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WM-Tag 5: Mögen die Spiele beginnen

Von Martin Merk

Nach vier Tagen war die WM eher etwas für Hardcore-Angefressene und Torlustige. Wirklich interessante Partien gab es zwischen den besten acht der Weltrangliste und ihren Verfolgern nicht: Die Top-8-Nationen setzten sich allesamt mit 6:0-Punkten durch und hatten nach zwei Spieltagen die Zwischenrunden-Qualifikation auf sicher. Bis auf die Schweiz und Kanada gelang ihnen das sogar relativ mühelos. Insbesondere der Schweizer Zwischenrunden-Gegner Russland mit 17 Treffern, aber auch die Schweden und Tschechen imponierten mit einer spektakulären Offensive. Auch Finnland, ein anderer Gegner der Schweizer in der Zwischenrunde, zeigte sich mit einer Tordifferenz von Plus-9 makellos vor dem heutigen Spitzenkampf gegen den WM-Gastgeber - dem ersten eigentlichen Hit der WM, für den die Ticketpreise auf dem Schwarzmarkt rund 200 Franken für die Plätze im ersten Ring betragen. Mit den Spitzenspielen von heute und morgen wird um Zusatzpunkte in der Zwischenrunde gekämpft, in den anderen Partien um die Zwischenrunden-Qualifikation und gegen die Abstiegsrundenteilnahme.

Heute wird also das Turnier neulanciert, was morgen auch die Schweiz im Spitzenkampf der Gruppe A gegen Schweden zu spüren bekommen wird. Die Spieler sind sich einig, dass sie unter ihrem Wert spielen. Von fehlendem Tempo spricht etwa Romano Lemm. "Mit diesen Beinen wird das nichts gegen Schweden", sagte er und fordert eine Verbesserung von jedem Einzelnen. Weniger unzufrieden äusserte sich der stets optimistische Nationaltrainer Ralph Krueger: Die Schweiz könne stolz sein auf die beiden Siegen - am Ende zählen sowieso nur die sechs Punkte. Nachdem man gegen Lettland und Italien durch die Hölle musste, wie es Krueger formulierte, verspricht er eine andere Schweizer Nationalmannschaft gegen Schweden. Nun könne man wieder mit Freude spielen ohne den Druck von den hinter der Schweiz klassierten Mannschaften. Der Nationaltrainer zeigte sich erzürnt von der hohen Erwartungshaltung aus der Heimat. "Wir dürfen nicht so arrogant sein und denken, dass wir mit fünf oder sechs Toren gewinnen werden", sagte er zu den ersten beiden Spielen. "Wir werden jetzt befreiter aufspielen, es ist eine andere Ausgangslage", so Krueger, der stolz ist, dass seine Mannschaft gegen Lettland und Italien durchkam. "Jeder der denkt, dass das einfach oder normal ist, hat keine Ahnung von der Welt des Eishockeys", so der Schweizer Nationaltrainer weiter.

Befreiter aufspielen - das wird nach den gehemmten Partien nötig sein. Macht man eine Rangliste aller bisherigen Spiele, so wäre die Schweiz nämlich momentan genau dort, wo sie in der Weltrangliste steht: Auf Rang acht. Krueger schwebt dagegen Höheres vor und will die Grossen ärgern. Erste Gelegenheit bietet sich bald. Morgen Abend spielt die Schweiz gegen Schweden. Im Falle einer Niederlage erwartet am Nachmittag darauf (!) der Zweite der Gruppe D (Finnland oder Russland), im Fall eines Sieges am Donnerstagabend Dänemark als erster Zwischenrundengegner. Die Dänen, welche gemeinsam mit dem Gruppengegner Ukraine die schlechteste Tordifferenz des Turniers haben, wären der nächste Underdog, bei dem man von einem Pflichtsieg auf dem Weg ins Viertelfinale sprechen kann.

Eine weitere gute Nachricht, die man aus der Rangliste entnehmen kann: Der letztjährige ärgste Verfolger Weissrussland kam bisher nicht wirklich auf Touren. Die Absenzen der Stars Mikhail Grabovsky und Andrej Kostitsyn mit dem Montréal-Farmteam Hershey in den AHL-Playoffs sowie formschwache Torhüter sorgten für das bislang schlechte Abschneiden.

Gesamtrangliste nach jeweils zwei Spielen

		 1. Russland      6 / +15 (17:2)
		 2. Schweden      6 / +12 (15:3)
		 3. Tschechien    6 / +11 (14:3)
		 4. Finnland      6 /  +9 (11:2)
		 5. USA           6 /  +8 (11:3)
		 6. Slowakei      6 /  +7  (8:1)
		 7. Kanada        6 /  +3  (7:4)
		 8. Schweiz       6 /  +2  (4:2)
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		 9. Deutschland   0 /  -5  (3:8)
		10. Norwegen      0 /  -5  (2:7)
		11. Lettland      0 /  -7 (3:10)
		12. Italien       0 /  -7  (2:9)
		13. Österreich    0 /  -9 (3:12)
		14. Weissrussland 0 / -10 (3:13)
		15. Dänemark      0 / -12 (3:15)
		16. Ukraine       0 / -12 (1:13)
		




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