-Spieler an der kommenden Weltmeisterschaft wieder in der Provinz Québec spielen und sein Können unter Beweis stellen. Genau dies wird der Punkt sein, der die Schweizer Offensive zu berücksichtigen hat. Denn der erfahrene Torhüter der Capitals wird nicht einfach zu bezwingen sein. Ein guter Torhüter im Tor ist meist die halbe Miete. Und diesen Torhüter haben die Franzosen. Eine Überraschung kann nicht ausgeschlossen werden und gegen die Schweiz wäre dies durchaus möglich.

Aufgebot Frankreich

Torhüter (3): Fabrice Lhenry (Esbjerg/DAN), Eddy Ferhi (Grenoble), Cristobal Huet (Washington Capitals/NHL).

Verteidiger (7): Baptiste Amar (Grenoble), Vincent Bachet (Amiens), Nicolas Besch (Vaasa/FIN2), Jean-François Bonnard (Grenoble), Simon Lacroix (Angers), Benoît Quessandier (Rouen), Teddy Trabichet (Grenoble).

Stürmer (13): Pierre-Edouard Bellemare (Leksands IF/SWE2), Sébastien Bordeleau (SC Bern/NLA), Olivier Coqueux (Esbjerg/DAN), Julien Desrosiers (Rouen), Laurent Gras (Amiens), Kévin Hecquefeuille (Grenoble), François Rozenthal (Morzine), Antoine Lussier (La Chaux-de-Fonds/NLB), Laurent Meunier (Genf-Servette/NLA), Luc Tardif (Morzine), Yorick Treille (ERC Ingolstadt/GER), Sacha Treille (Grenoble), Jonathan Zwickel (Morzine).

Trainer: Dave Henderson, Assistent: Pierre Pousse.