Sieben neue Mitglieder in der Hall of Fame

Von Urs Berger, Fotos von Thomas Oswald

Am Donnerstag wurden sieben neue Mitglieder in die IIHF Hall of Fame aufgenommen. Darunter auch Philippe Bozon und Igor Larionov. Auch die ersten drei Frauen wurden geehrt. Hockeyfans.ch schaut auf den Anlass zurück und stellt die geehrten vor.

Gestern Nachmittag eröffnete René Fasel die Zeremonie zur Aufnahme der neuen Hall of Fame Mitglieder der IIHF. Schon seine Begrüssungsworte liessen klar werden, dass diese Zeremonie etwas speziell wird. „Auf den Tag genau vor 100 Jahren. am 15. Mai 1908, wurde die IIHF im 34. Bezirk in Paris gegründet. Heute, 100 Jahre später, haben wir die Ehre, die ersten drei Damen in die Hall of Fame aufzunehmen. Generell war es nicht einfach, in den letzen 10 Jahren die richtigen Personen auszuwählen und diese in die Hall of Fame aufzunehmen. Es gibt viele Persönlichkeiten, welche dies auch verdient hätten. Wenn man während 90 Jahren nichts gemacht hat, dann ist es nicht einfach, die richtigen Persönlichkeiten aus dem Eishockey auszuwählen. Trotz all diesen Problemen machte Walter Bush sehr gute Arbeit, die Hall of Fame zu bestücken. Leider tritt er auf Ende seiner laufenden Amtszeit ab. Doch nicht nur die Hall of Fame war seine Arbeit. Auch die Frauen an die Olympischen Spiele zu bringen, oder den Frauen eine internationale Bühne zu geben. Das war seine Arbeit, welche er nun abgibt. Ich danke ihm für seine Arbeit und sein Engagement im Eishockey.“

Bozon erster Franzose in der NHL

Nach dieser Ansprache begann die Zeremonie für die Aufnahme in die Hall of Fame. Als erster wurde Philippe Bozon in die Hall of Fame aufgenommen. Bozon wurde am 30. November 1966 in Chamonix geboren. Durch seinen Vater, der damals bei Chamonix spielte, kam er zum Eishockey. Sein Talent wurde schnell erkannt. Er wechselte im Alter von 17 Jahren in die Juniorenligen Kanadas. Dort reifte Bozon zu einem NHL-Spieler heran. Als erster Franzose bestritt Bozon 1991/92 das erste NHL-Spiel mit den St. Louis Blues. Nach vier Saisons in der NHL zog es ihn via die Deutsche Eishockey-Liga zu Lugano und zwei Jahre Später zu Genf-Servette. In Genf wurde der Franzose dann zur Kultfigur schlechthin. In den kommenden fünf Jahren war er immer eine Stütze im Team und der unbestrittene Leader. Nach seinem Rücktritt aus dem aktiven Eishockey arbeitet er in Genf als Juniorentrainer weiter. Nach seiner Aufnahme in die Hall of Fame kamen zum ersten Mal in der zwölfjährigen Geschichte die Frauen zum Zuge. Cammi Granato (USA), Geraldine Heaney (CAN) und Angela James (CAN) wurden in diese Ehrenhalle aufgenommen.

Erste Frauen und auch erste farbige Frau

Cammi Granato wurde 1971 in Illinois geboren. Sie ist die jüngere Schwester von Tony Granato, der ehemalige Trainer der Colorado Avalanche. Sie bestritt mit den USA in Nagano die ersten Olympischen Spielen an welchen das Frauen-Eishockey zugelassen wurde. Dabei konnten die Amerikanerinnen gegen die Kanadier brillieren und gewannen die erste Goldmedaille. Doch nicht nur auf dem Eis ist die Ehefrau von Ex-NHL-Spieler Ray Ferraro eine Grösse. Nach wie vor engagiert sie sich im Eishockey. Für NBC ist sie als Reporterin neben dem Eisfeld tätig. Daneben hat sie einen Verein gegründet, der Unterstützung für spezielle Bedürfnisse von Kindern (Golden Dreams for Children Foundation) bietet. Darüber hinaus leitet sie im Sommer ein jährliches Hockey-Camp für junge Mädchen in Chicago. Die grösste Rivalin von Granato war Geraldine Heaney. Die Kanadierin gewann 2002 und 2006 an den Olympischen Spielen Gold. 1998 standen sie sich im Finale gegenüber und Granato behielt das bessere Ende für sich. Geraldine Heaney wurde am 1. Oktober 1967 im nordirischen Belfast geboren. Sie wuchs danach mit ihren vier Geschwistern in Ontario, Kanada, auf. Vor wenigen Tagen verstarb ihre jüngste Schwester Catherine, welcher sie die Aufnahme in die Hall of Fame widmete. Nach dem Heaney ihre Hall of Fame Ehrung entgegen genommen hatte, war die erste farbige Frau, Angela James an der Reihe. Da sich die beiden Frauen, Heaney und James, sehr gut kannten, ging James der Tod der Schwester von Geraldine Heaney sichtlich ans Herzen. In einer emotionalen Rede dankte sie ihrer Familie für die Unterstützung, der IIHF dafür, dass sie in die Hall of Fame aufgenommen wurde. „Dies ist für mich die grösste Ehre. Ich konnte an Olympischen Spielen, an Weltmeisterschaften teilnehmen. Dies alles Danke der IIHF. Ich verdanke ihr viel.“

Larionov mit Dank an verstorbene Mutter

Nachdem die drei Frauen in der Hall of Fame aufgenommen wurden, wäre die Reihe an Mario Lemieux gewesen. Der einstige Star in der NHL und jetziger Besitzer der Pittsburgh Penguins, nahm aber nicht an der Zeremonie teil, da sein Klub gleichzeitig ein Playoff-Spiel hatte. So konnte Bob Nicholson diese Ehre für ihn entgegennehmen. Einen weiteren Grossen des alten Jahrtausends wurde durch Igor Larionov geehrt. Vor allem mit der KLM Linie wurde Larionov bekannt. Mit Krutov und Makarov war er einer der dominierenden Centern der 1980er Jahren. Mit ihnen gewann er mehrere Weltmeisterschaften und Olympische Spiele. Auch gewann der Russe dreimal den Stanley Cup mit den Detroit Red Wings. Auch er hatte eine beschwerliche Zeit, denn seine Mutter verstarb am 5. Mai dieses Jahres. So konnte sie an dieser Zeremonie nicht mehr teilnehmen. Er widmete denn seine Dankensrede auch an seiner Mutter, welche ihm sehr viel bedeutete.

Art Berglund als Manager und Macher geehrt

Ebenfalls in die Hall of Fame wurde Art Berglund aufgenommen. Der US-Amerikaner war lange Jahre ein Manager des Nationalmannschafts-Programms von USA Hockey und war mehrere Male General Manager eines Team USA. So auch an den Olympischen Spielen 1988 und am World Cup of Hockey 1981. Den Paul Loiq Award bekam in diesem Jahr der ehemalige slowakische Schiedsrichter Juraj Okolicany, welcher in den letzen Jahren immer wieder an internationalen Anlässen als Betreuer der Schiedsrichter geamtet hatte. Zudem war er auch immer wieder für die Verbesserungen oder Änderungsvorschläge für neue Regeln zuständig oder brachte diese ein.