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Vor dem WM-Start mit Patric Della Rossa

Von Martin Merk

Er ist nicht immer an vorderster Front, wenn um die "Nationalmannschafts-Cracks" berichtet wird. Und einigen mag es überraschen, dass er seit 1999 kein Pflichtturnier mit der Mannschaft von Ralph Krueger verpasst hat. Patric Della Rossa gehört tatsächlich nicht zu den Schönspielern in Kruegers Konzept, sondern verdient sich seinen Stammplatz im WM-Aufgebot durch viel Einsatzfreude. Und der 30-jährige Flügelstürmer redet in Vorfreude auf sein nächstes WM-Erlebnis.

Das Interview zum Anhören (0,9 MB)

In der Hauptprobe vom Dienstag gegen Lettland (1:3-Niederlage, Anm.) habt ihr nicht gut ausgesehen. Was klappte nicht?
Patric Della Rossa: Wir haben uns sicher viel mehr vorgenommen. Es ging nicht so auf, wie wir es uns vorgestellt haben, weil wir zuwenig Intensität hervorgebracht haben. Wir sind nur bei 40 bis 80 Prozent gelaufen. Es ist immer schwierig vor so einem wichtigen Turnier, es soll sich niemand verletzen, deswegen steckt man ein bisschen zurück. Wir hoffen, dies am Samstag zu korrigieren.

Waren die Letten einfach motivierter?
Lettland wurde von seinen Fans getragen, es war eine super Stimmung. Wir haben teilweise nicht mal den Schiedsrichter verstanden. Es macht schon sehr viel aus und sie haben den Heimvorteil genutzt.

Was für Lehren zieht ihr aus diesem Spiel?
Wir hatten vorher schon sechs Spiele und da haben wir gut gespielt. Wir müssen nicht alles umkrempeln. Wir wissen, was wir können und zu was wir fähig sind.

Euch fehlen einige Spieler. Kannst du diese Absagen nachvollziehen?
Das ist schwierig zu beantworten. Es gibt viele Gründe, wieso Spieler nicht kommen konnten und schlussendlich liegt dies bei ihnen. Das kann ich teils nachvollziehen, teils aber auch nicht.

Was bedeutet für dich diese WM? Hättest du dir eine Absage je vorstellen können?
Momentan nicht. Ich fühle mich zu hundert Prozent fit und habe auch Lust für dieses Team zu spielen.

Was kann man von euch an der WM erwarten, nachdem die halbe Mannschaft ausgewechselt werden musste? Sind die Ziele revidiert?
Wir haben viele neue, auch unerfahrene Spieler. Aber im Grossen sind wir doch grösstenteils zusammengeblieben. Einige Spieler haben über hundert Länderspiele. Ziel ist es, möglichst weit nach vorne zu kommen. Die letzten Male sind wir bis ins Viertelfinale gekommen und das ist nach wie vor unser Ziel. Um das zu erreichen, müssen wir hart arbeiten. Es ist klar, dass es schwieriger wird; die Mannschaft ist verjüngt worden, aber mit dieser Mannschaft ist das sicher möglich.

Wie ist nach der langen Olympia-Saison die Stimmung für noch ein Turnier?
Eigentlich sehr gut. Die Mannschaft ist recht jung. Einige Spieler wollen sich international zeigen und das ist sicher ein positives Zeichen.

In Riga waren Probleme mit dem Eis ein Thema. Wie hast du die Eisqualität erlebt?
Von der Temperatur her finde ich es recht angenehm, in beiden Hallen ist es sehr kühl. In der zweiten Halle (Skonto-Halle, Spielort der Schweizer Gruppe, Anm.) war das Eis noch zu weich und brüchig, aber ich denke bis Samstag bekommen sie es sicher noch im Griff.

Danke für das Interview und viel Glück an der WM.

Weiterer Artikel: Schweiz: Verjüngtes Team vor Zerreissprobe


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Foto: Melanie Beyli


Della Rossa wie man ihn kennt: Körpereinsatz
bei der Hauptprobe gegen Lettland
Foto: Martin Merk