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Das Finale - Schweden vor dem Double oder verteidigt Tschechien den Titel?
Von Urs Berger
Spannender könnte die Ausgangslage für das Finale nicht sein. Schweden, der Olympiasieger von Turin, trifft auf den amtierenden Weltmeister Tschechien. Beide Teams zeigten bisher nicht fehlerloses Hockey, aber viel Unterhaltung.
Vor allem die Tschechen starteten schwach in das Turnier. Mit einem Sieg und zwei Unentschieden erreichten sie die Zwischenrunde, um in dieser mit einem einzigen Sieg gegen Norwegen in das Viertelfinale vorzustossen. Im Spiel gegen die Russen riefen dann die Tschechen ihr Potenzial zum ersten Mal ab. In einem dramatischen Spiel gewannen die Tschechen in der Verlängerung mit 4:3. Ganz anders die Schweden: Mit einem einzigen Verlustpunkt gewann man die Gruppe vor der Schweiz. In der Zwischenrunde liess man zwei Punkte gegen die Slowaken liegen und einen Punkt gegen Russland. Dies genügte, um hinter Russland auf dem zweiten Platz die Zwischenrunde zu beenden. Im Viertelfinale gewann man gegen die USA klar und deutlich 6:0.
Und in den Halbfinals?
In den Halbfinals wurden die Tschechen gegen die Finnen gefordert. Lange war das Spiel offen und erst in der 57. Minute konnte Vyborny das 2:1 erzielen. Das 3:1 ins leere Tor der Finnen war nur noch Formsache. Anders die Schweden. Sie gingen rasch mit zwei Toren in Führung, aber die Kanadier gaben nicht auf und es entwickelte sich ein gutes und spannendes Spiel. Beide Teams hatten weitere Chancen, doch die Schweden waren in der Defensive besser und hatten zu Beginn des Spieles den besseren Torhüter. Doch die Kanadier meldeten sich auf eindrückliche Art und Weise in das Spiel zurück. In der 44. Minute konnte Patrice Bergeron auf Zuspiel von Sidney Crosby auf 4:5 verkürzen. Das Aufbäumen der Kanadier erfolgte jedoch zu spät.
Das Finale - wer ist besser?
Heute stehen sich die Schweden und die Tschechen gegenüber. Die Entscheidung wer den Weltmeistertitel gewinnen wird, wird wohl über die beiden Torhüter führen. Weder die Tschechen, noch die Schweden verfügen über eine klare Nummer eins. Dies, obwohl beide Teams bisher mit ihren Torhütern nicht zufrieden sein können. Die solide Verteidigung beider Teams waren der Grund, dass beide Torhüter besser aussahen als die Statistik dies vermuten lässt. Der Schwede Johan Holmqvist hatte bisher eine Abwehrquote von 90.57%, während sein gegenüber Milan Hinlicka auf 88.48% gekommen ist. Beides wahrlich keine Topgoalies, wenn man den bisher besten Torhüter, Marc Denis mit einer Abwehrquote von 94.64%, als Massstab nimmt. Doch diese schwache Abwehrquote bügeln die Stürmer der beiden Teams aus. In dieser Wertung führen die Tschechen mit David Vyborny, der bisher 9 Punkte erzielen konnte. Bei den Schweden ist der beste Punktesammler der ehemalige NLA-Spieler Andreas Karlsson mit 7 Punkten. Entscheidend können für beide Teams die Unter- oder Überzahlsituationen werden. Die Tschechen sind mit 89.74% in Penaltykilling auf den vierten Platz, während die Schweden mit 84% auf den siebten Rang liegen. Anders sieht die Statistik aber bei Überzahlsituationen aus. Dort haben die Schweden die Nase vorne. Mit 25% zu 18.37% sind diese besser als die Tschechen. Es ist kein Vorteil bei einem der Teams auszumachen.
Statistiken lügen nicht
Zieht man aber die bisherigen sechs Begegnungen zu Rate, so sieht das Ganze auch dort sehr eng aus. Dies, obwohl die Tschechen in diesen sechs Partien viermal als Sieger vom Eis gingen. Die Schweden gewannen die erste Partie gegen die Tschechen am 2. Mai 1994 in Italien, anlässlich der Weltmeisterschaft. Dies war die erste Begegnung nach der Trennung von der Slowakei. Die letzten drei Spiele gewannen die Tschechen jeweils sehr knapp, in der Verlängerung oder im Penaltyschiessen. So kann man diese Statistiken, auch wenn die Tschechen ein Torverhältnis von 12:10 aufweisen, nicht abschliessen beurteilen. Dennoch liegt ein ganz kleiner Vorteil für die Tschechen vor.
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