Impressionen der Schweizer aus Québec. Fotos: Thomas Oswald (Klick für MMS)



Die Schweizer in der Einzelkritik

Von Urs Berger

Die Schweizer spielten ein gutes und solides Turnier. Vor allem die jungen und neuen Spieler vermochten Akzente zu setzen. Auch wenn der eine oder andere im letzen Spiel Fehler gemacht hat. Diese gehören jedoch zum Lernprozess. Notenskala von 1 bis 10.

Torhüter

Martin Gerber, Ottawa Senators, Note 7, 5 Spiele, 116 Sh, 3.15 GAA, 87.93 SVS%

Spielte eine sehr solide Weltmeisterschaft. Er spielte gut mit, hat ein gutes Puckhandling und blieb auch unter grossem Druck solide. Sein Stellungsspiel hat sich klar verbessert. Aktiv im Umgang mit dem Spiel. Setzte sein Vorderleute sehr gut ein.
Jonas Hiller, Anaheim Ducks, Note 7, 3 Spiele, 75 Sh, 2.79 GAA, 91.46 SVS%

Mit seinem Stellungsspiel und seiner Erfahrung in der NHL konnte sich Hiller erneut nach vorne spielen. Der Ex-Davoser wurde auf dem kleinen Eisfeld noch besser. Einziger Makel war eine kleine Unsicherheit in Spiel nach vorne. Im letzten Spiel gegen Russland liess er nur noch einen Treffer zu.
Ronnie Rüeger

Kein Einsatz.

Verteidiger

Goran Bezina, Genève-Servette HC, Note 6, 7 Spiele, 2 Assists, 6 Strafminuten, -3 , 13 Schüsse, 147:05 Spielminuten, 21:00 Minuten pro Spiel

Es war nicht ganz seine Weltmeisterschaft. Dennoch brachte er der Mannschaft eine gewisse Sicherheit. Physisch präsent und hart spielend. Seine Qualitäten kamen auf dem kleinen Eisfeld gut zur Geltung.
Severin Blindenbacher, ZSC Lions, Note 7, 6 Spiele, 3 Assists, 2 Strafminuten, -1, 8 Schüsse, 110:38 Spielminuten, 18:26 pro Spiel

Steigerte sich im Verlaufe des Turniers. Spielte das Spiel gegen Russland nicht zu Ende wegen einer Verletzung. Offensiv wie auch defensiv solide. Im Box- und Powerplay ein Steuermann.
Raphael Diaz, EV Zug, Note 7, 7 Spiele, -2, 4 Schüsse, 115:47 Spielminuten, 16:32 pro Spiel

Er war die Überraschung im Team der Schweizer. Spielte noch nie an einer A-Weltmeisterschaft und spielt gleich eine wichtige Rolle. Wurde im Box- und Powerplay eingesetzt und bestätigte das Vertrauen der Coaches. Wir ziehen den Hut vor dieser Leistung.
Beat Forster, ZSC Lions, Note 8, 7 Spiele, 2 Tore, 2 Assists, 2 Strafminuten, ausgeglichene Bilanz, 1 Powerplaytor, 17 Schüsse, 148:09 Spielminuten, 21:09 pro Spiel

Forster war der wohl wichtigste Verteidiger im Team. Er schob die Gegner teilweise aus der gefährlichen Zone und machte mehr in der Defensive als gewohnt. Sein Körperspiel ist international Top. Wirkte selten unsicher oder unüberlegt.
Philippe Furrer, SC Bern, Note 6, 7 Spiele, 1 Tor, 1 Assist, 16 Strafminuten, +1, 3 Schüsse, 100:54 Spielminuten, 14:24 pro Spiel

Manchmal verlor er etwas den Fokus auf das Spiel. Dennoch steigerte sich der Berner von Spiel zu Spiel und wurde besser. Das kleinere Eisfeld brachte für ihn Vorteile. Seine Kraft und Wucht sind nicht zu unterschätzen. Im Boxplay ein wichtiger Spieler.
Beat Gerber, SC Bern, Note 5, 6 Spiele, 8 Strafminuten, -1, 3 Schüsse, 39:47 Spielminuten, 6:37 pro Spiel

Beat Gerber war ein Rollenspieler. Er ist ein Defensiv-Soldat der selten in die Offensive geht. Seine Qualitäten liegen im Spiel auf den Mann und im Verteidigen der eigenen Zone. Manchmal fragten wir uns, wieso Gerber an der WM war, wenn er nur in der Vorrunde eingesetzt wurde.
Mathias Seger, ZSC Lions, Note 6, 4 Spiele, -1, 5 Schüsse, 32:39 Minuten, 8:09 pro Spiel

In der Vorrunde nicht im Aufgebot. Danach recht selten Eiszeit. Was wir nicht verstehen können. Seine Arbeit ist hervorragend auf und neben dem Eis. Dass Seger ein wichtiger Rollenspieler sein kann, zeigte er, als er mehr Eiszeit bekam im Spiel gegen Russland.
Julien Vauclair, HC Lugano, Note 8, 7 Spiele, 1 Tor, 1 Assist, 4 Strafminuten, +2, 1 Unterzahltor, 8 Schüsse, 116:31 Minuten, 16:38 pro Spiel

Starker Verteidiger mit einem ersten guten Pass. Kann in allen Spezialsituationen eingesetzt werden. Er räumt auch mal vor dem Tor weg. Noch etwas mehr Mut mit dem Suchen des Abschlusses.

Stürmer

Andres Ambühl, HC Davos, Note 9, 7 Spiele, 2 Tore, 3 Assists, 2 Strafminuten, -2 , 16 Schüsse, 109:39 Minuten, 15:39 pro Spiel

Was Ambühl zeigte war sehenswert. Seine Rushs über das Spielfeld, seine Frechheit, gepaart mit etwas Arroganz gegen den Gegner taten dem Schweizer Spiel gut. Er vermochte gut zu unterscheiden ob er gehen kann oder nicht. Auch defensiv ein solider Arbeiter der im Power- und Boxplay eingesetzt wurde. Die beste WM seit er im Kader von Ralph Krueger ist.
Patrik Bärtschi, SC Bern, Note 5, 7 spiele, 1 Tor, 2 Assists, -3, 10 Schüsse, 92:34 Minuten, 13:13 pro Spiel

Wenn es hart auf hart geht, wirkt Bärtschi in gewissen Situationen überfordert und läuft der Scheibe hinterher. Er besitzt einen guten und harten Schuss ab der blauen Linie. Sein Speed, um direkt vor das Tor zu fahren, setzte er zu wenig gut ein.
Thomas Déruns, Genève-Servette HC, Note 8, 7 Spiele, 3 Assists, 10 Strafminuten, 15 Schüsse, 92:04 Minuten, 13:09 pro Spiel

Er weiss, was seine Arbeit ist. Den Gegner mit seinen Checks zu zermürben. Diese Arbeit verrichtete der Genfer hervorragend. Er war einer der Gründe für den Erfolg des Schweizer Teams. Verfügt an der Bande und im offenen Eis eine gute Wirkung.
Paul Di Pietro, EV Zug, Note 6, 7 Spiele, 1 Tor, 4 Assists, 2 Strafminuten, -1, 6 Schüsse, 86:48 Minuten, 12:24 pro Spiel.

Er war nicht mehr so Dominant wie auch schon. Dennoch war der Kanada-Schweizer in diesem Team wichtig. Er konnte immer und überall eingesetzt werden. Seine Stärken konnte er vor dem Tor einbringen. Zudem weiss er mit seiner Erfahrung, einen Vorsprung zu verwalten. Deshalb kam er in solchen Situationen vermehrt zum Einsatz.
Peter Guggisberg, HC Davos, ohne Benotung, 2 Spiele, -1, 1 Schuss, 12:49 Minuten, 6:24 pro Spiel

Wurde zur Zwischenrunde und als Ersatz für Wick nachgemeldet. Konnte aber, da mangelnde Eiszeit, nie die Rolle von Wick übernehmen. Wir hatten das Gefühl, dass die Trainer zu wenig auf ihn bauten. Guggisberg ist ein Forechecker, ein Fräser, der an den Banden wirbelt. Wieso setzt man seine Schnelligkeit nicht dort ein?
Sandy Jeannin, HC Lugano, Note 6, 7 Spiele, 1 Tor ein Assist, 2 Strafminuten, +2, 11 Schüsse, 115:38 Minuten, 16:31 pro Spiel

Der Captain der Schweizer war ein Arbeiter und Antreiber. Teilweise war er zu übermotiviert. Seine Arbeitseinstellung war aber tadellos. Ein Leader auf und neben dem Eis.
Romano Lemm, Kloten Flyers, Note 6, 7 Spiele, 1 Tor, 2 Strafminuten, -1, 8 Schüsse, 63:58 Minuten, 9:08 pro Spiel

Lemm kam zu wenig zum Einsatz. Wir schliessen uns hier dem Gesehenen an Guggisberg an. Ein solch schneller Spieler auf den kleinen Eisfeldern nicht von Anfang an zu bringen ist ein Fehler. Wenn er Eiszeit erhielt, dann war er einer der besseren Spieler.
Thibaut Monnet, ZSC Lions, Note 7, 7 Spiele, 1 Tor, 2 Assists, 10 Strafminuten, 12 Schüsse, 90:28 Minuten, 12:55 pro Spiel

Manchmal wirkte Monnet etwas verloren. Vor allem wenn Sprunger nicht an seiner Seite war. Mit seiner Geschwindigkeit sollte er noch mehr Gefahr vor dem Tor produzieren können. Im Powerplay regelmässige Einsätze mit guten Akzenten.
Thierry Paterlini, HC Lugano, Note 7, 7 Spiele, 2 Tore, 1 Assist, 4 Strafminuten, +1, 11 Schüsse, 94:28 Minuten, 13:29 pro Spiel

Er steigerte sich von Spiel zu Spiel. War einer der defensiven Handwerker. Er nahm die Toplinien aus dem Spiel und konnte so den Gegner zermürben. Er ist ein Checker, der auch über seine Grenzen geht und noch weiter.
Marc Reichert, SC Bern, Note 8, 7 Spiele, ein Tor, 2 Strafminuten, -2, 13 Schüsse, 83:05 Minuten, 11:52 pro Spiel

Er ist ein harter Checker, der auch einstecken kann. Er verrichtet seine Arbeit hart und solide. Schien in einigen Spielen hart an der Grenze der Belastbarkeit zu spielen. Dennoch wurde er Einsatz für Einsatz besser und solider.
Raffaele Sannitz, HC Lugano, Note 7, 7 Spiele, 2 Tore 2 Assists, 10 Strafminuten, -1, 1 Powerplaytor, 19 Schüsse, 106:39 Minuten, 15:14 pro Spiel

Sannitz sollte noch mehr direkten Zug auf das Tor entwickeln. Er kann dort durch aus mit seiner Geschwindigkeit das eine oder andere Mal zu Überraschungen fähig sein. In den Ecken ist er ein Wühler und Arbeiter, vor dem Tor noch etwas inkonstant.
Julien Sprunger, HC Fribourg-Gottéron, Note 8, 7 Spiele, 3 Tore, 2 Assists, 6 Strafminuten, 3 Powerplaytore, 20 Schüsse, 85:52 Minuten, 12:16 pro Spiel

Was Julien Sprunger zu einem Topspieler fehlt, ist die Kraft. Er muss unbedingt noch mehr Kraft zulegen, will er in der Top-Elite der Welt eine Rolle spielen können. Er ist zu sehr auf einen guten Flügel angewiesen. Wenn dieser einen schlechten Tag hat, dann auch Sprunger.
Roman Wick, Kloten Flyers, Note 9, 3 Spiele, 1 Tor, 1 Assist, 2 Strafminuten, 1 Powerplaytor, 7 Schüsse, 43:06 min, 14:22 pro Spiel

Leider fiel Wick im Spiel gegen Schweden mit einer Hirnerschütterung aus. Bis dahin war er die zweite grosse Entdeckung an dieser Weltmeisterschaft. Er kann durch aus eine wichtige Rolle in der Zukunft spielen. Er war ein sicherer Wert.
Thomas Ziegler, SC Bern, Note 7, 7 Spiele, 4 Strafminuten, +1, 7 Schüsse, 97:36 Minuten, 13:56 pro Spiel

Der Defensiv-Center der Schweiz. Keiner kann das Spiel so gut lesen wie er, keiner nimmt einen Top-Center so gekonnt aus dem Spiel wie er. Ziegler ist einer der lästigsten Spieler auf dem Eis. Mit seiner Präsenz markiert er alleine schon, dass hier kein Durchkommen ist. Der einzige negative Punkt in seinem Spiel ist, dass er leicht überlaufen werden kann. Dann neigt er zu unnötigen Strafen.